Schicker bastelt an Sturm-Kader

Schicker bastelt an Sturm-Kader Foto: © GEPA
 

Sturm Graz hat die Erwartungen in einer Umbruchsaison als Bundesliga-Dritter übertroffen. Während die Spieler den verdienten Kurzurlaub verbringen, laufen im Hintergrund die Arbeiten für die kommende Spielzeit auf Hochtouren - Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker bastelt an Adaptierungen des Kaders. Priorität hat für ihn, den Stamm möglichst zusammenzuhalten. Das dürfte, anders als nach der Cupsieger-Saison 2018, in diesem Sommer ganz gut gelingen.

Nach dem Totalumbruch im Vorjahr hat Schicker vergleichsweise wenige Personalfragen zu lösen. Um Innenverteidiger David Nemeth wirbt Sturm weiterhin intensiv, für Schicker ist von einer Leihe bis zum Fixerwerb alles denkbar. Die Lage soll Nemeths Berater am (heutigen) Montag bei einem Meeting mit Stammklub Mainz 05 ausloten. Beim deutschen Erstligisten steht der 20-Jährige noch bis 2024 unter Vertrag. "Er kommt zurück, die Leihe läuft aus", sagte Sportchef Martin Schmidt zuletzt. "Er wird unseren Kader sicherlich bereichern." Dass der FSV erstklassig blieb, dürfte Sturm aber in die Karten spielen.

Kommt Prass?

Auf einer Achter-Position im bevorzugten Rautensystem von Trainer Christian llzer könnten sich die Grazer schon bald verstärken. Lieferings Alexander Prass, der zuletzt zum viertbesten Zweitliga-Spieler gewählt wurde, bezeichnet Schicker im APA-Gespräch erneut als "sehr spannenden Spieler. Aber es gibt auch andere".

Als Dritter spielt Sturm fix in einer europäischen Gruppenphase, bei acht garantierten Auftritten im Herbst muss auch die Kadertiefe bedacht werden. Schicker weiß um die Mehrbelastung, den enggetakteten Rhythmus hat Sturm länger nicht mehr erlebt. "Wir müssen genau prüfen, welche Spieler jeden dritten Tag spielen können."

Spielmacher Otar Kiteishvili (25) hat ein Angebot zur Verlängerung seines im Sommer 2022 auslaufenden Vertrages vorliegen. "Wir bemühen uns sehr, das Gespräch mit den Beratern war gut. Otar ist Sturm auch dankbar und ihm ist bewusst, dass Sturm damals eine vergleichsweise hohe Ablöse für ihn bezahlt hat", bemerkt Schicker.

Keine Notverkäufe

Selbst wenn der georgische Nationalspieler das Angebot ausschlage, sei Sturm im Sommer nicht zu einem Verkauf gezwungen, sprach der jüngste Kaderplaner der Liga (34) die Vorzüge der zusätzlichen Europacup-Einnahmen (drei Millionen Euro aufwärts) an. "Wenn ein Angebot aus einer guten Liga kommt, wo auch das Geld passt, dann werden wir das auch machen", meint Schicker allgemein. "Die Platzierung erleichtert mir aber einiges. Wir müssen keine Notverkäufe machen."

Als Vorteil in der Kaderplanung sieht Schicker, dass sein Klub erst am 19. August im Europa-League-Play-off einsteigt. Stress am Transfermarkt hat er nicht. "Der Kern der Mannschaft steht. Ich denke, dass die Mannschaft noch sehr viel Entwicklungspotenzial hat." Akteure wie Amadou Dante (20), Niklas Geyrhofer (21), Jusuf Gazibegovic (21) oder Kelvin Yeboah (21) gelten als Aktien mit Wiederverkaufswert. "Geben wir den jungen Spielern noch eine Saison mit acht Spielen in Europa, lassen wir die Normalität nach Corona halbwegs einkehren, dann ist da noch eine richtige Wertsteigerung möglich."

Die Mittelstürmer Bekim Balaj und Kevin Friesenbichler wurden verabschiedet, Stürmer Martin Krienzer kehrt aus Lafnitz retour, mit Austria-Lichtblick Manprit Sarkaria tätigte Schicker bisher einen namhaften Einkauf. "Wir sehen Sarkaria schon auch als breite Sturmspitze." Gleichzeitig lässt er durchblicken, dass der Stürmer-Markt unter Beobachtung steht. "Wir halten die Augen offen. Aber wenn wir etwas machen, dann eher in der zweiten Hälfte der Transferzeit." Ein Mann mit "Knipser"-Profil fehlt noch im Kader, vermeintliche "einfache" Stürmertore verbuchte Sturm auch in der erfolgreichen Spielzeit nur wenige.

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang »

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