Foda: "Der Titel ist in diesem Jahr möglich"

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Mit Heiko Vogel steht der neue Trainer des SK Sturm Graz in den Startlöchern, sein Vorgänger ist nicht frei von Wehmut.

Zwei Spiele stehen für Franco Foda noch als Betreuer der "Blackies" auf dem Programm, am Samstag steigt gegen St. Pölten sein letztes Heimspiel.

Der zukünftige ÖFB-Teamchef betont, dass er Sturm in einer hervorragenden Ausgangsposition übergibt:

"Es ist immer ein Prozess über ein, zwei, drei Jahre, um eine Mannschaft dorthin zu bringen, um vielleicht einen Titel zu holen. Ich glaube, das ist in diesem Jahr durchaus möglich. Ich will meinen Nachfolger nicht unter Druck setzen - im Gegenteil. Aber es ist möglich, es könnte passieren, und das ist mir schon auch bewusst."

Es könnten Tränen fließen

Eine bemerkenswerte Ansage für einen Coach, der in der Vergangenheit bei ähnlichen Ausgangspositionen gerne auf Understatement gesetzt hat.

Trotz der Titel-Möglichkeit entschloss sich Foda, die Chance auf das Teamchef-Amt zu ergreifen. Dies sei jedoch keine Entscheidung gegen Sturm gewesen, sondern er habe noch einmal etwas ganz anderes machen wollen.

"Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich eigentlich wenig Sprüche klopfe, aber das ist mein Ernst: Wenn man 20 Jahre bei einem Verein tätig ist, wächst einem dieser Verein ans Herz. Deshalb habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht und extrem lange überlegt, was ungewöhnlich ist, denn normalerweise ist es ja so: Wenn du die Möglichkeit hast, Nationaltrainer von Österreich zu werden, springst du sofort drauf - das ist das höchste Traineramt im Land. Aber ich habe schon etwas überlegen müssen, weil wir hier in den letzten Jahren etwas entwickelt haben und das lässt du nicht so leicht los. Wir haben tolle Spieler und eine super Mentalität in der Mannschaft."

Wenn am Samstag Fodas letzter Vorhang auf der Bühne in Graz-Liebenau fällt, könnte es deshalb durchaus emotional werden: "Ich hoffe, dass wir das Spiel gewinnen. Dann ist es auch möglich, dass ich die eine oder andere Träne verliere. Das Schlimmste wird jedoch sein, wenn ich mich nächste Woche nach dem letzten Spiel von der Mannschaft verabschiede, weil ich glaube, dass hier etwas entstanden ist. Wir haben einen guten Draht zueinander, eine gute Beziehung. Das wird der schwierigste Moment."

Rückkehr in schwieriger Situation

Für den Deutschen ist es bekanntlich nicht seine erste Amtszeit als Trainer seines Lebensvereins. Aber seine letzte? Man soll wohl niemals nie sagen. Anders als bei seinem unfreiwilligem Abgang im Frühjahr 2012 ist sich Foda diesmal jedoch nicht sicher, dass er noch einmal bei Sturm anheuern wird:

"Damals wusste ich, dass ich nochmals zurückkomme. Da war ich auch etxrem ehrgeizig, weil der Abgang einfach auf eine Art und Weise passiert ist, die nicht in Ordnung war. Ich habe allerdings auch nicht geglaubt, dass ich so schnell wieder zurückkomme."

Sein Dank gilt daher dem Vorstand, der ihm im Herbst 2014 erneut das Vertrauen ausgesprochen hat. Gemeinsam mit seinem Trainer-Team habe er selbiges jedoch auch gerechtfertigt.

"Wir haben die Mannschaft damals in einer schwierigen Situation übernommen. Wir waren Tabellen-Siebter, wirtschaftlich sah es zu diesem Zeitpunkt auch nicht so rosig aus. Wir mussten immer wieder Spieler verkaufen - im Januar Djuricin, den wir nach Salzburg abgegeben haben. Im zweiten Jahr Madl und Hadzic, dann Esser. Bei Matic und Edomwonyi im letzten Jahr war es nicht mehr zwingend notwendig", erinnert Foda.

Foda nimmt Politik bezüglich Stadion in die Pflicht

Gerade in den letzten Monaten habe sich die Mannschaft sehr gut weiterentwickelt. Inzwischen könne man die Spielidee umsetzen, die Foda immer vorschwebte: "Das heißt, im Ballbesitz gut zu sein. In den letzten 18 Spielen hatten wir 13 oder 14 Mal mehr Ballbesitz. Darüber hinaus sind wir immer noch prädestiniert für ein Umschaltspiel. Wir haben jetzt viele Facetten des Spiels drauf, können das System verändern, mit Dreier- oder Viererkette spielen, sind im Spiel mit dem Ball und gegen den Ball variabel. Das haben wir uns in den letzten zwei Jahren hart erarbeitet."

Auch finanziell stünde Sturm inzwischen bestens da. Damit der Pfeil in Graz auch in Zukunft nach oben zeigt, nimmt der scheidende Coach jedoch die steirische Politik in die Pflicht:

"Wir haben Gott sei Dank sehr viel in die Infrastruktur investiert, zwei neue Trainingsplätze gebaut. Jetzt wird es einfach wichtig sein, dass man noch einmal in den Kunstrasen investiert. Und vor allem wird es extrem wichtig sein, dass sich auch die Stadt und das Land dazu bereiterklären, noch mal in das Stadion zu investieren. Das ist zwingend notwendig. Aber da habe ich vollstes Vertrauen in Bürgermeister Siegfried Nagl und auch Herrn Landeshauptmann Schützenhöfer, denn man sieht einfach, dass in der Stadt Graz etwas vorangeht."

Vorerst nicht äußern möchte sich Foda zu seinem Nachfolger Vogel: "Da bitte ich um Verständnis. Nächste Woche stehe ich gerne für solche Fragen bereit. Aber ich habe auch den Spielern gesagt, dass jetzt nicht der neue Trainer im Vordergrund steht, genausowenig dass es mein letztes Spiel ist. Im Vordergrund steht, dass wir gegen St. Pölten ein wichtiges Spiel gewinnen wollen."

 

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Textquelle: © LAOLA1.at

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