Angstgegner Salzburg - Helm: "Auch eine mentale Geschichte"
Die "Veilchen" sind gegen die Mozartstädter seit 23 Spielen ohne Sieg. Auswärts in Salzburg hält die Negativserie noch länger an.
Laut Statistik könnte es der FC Red Bull Salzburg zum Jahresauftakt der ADMIRAL Bundesliga mit keinem angenehmeren Gegner zu tun bekommen.
Die Bullen empfangen am Freitag (ab 20.30 im LIVE-Ticker >>>) FK Austria Wien, der gegen den Spitzenreiter 23 Ligapartien sieglos ist.
Sollten die Salzburger die Serie fortsetzen, wäre der Ligarekord von Rapid - 24 Matches ohne Niederlage gegen Wacker Innsbruck von 1993 bis 1999 - eingestellt. Ihre jüngsten 18 Heimspiele gegen die Austria brachten 15 Siege und drei Remis.
Schlager will "das zurückholen, was wir die letzten Saisons verpasst haben"
Salzburg-Kapitän Mads Bidstrup will sich von solchen Zahlen aber nicht blenden lassen. "Wir haben zuletzt zwar immer gewonnen, doch es waren immer enge Spiele."
Tormann Alexander Schlager warnte ebenfalls: "Statistik hin oder her, wir müssen immer unsere Basics abrufen." Salzburg führt die Tabelle drei Punkte vor dem LASK an. Sturm Graz, der Champion der vergangenen beiden Jahre, liegt vier Zähler zurück.
"Wir wollen das zurückholen, was wir die letzten zwei Saisonen verpasst haben", erklärte Schlager.
Vorteil durch Cup und Europa League?
Während die Austria ihr erstes Bewerbsmatch in diesem Jahr absolviert, stehen die Salzburger aufgrund ihrer Auftritte in der Europa League (3:1 gegen Basel, 2:3 bei Aston Villa) und im ÖFB-Cup-Viertelfinale (1:0 beim WAC) bereits vor ihrem vierten Spiel.
"Dass wir schon im Wettkampfmodus sind, ist mit Sicherheit gut für uns", meinte Trainer Thomas Letsch. Der Deutsche zeigte sich mit den Leistungen in den Partien nach dem Jahreswechsel zufrieden. "Es waren drei gute Spiele. Jetzt wollen wir mit einem Sieg in die Bundesliga starten."
Konate wieder dabei, Neuzugang vor Debüt
Der im Cup mit einer Hüftprellung ausgetauschte Topstürmer Karim Konate steht wieder voll im Training und zur Verfügung. Auch der erst am Dienstag verpflichtete ungarische Offensivspieler Damir Redzic wird bereits im Kader aufscheinen, verriet Letsch.
"Er ist ein Spieler, der uns jetzt helfen soll. Sein Gesamtpaket ist sehr gut. Er passt mit seiner Geschwindigkeit perfekt zu uns und ist auch torgefährlich."
Eine hohe Meinung hat der 57-Jährige auch vom ebenfalls neuen Deutschen Tim Drexler. "Er hat gezeigt, dass er uns helfen kann."
Generell ist Letsch mit den Transfertätigkeiten seines Vereins in diesem Winter zufrieden. Weitere Neuverpflichtungen sind bis zur Deadline am Freitag um 17.00 Uhr wohl nicht zu erwarten. "Ich glaube nicht, dass noch viel passiert, und das muss es auch nicht", sagte Letsch.
Austria noch auf Stürmersuche
Die Austria sucht aufgrund der Langzeit-Ausfälle von Noah Botic und Manprit Sarkaria noch einen Stürmer. "Wir schauen, was noch geht. Wir sind sehr spät im Transferfenster", sagte Neo-Sportvorstand Tomas Zorn.
"Ich werde lieber nichts tun, als jemand zu holen, von dem ich nicht 100 Prozent überzeugt bin, oder der uns nicht sofort weiterhilft." Ähnlich sah es Trainer Stephan Helm: "Es ist ein Thema. Wir werden aber nichts machen, was keinen Sinn ergibt."
Mit Marijan Österreicher oder dem am Mittwoch mit einem Vertrag ausgestatteten U17-Vizeweltmeister Vasilije Markovic stehen junge Akteure neu im Profikader.
Der 18-jährige Philipp Maybach darf nach einer starken Vorbereitung erneut mit einem Platz in der Startformation spekulieren. "Er ist in der Verlosung", bestätigte Helm, der im Abwehrzentrum den gesperrten Philipp Wiesinger ersetzen muss.
Helm weiß, was zu tun ist
"Wir haben die letzten fünf Wochen sehr gut nutzen können, um uns zu verbessern, um an Details zu arbeiten", erklärte Helm. "Wir werden versuchen, Salzburg die Stärken, die sie haben, etwas wegzunehmen, aber auch in unsere Stärken reinzuspielen. Bei Salzburg ist es nicht der Trick, herauszufinden, was sie machen. Aber das, was sie machen, machen sie in Österreich auf dem höchsten Niveau."
Den langen Negativlauf seines Teams gegen den einstigen Serienchampion wollte Helm nicht überbewerten. In den jüngsten Duellen habe nicht viel gefehlt, Salzburg habe aber immer das Momentum auf seine Seite gezogen.
Seit über elf Jahren kein Sieg bei den "Bullen"
"Wir gehen mit dem Selbstvertrauen in diese Spiele rein, dass wir schon auch wissen, wo wir ansetzen können", betonte Helm. Salzburg würde in den ersten 20 bis 25 Minuten einer Partie immer "extremst" anschieben. "In der Phase müssen wir voll da sein. Wir sind alle scharf auf das Spiel."
Der jüngste Sieg gegen Salzburg gelang der Austria im Ligafinish 2018 (4:0), auswärts gab es seit September 2014 (3:2) keinen Dreier mehr.
"Ich sage es ganz offen: Das war zum Teil sicher eine mentale Geschichte", meinte Helm. "Man muss diesen Bock irgendwann umstoßen, um das zu durchbrechen."