Endstand
1:1
1:0 , 0:1
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Austrias gefühlte Derby-Niederlage

Die Veilchen können mit dem Punkt im 349. Wiener Derby nicht sonderlich gut leben.

Austrias gefühlte Derby-Niederlage Foto: © GEPA

"Ich empfinde das Spiel am Ende fast als Niederlage", gibt Stephan Helm nach dem 1:1 seiner Austria im 349. Wiener Derby gegen den SK Rapid unumwunden zu.

Die Veilchen sahen lange Zeit wie der sichere Sieger aus, lagen fast 50 Minuten lang in Führung, nachdem Kelvin Boateng in der 34. Minute für die Führung gesorgt hatte.

"Sehr, sehr bitter"

Doch der Ausgleich von Ercan Kara in der 83. Minute machte den Violetten einen Strich durch die Rechnung und sorgte für den ersten Punkteverlust in einem Derby in der laufenden Saison.

"Schlussendlich sehr, sehr bitter" nennt Kapitän Manfred Fischer das Ergebnis.

Eggestein "hat auf jeden Fall gefehlt"

Die Veilchen mussten diesmal ohne Johannes Eggestein, zuletzt das Um und Auf im Offensivspiel, auskommen. Der Deutsche hatte sich am Donnerstag im Training eine leichte Verletzung zugezogen (alle Infos dazu >>>).

Boateng ersetzte ihn an vorderster Front. Doch der Ghanaer ist ein ganz anderer Spielertyp. "Bei ihm wartest du auf die Momente, in denen er in die Tiefe gehen kann", sagt Coach Helm.

Eggestein ist stattdessen oft zwischen den Linien unterwegs, immer anspielbar und sichert Bälle stark. "Er hat auf jeden Fall gefehlt", sagt Fischer.

Saljics Qualitäten an vorderster Front

In der ersten Hälfte fehlte den Veilchen in der Offensive die Durchschlagskraft. Boatengs Tor war gleichzeitig der erste Torschuss nach mehr als einer halben Stunde.

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Hängende Köpfe nach dem Schlusspfiff
Foto: ©GEPA

Nach der Pause klappte es für den FAK wesentlich besser. Chance um Chance wurde erspielt. Vor allem nach der Einwechslung von Sanel Saljic, der nach seiner Verletzung noch nicht fit genug für 90 Minuten ist, wurde die Austria stärker.

Saljic stürmte statt Boateng, die Angriffe wurden unberechenbarer, der Youngster war als Pressingauslöser wesentlich besser geeignet.

"Er hat der Mannschaft etwas geben können, das zu diesem Zeitpunkt wichtig war. Er hat ein sehr gutes Gespür für Anlaufwege und Räume, ist sehr spielintelligent", lobt Helm.

Keine Effizienz und die Strafe

Doch der zweite Treffer wollte einfach nicht gelingen. "Es lag nur daran", ist sich Fischer sicher, dass die mangelnde Effizienz letztlich den Unterschied zwischen drei und einem Punkt ausmachte.

Und dann war da eben noch die 83. Minute. Bolla hebelte mit einem guten weiten Ball die komplette Abwehr aus, Kara vollendete mustergültig per Kopf.

"Wir werden mit einem langen Ball bestraft, das tut richtig weh. Da müssen wir ansetzen: Dass wir nicht mit einem Ball ausgehebelt werden. Hoffentlich lernen wir daraus so schnell wie möglich", ärgert sich Fischer.

"Wenn wir das jede Woche..."

Helm trocken: "Natürlich hätten wir uns da besser verhalten können."

Nichtsdestoweniger ist der Austria-Trainer mit dem Gezeigten letztlich zufrieden: "Wenn wir das jede Woche auf den Platz bringen, spielen wir bis zum Schluss eine relativ gute Rolle."

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