LASK: "Fressen seit zwei Jahren Scheiße!"

 

Zunächst einmal: Die Erleichterung beim LASK ist riesengroß!

Erstmals seit zwei Monaten, zwei Tagen und sieben Bundesliga-Runden konnten die Oberösterreicher wieder drei Punkte einfahren. Beim 3:1-Sieg über die Admira war aber bei weitem nicht alles Gold, was glänzt.

Vor allem der behäbige Auftritt im ersten Abschnitt erinnerte sehr an den Cup-Auftritt vom vergangenen Donnerstag gegen Stripfing (Endstand 3:0). Einzig die ersten fünf Minuten waren fest in Linzer Hand, danach übernahmen die Südstadter das Kommando in Pasching.

Die Quittung? Der Gegentreffer von Admiras Roman Kerschbaum vom Elfmeterpunkt samt lautstarken Pfiffen von den Rängen. Alles andere als einfache Minuten, wie Peter Michorl nach Spielende gegenüber "Sky" konstatiert.

"Scheiß-Halbzeit", sprudelt es aus dem LASK-Strippenzieher. "Entschuldigung für die ordinäre Ausdrucksweise, aber so war es."

Es sollten noch vier idente Kraftausdrücke innerhalb drei Minuten folgen.

Appell an seitliche Fan-Tribüne

Dabei nimmt Michorl auch die eigene Anhängerschaft in die Pflicht. "Es gab Pfiffe in der Halbzeit, die aufgrund der Leistung verständlich sind. Ich muss da aber einen Appell an die Fans richten, und zwar an die seitliche Tribüne, nicht an den Block."

Michorl weiter: "Die Mannschaft frisst seit zwei Jahren durchgehend Scheiße. Wir stehen heuer in einer schlechten Situation dar." Blickt man auf die Tabelle vor der neunten Runde, kann man dem Mittelfeldspieler nur zustimmen. Aufgrund des Sieges der WSG Tirol am Samstag gegen Ried, wanderte die Rote Laterne für eine Nacht in die Stahlstadt, womit zu Saisonstart nicht unbedingt zu rechnen war.

"Es war bereits eine Scheiß-Situation vor dem Spiel. Ich glaube, seit unserer Bundesliga-Rückkehr waren wir nicht mehr auf dem letzten Platz." Die Unmutsbekundungen der Fans zur Pause versteht Michorl zwar, dennoch erhofft er sich mehr Fingerspitzengefühl.

"Natürlich war die Leistung in der Halbzeit schlecht. Aber wenn du zwei Jahre Scheiße frisst, dann macht das was in deinem Kopf."

Genesungswünsche an Karamoko

Wie Cheftrainer Andreas Wieland zur Pause das Linzer Mindset um 180 Grad wenden konnte, ist erstaunlich. Auf Lethargie folgte leidenschaftlicher Einsatz, wovon der LASK mit dem Blitzstart in Halbzeit zwei profitierte.

Thomas Goiginger enteilte Gegenspieler Bauer und legte mustergültig auf Mamoudou Karamoko quer, der im Fallen zum Ausgleich traf und dabei im Rasen hängen blieb. Die (wohl schwerwiegende) Knieverletzung von Karamoko hält zwar einen saftigen Wermutstropfen parat, der Linzer Spielfreude machte das aber keinen Strich durch die Rechnung.

"Ich bin stolz, wie die Mannschaft in der zweiten Halbzeit aufgetreten ist. Dass frühe Tor hat uns beflügelt. An dieser Stelle gute Besserung an 'Kara' (Anm. Karamoko), das hat gar nicht gut ausgesehen. Der Sieg war für ihn und tut uns allen jetzt richtig gut."

"100 Kilo fallen dir vom Herzen"

Ab diesem Zeitpunkt erfolgte der endgültige Turnaround. Während die Admira, einzig durch Marlon Mustapha und einem Lattenkracher von Luca Kronberger, nach Seitenwechsel vermehrt abtauchte, trumpfte der LASK von Minute zu Minute auf. Es folgte, was folgen musste: Der Linzer Führungstreffer.

Und den besorgte ausgerechnet Sommer-Neuzugang Sascha Horvath. Mit seinem ersten Tor im LASK-Dress explodierte die Freude am Rasen und den Tribünen. "Man hat es bei unserem Jubel gesehen. 100 Kilo fallen dir vom Herzen. Es war keine leichte Zeit in der Liga", so Michorl.

Naturgemäß happy zeigt sich auch der Premieren-Torschütze. "Extrem geiles Gefühl. Dass ich den Ball so treffe, gelingt mir nicht jeden Tag. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, welches Gesicht sie im zweiten Abschnitt gezeigt hat. Für den Kopf war das enorm wichtig. Heute haben wir gesehen, was wir können."

Wenn der "geile Haufen" (Michorl) auch am Donnerstag in der Conference League so performt, wie in den zweiten 45 Minuten, dann braucht es in Linz wohl kaum noch Kraftausdrücke.

Europa Conference League am Donnerstag, 18:45 Uhr, im LIVE-Ticker : LASK - Maccabi Tel Aviv


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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