news

LASK: Ein Kader, mit dem man Meister werden will?

Die Linzer haben ordentlich aufgerüstet. Trainer Sageder sieht einen "spannenden Kader" und erläutert, warum Druck ihn motiviert.

LASK: Ein Kader, mit dem man Meister werden will? Foto: © GEPA

"Der LASK kauft auch ein, als ob sie Meister werden wollen", stellte Manfred Fischer bei seinem humorvollen Auftritt beim Media Day der Bundesliga fest.

Man darf durchaus davon ausgehen, dass dieser Spruch ernst gemeint war.

Schließlich rüstete der LASK seinen Kader, der nach einer guten Saison für den ebenso guten dritten Platz gereicht hat, noch einmal gewaltig auf.

Und zwar mit neun Neuzugängen, die von einem neuen Trainer dirigiert werden. Insgesamt 33 Spieler, darunter 17 Legionäre, bereiten sich derzeit unter der Anleitung von Thomas Sageder auf die neue Saison vor.

Das Transferfenster bestens genutzt

"Radovan Vujanovic und mir ist es gelungen, das Transferfenster für den LASK bestens zu nutzen. Wir haben viele spannende Spieler dazubekommen", betont der 39-Jährige, der diesbezüglich seinem Geschäftsführer Sport dankt:

"Radovan und ich kennen uns jetzt schon ein paar Jahre, sind seit 2014 immer wieder im Austausch. Wir sehen den Fußball sehr ähnlich, haben dieselbe Spielidee. Das macht die Zusammenarbeit sehr leicht."

Die Wünsche des Trainers an den Sportchef: Jede Position soll doppelt besetzt sein, sowie ein guter Mix aus Talenten und Routiniers.

Sageder: "Ich bin froh, so einen spannenden Kader zu haben. Wir haben erfahrene Spieler wie meinen Kapitän Robert Zulj, aber auch viele junge Rohdiamanten. Ich habe eine Riesen-Freude mit der Aufgabe."

Wer sind die Neuzugänge, deren Verpflichtung bei der Konkurrenz die Vermutung von Meister-Ambitionen aufkommen lässt?

Moussa Kone
Foto: © GEPA

MOUSSA KONE:

Stürmer, Senegal, 26 Jahre, letzter Verein: Nimes Olympique

Sageder: "Moussa hat sich zuletzt beim Testspiel gegen die Vienna mit einem Doppelpack erstmals vorgestellt. Ein schneller Spieler, guter Torriecher, ein richtig guter Typ in der Kabine."

EBRIMA DARBOE:

Defensives Mittelfeld, Gambia, 22 Jahre, Leihgabe von der AS Roma

Sageder: "Eine spannende Aktie! Für uns ist es natürlich etwas ganz Besonderes, dass wir mittlerweile Spieler von AS Rom beziehen können. Sie sind in intensivem Austausch mit uns, weil sie uns als Verein mit unseren Ideen und unserem Prozess sehr interessant finden. Ebrima ist ein spannender, zentraler Mittelfeldspieler, der allerdings Trainingsrückstand hat und daher noch ein, zwei Wochen im Aufbautraining sein wird."

SANOUSSY BA:

Außenverteidiger, Deutschland, 19 Jahre, Leihgabe von RB Leipzig

Sageder: "Ein sehr vielseitig einsetzbarer linker und rechter Verteidiger, der auch schon in der Dreierkette gespielt hat. Leider hat er sich beim Testspiel gegen die Vienna die Schulter luxiert. Wir können es vermutlich konservativ behandeln, trotzdem wird er sicher ein paar Tage ausfallen. Ich will nicht sagen, dass er auf der rechten Seite vorne war, aber er ist sicher von den Spielern, die ich dort zur Verfügung habe, einer der spannendsten."

LENNY PINTOR:

Flügelspieler, Frankreich, 22 Jahre, letzter Verein: AS St. Etienne

Sageder: "Lenny ist ein schneller Flügelspieler mit einem guten Torinstinkt. Er ist eines der hoffnungsvollsten Talente bei uns."

GEORGE BELLO:

Linksverteidiger, USA, 21 Jahre, letzter Verein: Arminia Bielefeld

Sageder: "George ist erst seit kurzem bei uns, bei Arminia Bielefeld hat er mit Andres Andrade zusammengespielt. Er ist ein schneller Spieler, und auch für ihn gilt, dass wir großen Wert darauf gelegt haben, Charaktere zu uns zu holen, die menschlich in Ordnung sind. Das ist er hundertprozentig."

