SKN-Coach Schmidt: "Werden keine Red-Bull-Kopie"

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Nicht einmal eine Woche ist es her, dass der spusu SKN St. Pölten Trainer Ranko Popovic vor die Tür gesetzt hat, schon steht ein neuer Mann auf der Matte: Alexander Schmidt.

Der 50-jährige Deutsche war der "Einser-Kandidat" von General Manager Andreas Blumauer. Ein Anruf noch am selben Tag, als Popovic entlassen wurde, sowie ein kurzes Treffen am nächsten Tag reichten aus, um den Deal unter Dach und Fach zu bringen.

"Ich musste nicht lange überlegen, weil ich die Aufgabe sehr spannend finde, die Mannschaft ist jung und auch noch entwicklungsfähig. Von daher, habe ich nach dem Anruf von Andreas Blumauer relativ schnell zugesagt", meint Neo-Coach Alexander Schmidt.

Angebot aus Hoffenheim abgelehnt

Schmidt wird in St. Pölten das erste Mal seit fast fünf Jahren wieder Trainer einer Profimannschaft sein. In Deutschland betreute er 1860 München in der 2. Bundesliga sowie Jahn Regensburg in der 3. Liga. Seine letzten Jahre als Trainer verbrachte er allerdings in der Jugendakademie in Salzburg.

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"Ich war jetzt anderthalb Jahre bei Red Bull, es war eine sehr erfolgreiche und schöne Zeit. Ich habe dann auch ein sehr gutes Angebot aus Hoffenheim bekommen, hatte aber immer im Hinterkopf, dass ich wieder in den Erwachsenenfußball zurück will", meint Alexander Schmidt.

"Im Endeffekt gab dann den Ausschlag, dass St. Pölten in der ersten Liga spielt und das eine sehr reizvolle Aufgabe ist", sagt der Neo-Coach. Die Erfahrung, die Schmidt bereits im Jugendbereich sammeln konnte, soll auch in St. Pölten nutzbringend verwendet werden, um den jungen Kader des SKN weiter zu fördern.

"Wir müssen hier etwas weiterentwickeln. Da haben wir mit dem Trainerteam sehr viel Erfahrung dazugewonnen, die uns auch allesamt weiterbringt. Wenn man sich nochmal zu Gemüte führt, dass wir heuer die Mannschaft waren, die beim Österreicher-Topf an zweiter Stelle steht, dann wissen wir, dass gerade die Arbeit mit Jungen sehr wichtig ist", findet Blumauer.

"Red Bull hat den Fußball nicht erfunden"

Von Juli 2017 bis Dezember 2018 nahm Schmidt die Jungspunde der Akademie von RB Salzburg unter seine Fittiche - eine Zeit, die Schmidt natürlich sehr geprägt hat, seine Vorstellungen vom Fußball allerdings nicht auf den Kopf stellte.

"Natürlich kann man nicht bei Red Bull arbeiten, wenn man sagt, man spielt nur Abwehr-Pressing und lauert auf Konter. Die ganzen Attribute, die Red Bull auszeichnen - schnelle, hohe Ballgewinne und schnelles Umschaltspiel - die hatte ich schon bevor ich zu Red Bull bin drinnen", meint Alexander Schmidt.

"Es ist ja auch nicht so, dass Red Bull die Sachen alle erfunden hat. Sie machen es halt sehr gut, setzen die Sachen konsequent in allen Mannschaften - in der Kampfmannschaft, im Jugendbereich - um, das zeichnet eben auch Red Bull aus. Das heißt jetzt nicht, dass wir in St. Pölten Red Bull kopieren wollen, das heißt, dass wir gute Elemente, die Red Bull in seinem Spiel hat, einfließen lassen wollen und in St. Pölten einen eigenen Stil finden wollen."

Die Suche nach dem eigenen Stil

Aber wie soll dieser Stil konkret aussehen? Alexander Schmidt gibt einen Einblick: "Wichtig ist mir, dass die Mannschaft aktiv spielt, dass man nicht hinten drinnen steht und den Gegner agieren lässt, sondern aktiv probiert das Spiel zu gestalten und dann auch entsprechend attraktiven und effektiven Fußball spielt."

Wir wollen Red Bull nicht kopieren. Wir wollen gute Elemente, die Red Bull in seinem Spiel hat, in St. Pölten miteinfließen lassen und einen eigenen Stil finden.

Alexander Schmidt

Um das richtige Konzept für die Mannschaft zu finden, braucht es allerdings Zeit. "Es ist auch wichtig, dass man die Mannschaft kennt und schaut, was zur Mannschaft passt. Ich kann z.B. keinen Red-Bull-Fußball spielen, wenn ich die Mannschaft dazu nicht habe. Es muss genau auf das bestehende Spielermaterial abgestimmt werden."

 

"Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man die Mannschaft - auch aufgrund der letzten Ergebnisse, die jetzt nicht so positiv waren wie vielleicht zu Beginn der Saison - wieder in die Spur bringt, sie stabilisiert und weiterentwickelt. Wir wollen auch, wenn es möglich ist, jedes Jahr um das obere Playoff mitspielen, das wäre so das mittelfristige Ziel."

General Manager Andreas Blumauer gibt Schmidt für die kommende Saison keine Platzierzungsvorgabe, mit seinen Wünschen, jedes Jahr vorne mitzuspielen, stimmt er jedoch überein. "Es wird nicht jedes Jahr möglich sein, das ist uns vollkommen bewusst. Wir sehen uns von den Möglichkeiten her aber in den Top-8, mit Chancen, uns auch mit dem fünften, sechsten Platz zu qualifizieren. Es ist aber auch nicht so, dass wir dafür budgetieren möchten."

LASK als Vorbild für St. Pölten

Schmidt erhält in der niederösterreichischen Landeshauptstadt einen Dreijahresvertrag - ein Novum in St. Pölten. "Auf der einen Seite ist es natürlich auch ein Zeichen an Alexander Schmidt, dass wir ein großes Vertrauen in ihn setzen, auf der anderen Seite natürlich auch, dass wir Kontinuität hineinbringen möchten. Wir glauben an ihn, wir glauben, dass wir länger zusammenarbeiten können", ist Andreas Blumauer von den Qualitäten Schmidts überzeugt.

Völlig aus der Luft gegriffen kommt das Konzept, einen Trainer langfristig zu binden, freilich nicht. Speziell das Auftreten eines Bundesliga-Konkurrenten habe den SKN-Verantwortlichen imponiert. "Natürlich ist der LASK ein gewisses Vorbild gewesen, wie die die letzten Jahre gearbeitet haben."

"Man hat Oliver Glasner die Möglichkeit gegeben etwas langfristig aufzubauen. Sie sind ein, zwei Saisonen sogar mit ihm durchgetaucht, obwohl es nicht richtig funktioniert hat. Wenn die Entwicklung trotzdem nach oben zeigt, dann ist das auch ein Vorbild für uns. Wenn wir der Meinung sind, Alexander Schmidt macht eine gute Arbeit, dann wird das auch die nächsten drei Jahre so weiterlaufen", so Blumauer.

Textquelle: © LAOLA1.at

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