Rapid brachte Altach zum "Flippen"

 

Der SK Rapid ist hin- und hergerissen.

Auf der einen Seite schätzen sich die Wiener glücklich, doch noch spät ein 2:2-Unentschieden in Altach eingefahren zu haben. Auf der anderen Seite hätte man gar nicht in die Verlegenheit kommen sollen, gegen die sehr defensiven Hausherren 0:2 ins Hintertreffen zu geraten.

SCR-Trainer Didi Kühbauer und seine Spieler waren alles andere als Fans der Altacher Spielweise und äußerten versteckte Kritik.

"Grundsätzlich muss man einen Restglauben haben, die Jungs haben es dann noch umdrehen können. Mit dem 2:1 war es dann aber schon so, dass ich meine, dass Altach wirklich zum Flippen angefangen hat. Sie sind dann auch bestraft worden. Grundsätzlich ist das Unentschieden ohnehin gerechter, weil vom Spiel her wäre ein Sieg von Altach für mich einfach übertrieben gewesen", so die klaren Worte des grün-weißen Chefbetreuers bei "Sky".

"Altach war nicht vorhanden"

Defensiv und destruktiv umschrieb man das Spiel der Vorarlberger - vor allem in der ersten Halbzeit.

"Altach war in der ersten Halbzeit nicht vorhanden, das Heil war die Defensive. Sie haben nur geschaut, wann wir einen Ball verlieren, um dann zu kommen. Aber sie haben gefühlt nicht einmal aufs Tor geschossen in der ersten Halbzeit. Da haben sie sehr gut verteidigt, das muss man sagen. Wir haben nicht die Lösung gefunden, wobei wir sehr wohl immer wieder angeklopft haben, aber das war einfach noch zu wenig", erklärt Kühbauer.

Tipico Sportwetten – Jetzt 100 € Neukundenbonus sichern!

Thomas Murg war derselben Meinung:" Altach ist sehr tief gestanden, das war der Plan von Altach: Tief stehen und auf Fehler von uns warten."

Bei einer Riesen-Chance beim Stand von 0:0, wo Max Hofmann per Kopf und danach Benedikt Zech an die eigene Latte klärte, vergab Rapid eine Riesenchance, das Spiel früh in andere Bahnen zu lenken. "Wenn wir da das Tor gemacht hätten, dann wäre es in eine ganz klare Richtung gegangen", war sich Kühbauer sicher.

Mit Pavlovic sammelte mal wieder ein Stürmer Pluspunkte

Doch es kam anders. "Nach der Pause kommen wir eigentlich gut raus, haben zwei Chancen, ich habe einen Schuss aus fünf Metern – den muss ich Minimum einmal aufs Tor bringen. Dann kriegen wir ein Gegentor, dann machen wir einen Fehler im Mittelfeld, Ballverlust vom Schwabi (Stefan Schwab: "Ich darf bei dieser Situation sicher nicht dribbeln"), was natürlich passieren kann, aber es war unglücklich. Dann laufen wir in einen Konter, sind 0:2 hinten", fasste Murg zusammen.

0:2 zurück in Altach, wo die Hütteldorfer seit Mai 2015 nicht mehr gewinnen konnten. Eigentlich schien das Spiel gelaufen, da die Grün-Weißen auch nicht ihren besten Tag hatten - doch dann erzwang man doch irgendwie die Wende.

Mittendrin statt nur dabei: Andrija Pavlovic. Nach einer Stunde ersetzte er den schwachen Aliou Badji im Sturm und war danach mit einem Assist und einem Tor maßgeblich an der irren Aufholjagd beteiligt.

"Er war eigentlich in wenigen Aktionen dabei. Aber bei denen, die entscheidend waren, war er dabei. Das war wichtig für uns", dankte es ihm sein Trainer. Murg freute sich für seinen Kollegen, dass ihm nach doch längerer Zeit wieder mal der Knoten aufgegangen ist.

Mit Moral und Selbstvertrauen der letzten Wochen

Für Kapitän Schwab war das späte aber gerechte Erringen des Unentschiedens ein weiterer Beweis dafür, dass Rapid im Frühjahr stabiler ist und auch Rückstände wegstecken kann, was man noch vor einiger Zeit nicht gut verkraften konnte.

"Dann haben wir aber Moral bewiesen, bestimmt auch aufgrund des Selbstvertrauens, das wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben. Wir nehmen den Punkt hier gerne mit", so der Saalfeldner.

Und Murg stellt klipp und klar fest: "Von dem her denke ich, dass es im Grunde – auch wenn es für Altach jetzt bitter und für uns ein bisschen glücklich ist – ein verdienter Punkt ist."

Das trifft den Tenor der Grün-Weißen.

"Wir sind Rapid und denken nicht an Mattersburg oder Altach"

In der Qualifikations-Gruppe verlor man zwar Punkte vom Vorsprung auf Mattersburg, da die Burgenländer Wacker Innsbruck mit 3:1 besiegten, hielt aber Altach auf Distanz. Der SVM ist drei Punkte hinter Leader Rapid, Altach und Admira sechs Punkte.

Doch auf "Was wäre wenn Spielchen" lässt sich Kühbauer gar nicht ein. Wie die anderen Spielen, interessiert ihn herzhaft wenig, wie er offen zugibt.

"Wir sind Rapid Wien und denken jetzt an uns und nicht an Mattersburg oder Altach. Ein Punkt ist schön, weil wir nach einem 0:2 zurückgekommen sind, aber wir haben jetzt keine Gedanken, wie die anderen spielen. Wir müssen auf uns selbst schauen. So stark müssen wir uns schon reden oder so stark sind wir, dass wir nicht über andere diskutieren müssen."


Textquelle: © LAOLA1.at

Rapid-Trainer Didi Kühbauer regt Zeitschinderei auf

Zum Seitenanfang»

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare