Endstand
3:2
0:2 , 3:0
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Blau-Weiß Linz: "Deshalb werden wir in der Liga bleiben"

Das Tabellenschlusslicht dreht einen 0:2-Rückstand noch zu einem Sieg und schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf. Und das auch dank eines "sehr alten" Goldtorschützen.

Blau-Weiß Linz: "Deshalb werden wir in der Liga bleiben" Foto: © GEPA

Totgesagte leben länger, dieses Sprichwort könnte man wohl gut auf die Partie des FC Blau-Weiß Linz gegen die SV Ried legen.

Die Linzer standen schon vor der Partie mit dem Rücken zur Wand, hatten sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Dann das erste Gegentor per Elfmeter nach nicht einmal drei Minuten, worauf man eigentlich eine gute Reaktion zeigte, es folgte aber ein weiteres Gegentor in der Anfangsphase.

Schlechter hätte es wohl kaum kommen können, wie Blau-Weiß-Trainer Michael Köllner bei "Sky" erzählt: "Vor dem Spiel hat auf uns glaube ich eh keiner mehr einen Schilling gesetzt - dann auch nach dem 0:2."

Doch dann kam die spielentscheidende Szene in der 30. Minute mit dem Foul von Nicolas Bajlicz an Alexander Briedl - der Schiedsrichter entschied auf Torraub und zeigte Bajlicz Rot. In der Folge spielten nur noch die Linzer.

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"In Schritten denken"

"Es macht einen Unterschied, ob man gegen zehn oder elf spielt. Es ist trotzdem nicht so, wenn man gegen einen Spieler weniger spielt, dass man so dominiert, dass man so viele Chancen rausspielt. Ich glaube, wir haben es schon gut gemacht", ist Simon Seidl stolz auf sich und seine Teamkollegen.

Entscheidend dabei sei die richtige Einstellung gewesen, um zurückzukommen. Köllner meint, es ging darum, "dass wir nicht daran denken, so schnell wie möglich unbedingt zwingend drei Tore zu machen, sondern mal das erste Tor machen, dann das zweite Tor vornehmen und dann das dritte Tor vornehmen. Ich glaube, da muss man in Schritten denken und den Plan gegen zehn Mann, den wir in der Halbzeit entwickelt haben, möglichst gut umsetzen, und das hat die Mannschaft auch gemacht."

"Wir sind sehr gut über die Flügel gekommen, haben uns viele Chancen herausgespielt und sind in die Box reingekommen, und dann ist es am Ende nur eine Frage der Zeit, wann du die Tore schießt", so Köllner.

"Sehr alter" Ronivaldo zeigt keine Nerven

Zum Matchwinner avancierte letztlich Ronivaldo, der am Dienstag seinen 37. Geburtstag feiert, mit seinem ins Kreuzeck verwandelten Elfmeter in der 83. Minute.

Auch er zeigt sich natürlich über den Erfolg erleichtert: "Wir wissen, dass es in dieser Phase sehr schwierig ist." Deshalb sei der Sieg sehr wichtig gewesen.

Wie es ihm gegangen sei, als er zum Elfmeter antrat? "Ich bin sehr alt und hab viel Erfahrung. Ich wusste, was zu tun war, und dann hatte der Tormann keine Chance." Man habe noch acht Spiele, "ab jetzt ist jedes Spiel ein Finale".

Und Seidl sagt selbstbewusst: "Wir wollen unbedingt in der Liga bleiben und das zeigen wir Woche für Woche. Wir geben jeden Tag im Training 100 Prozent. Es wird komplett Gas gegeben, und deshalb werden wir in der Liga bleiben."

Senft übt auch Selbstkritik

Die SV Ried muss hingegen nach dem Ausscheiden im Cup-Halbfinale gegen den LASK die nächste bittere Pleite verdauen. "Der Bruch im Spiel war natürlich nach der Roten Karte. Bis dahin hat die Mannschaft ein super Spiel gemacht. Das 2:0 war richtig fein rausgespielt", so Trainer Maximilian Senft.

Nach den 120 Minuten am Mittwoch habe man in der Folge in Unterzahl aber nicht mehr mithalten können und verdient verloren. "Ich denke, dass wir das sicherlich auf allen Ebenen besser machen können. Sowohl was die Aktivität im tiefen Verteidigen betrifft, aber ich nehme mich auch mit rein im taktischen Plan."

Keine Sorgen vor Nachwirkungen

Rot-Sünder Bajlicz machte er keine Vorwürfe, er sei ein junger Spieler in seiner ersten Bundesliga-Saison: "Ich denke, so etwas wird ihm nicht noch einmal passieren", ist Senft überzeugt, der sich auch keine großen Sorgen macht, wie seine Mannschaft mit dem Rückschlag umgehen wird:

"Ich glaube, dass wir heute alle richtig leer sind." Aber: "Wenn man in unser Frühjahr reinschaut, da haben wir schon ein Vielfaches an Nackenschlägen erlebt. Die Mannschaft hat es aber jedes Mal geschafft, sich wieder für die nächste Woche gut vorzubereiten und auch wieder zurückzukommen."

Für beide Teams heißt es jetzt mal ein paar Tage abschalten, in zwei Wochen geht es nach der Länderspielpause weiter. Ried trifft dann auf Altach, für Blau-Weiß Linz steht das Duell mit dem GAK am Programm.

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