Elias Havel
Foto: © GEPA

ELIAS HAVEL:

Stürmer, Österreich, 20 Jahre, letzter Verein: FC Liefering:

Sageder: "Es ist für uns ein Riesen-Glück, dass wir den Jungen bekommen haben. Er ist ein pfeilschneller Spieler, seine Spitzengeschwindigkeit ist bei 36 km/h. Ich durfte den Jungen in den letzten Jahren begleiten und sehe ihn als eines der hoffnungsvollsten Talente - nicht nur bei uns, sondern in ganz Österreich."

Zu diesem Sextett gesellen sich mit Innenverteidiger Andres Andrade, der aus Bielefeld zurückgekehrt ist, sowie Tormann Jörg Siebenhandl und Mittelfeldspieler Ivan Ljubic, die beide vom SK Sturm Graz gekommen sind, drei Namen, die man beim Verein oder aus der Bundesliga bestens kennt.

"Für mich ist wichtig, dass wir einen sportlich guten Austausch haben, sie in meine Idee reinpassen und das auch mittragen. Aber neben dem Fachlichen und Fußballspezifischen zählt für mich auch, dass wir gute Menschen und tolle Charaktere bei uns haben", unterstreicht Sageder.

Wechsel der Kabinen-Sprache

 

"Wir haben die Sprache geändert. In der Kabine reden wir nur mehr Englisch, damit uns jeder versteht."

Robert Zulj

Für all das ist Kommunikation ganz entscheidend. "Wir haben die Sprache geändert. In der Kabine reden wir nur mehr Englisch, damit uns jeder versteht", verrät Zulj.

Sageder wechselt in seinen Ansagen zwischen Deutsch und Englisch, versucht jedoch auch individuell auf seine Schützlinge einzugehen:

"In Einzelgesprächen versuche ich, so weit es mir möglich ist, in der Landessprache des Spielers zu sprechen. Ich beherrsche neben Deutsch auch Englisch und ein wenig Französisch. Ich denke einfach, dass es dann für die Spieler leichter ist, das zu formulieren, was sie denken."

Jeder soll seine Chance wittern

Ein Kader mit derzeit 33 Mitgliedern (<<<Zwei Teams duellieren sich um Keito Nakamura>>>) bringt es trotz Dreifachbelastung mit sich, dass es neben bestens ausgelasteten und somit zufriedenen Spielern auch unzufriedene Akteure geben wird.

Aktuell ist jedoch die Phase, in der alle LASK-Kicker ihre Chance wittern sollen.

Sageder hat angekündigt, dass jeder Spieler bei ihm bei null beginnt. Hier geht es ihm vor allem um das Bild, vorurteilsfrei an die Sache heranzugehen:

"Dass beispielsweise Robert Zulj in meinem Kopf nicht bei null beginnt, ist klar. Ich meine die Grundhaltung, dass man, wenn man mit neuen Ideen kommt, einfach auch die Zeit und die Geduld aufbringt, dass sich der Mensch gegenüber dem anpassen kann. Vielleicht gibt es auch Spieler, die sagen, das ist nichts für mich. Aber ich gehe sehr vorurteilslos hinein. Jeder hat die Möglichkeit, dass ich ein fachlich-sachliches Bild von ihm bekomme."

Motivierender Druck

Bis dieses Bild abgerundet ist, braucht es natürlich eine gewisse Zeit. Bis alle Prozesse und Abläufe auf dem Feld stimmen, dauert es ebenso - vor allem angesichts der Rückkehr zum Pressing-Fußball.

Dass Zeit im Fußball ein besonders kostbares Gut ist, ist kein allzu großes Geheimnis. Denn stimmen die Ergebnisse nicht, bekommt man gerade als Trainer oft eben nicht genügend Zeit.

Seit gerade einmal 25 Tagen bastelt Sageder mit seinem Staff inzwischen an seiner Idee vom LASK: "Ob im taktischen, körperlichen oder sozialen Bereich, Mannschaft und Betreuerteam arbeiten hart an diesem Prozess."

Das M-Wort, dass Manfred Fischer gewählt hat, nimmt Sageder nicht in den Mund. Dass die Erwartungshaltung in Linz nicht gerade gering ist, weiß er selbst auch. Belastung ist dies für ihn keine:

"Den größten Druck mache ich mir selbst, denn natürlich will ich erfolgreich sein und mit meiner Mannschaft gute Spiele zeigen. Aber Druck ist irgendwie auch sehr motivierend, so sehe ich das zumindest."

Das sind die längstdienenden Profi-Trainer Österreichs

Kommentare