Bundesliga-Meister erst im August?

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Der Meister der österreichischen Bundesliga könnte aufgrund der aktuellen Aussetzung des Spielbetriebs wegen der Coronavirus-Pandemie eventuell erst im August gekürt werden.

"Wir haben bis jetzt den 30. Juni gehabt, meine neuesten Informationen sind schon, dass wir Richtung Ende Juli, Anfang August gehen könnten, das gibt uns wieder Spielraum", sagt Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer am Mittwoch.

Seine Hoffnung, die Saison, die offiziell bis Anfang Mai pausiert, doch noch fertigspielen zu können, hat durch eine Videokonferenz der UEFA mit den Generalsekretären der Mitgliedsverbände neue Nahrung bekommen. Die Europäische Fußball-Union hatte zuvor die für Juni geplanten Länderspiele auf unbestimmte Zeit verschoben - und damit den Ligen neue Möglichkeiten gegeben.

Geisterspiele wohl unvermeidbar

Eines ist dabei aber ziemlich klar: Es läuft im Fall der Fälle auf Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit hinaus. "Wie der Vizekanzler gesagt hat, ist es sehr unwahrscheinlich, dass man vor Zuschauern spielen wird können", so Ebenbauer in einer ORF-Diskussions-Sendung.

In Medien bekannt gewordene Pläne der englischen Premier League, die 92 ausständigen Partien allesamt als Geisterspiele in ausgewählten Stadien in London und im Raum Birmingham auszutragen, hat auch Ebenbauer vernommen. "Man darf keine Idee außer Acht lassen, aber ob die Idee in Österreich so umzusetzen ist, wage ich - alleine schon aus finanziellen Gründen - zu bezweifeln", betont der Liga-Chef.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Der verweist auch darauf, dass es vor einer Liga-Fortsetzung auch eine entsprechende Vorbereitungszeit für die Klubs geben müsse. "Selbst da braucht man ja schon sämtliche Vorsichtsmaßnahmen und muss sämtliche Maßnahmen der Regierung einhalten. Und die Frage ist auch, ob es dann in den nächsten Wochen genügend Corona-Tests gibt", sagt Ebenbauer. Viele Thematiken würden da dranhängen, man sei dabei, Möglichkeiten auszuloten. "Die hängen aber immer davon ab, welche Mittel verfügbar sind."

Priorität: Die Klubs "überhaupt am Leben halten"

Die Finanzen sind dieser Tage ohnehin das größte Problem der Klubs. Nur Liga-Krösus Salzburg muss sich keine Sorgen machen.

"Auf der anderen Seite der Tabelle wird es wirklich schwierig, wenn die Klubs null Einnahmen haben, dass sie liquide bleiben. Aktuell ist der wichtigste Punkt, dass man sie überhaupt am Leben hält, sie nicht in eine Zahlungsunfähigkeit rutschen in den nächsten Monaten", ist sich Ebenbauer der schwierigen Lage bewusst.

Die Klubs wurden zu einem sogenannten Stresstest aufgefordert. "Das ist ja auch nicht so leicht, da gibt es Gespräche mit den Sponsoren, mit den Abonnenten, was für Möglichkeiten es gibt. Anhand dieser Zahlen werden wir sehen, wie weit wir gehen können, was wir benötigen, wo wir priorisieren müssen wegen Unterstützungen", erläutert der 44-Jährige.

Bundesliga beschäftigt sich "intensiv" mit dem worst case

Mit dem "Worst-Case", einem nicht geregelten Saisonabbruch, beschäftigt man sich bei der Bundesliga "ganz intensiv". "Meine persönliche Meinung möchte ich dazu aber noch nicht äußern", hält sich Ebenbauer bedeckt.

Möglichkeiten gebe es viele. "Wir werden anhand der alten Rechtsordnung schauen, wie man die Interessen beziehungsweise die Möglichkeiten am besten ausschöpfen und vor allem das größtmögliche Einvernehmen treffen kann", schildert der Wiener. Ziel ist es dabei auch eine österreichweite Lösung, die unteren Ligen inkludiert, zu schaffen.

Dazu soll es aber gar nicht kommen. Dieser Tage wird in alle Richtungen Solidarität gepredigt - auch von der Bundesliga. Mit den Partnern Sky, Tipico und HPYBET gebe es sehr gute Gespräche, um gemeinsam die Krise zu meistern. "Sollten die Spiele wirklich nicht stattfinden, muss man dann sowieso Lösungen finden", weiß Ebenbauer. Die nächste Konferenz der Klubs per Video ist am 16. April angesetzt.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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