Altach-Coach Canadi stellt Leidenschaft infrage

Altach-Coach Canadi stellt Leidenschaft infrage Foto: © GEPA
 

0:2 gegen den TSV Hartberg, 0:1 beim SK Rapid und nun 0:3 gegen die WSG Tirol - die Offensivschwäche des SCR Altach war auch in der 16. Runde der Admiral Bundesliga nicht von der Hand zu weisen.

Insgesamt halten die Vorarlberger gar erst bei neun Saisontreffern, da kam es im Duell mit der WSG sehr ungelegen, dass mit Adthe Nuhiu der bisher torgefährlichste Stürmer (drei Treffer, Anm.) gelb-gesperrt fehlte. Auch Stürmer-Hoffnung Noah Bischof war nach seiner Roten Karte gegen Rapid Wien nicht zugegen.

Daher überrascht es eigentlich kaum, dass die Mannschaft von Damir Canadi über 90 Spielminuten jegliche offensive Torgefahr vermissen ließ. Ein Umstand, der dem Altach-Trainer sauer aufstößt. "Unsere Leidenschaft hat mir heute gefehlt, das müssen wir klar besprechen", meint Canadi im "Sky"-Interview.

"Das werde ich so nicht stehen lassen"

(Artikel wird unter dem VIDEO fortgesetzt)

"Wir haben uns sehr viel vorgenommen. Es gibt den ein oder anderen Spieler, mit dem wir intern reden werden. Das werde ich so nicht stehen lassen", stellt der Wiener seine Akteure an den Pranger. Beim 51-Jährigen kommen allerdings auch Selbstzweifel auf:

"Das finde ich auch nicht in Ordnung, die Verantwortung trage ich natürlich und die übernehme ich auch. Ich mache mir natürlich meine Gedanken." Fakt ist nämlich, dass die Ländle-Kicker gegen die WSG zum achten Mal in dieser Saison ohne Tor blieben, zudem konnten sie in den letzten elf Spielen nur einen Sieg feiern. Zuhause warten die Altacher gar seit dem 2:1 am 15. August gegen Rapid Wien auf einen Erfolg.

Der gelb-gesperrte Nuhiu ließ noch vor dem Spiel bei "Sky" "keine Zweifel an der Offensivqualität" aufkommen. "Fakt ist, dass wir es nicht geschafft haben viele Tore zu machen. Daran gilt es zu arbeiten und wir versuchen es in den nächsten Spielen besser machen. Stand jetzt ist es nicht gut genug."

Auch der Stürmer spart nicht mit Selbstkritik: "Es liegt nicht an der defensiven Spielweise. Schwächen in der offensiven Abteilung kann man vielleicht so stehen lassen. Ich bin Stürmer und will Tore schießen. Da kann man das vielleicht auch mir ankreiden. Dafür stehe ich auch hier und kann das akzeptieren."

Nichtsdestotrotz müsse die Mannschaft "viel aktiver und zielstrebiger die Chancen ausnutzen. Wir haben die schwächste Torausbeute in der Liga und das müssen wir akzeptieren. Das hindert uns nicht daran, Woche für Woche daran zu arbeiten und das versuchen wir wieder umzudrehen", sagt Nuhiu weiter.

Freude bei der WSG, aber: "Wir sollten eher nach unten schauen"

Der Turnaround gelang dagegen der WSG Tirol. Die Wattener haderten ebenso lange mit der eigenen Offensive, das 5:1 am vergangenen Wochenende gegen den WAC war schließlich der dringend benötigte Brustlöser. Mit dem nötigen offensiven Selbstvertrauen reisten die Tiroler ins Ländle und legten gleich drei Treffer auf ihr Konto nach.

Maßgeblich dafür verantwortlich war Juventus-Leihgabe Giacomo Vrioni, der vier seiner neun Saisontreffer in den letzten zwei Begegnungen erzielte. Sein Sturmpartner Thomas Sabitzer meint nach dem Erfolg: "Wir haben eine grundsolide Partie abgeliefert. Es ist nicht einfach, in Altach zu gewinnen. Wir haben es heute sehr eindrucksvoll bewiesen. Es war bis auf zehn Minuten eine sehr starke Leistung von uns."

Dem schließt sich Teamkollege und 2:0-Torschütze Valentino Müller an: "Wir haben die Leistung von der Vorwoche bestätigt. In der ersten Hälfte waren wir glücklich, dass wir kein Gegentor bekommen haben. In der zweiten Hälfte haben wir das souverän fertig gespielt und schlussendlich war es ein verdienter Sieg."

Torhüter Ferdinand Oswald mahnt jedoch vor verfrühter Euphorie: "Die Liga ist so ausgeglichen. Ich glaube, dass wir als kleiner Verein eher nach unten schauen sollten. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen. In der Liga kann es so schnell gehen. Jetzt haben wir zwei Mal gewonnen und sind schon wieder Top-Sechs Kandidat. Das wäre vermessen zu sagen. Hinter uns sind noch gute Mannschaften."

Corona-positivem Silberberger geht es nach Sieg "ausgezeichnet"

Das weiß auch Trainer Thomas Silberberger, der den zweiten Sieg en suite nur von zuhause aus beobachten konnte. Der Tiroler fiel am vergangenen Montag aus allen Wolken, als er einen positiven Corona-Test ablegte.

"Ich bin symptomfrei und habe gehofft, mich am Freitag freitesten zu können, jedoch war der CT-Wert zu niedrig, deshalb habe ich zuhause bleiben müssen", erklärt er. Ihm gehe es aber nach so einem sovueränen Gesamtauftritt seiner WSG "ausgezeichnet. Die Burschen haben das überragend gelöst", freut sich Silberberger. Trotzdem bevorzugt er es, selbst an der Seitenlinie zu stehen.

"Es ist eine Spur weit angenehmer an der Outlinie zu coachen. Wir (Co-Trainer Martin Svejnoha und Silberberger, Anm.) haben heute eine sehr gute Verbindung gehabt und insgesamt 20-mal telefoniert in den 90 Minuten."

Am kommenden Samstag gegen Austria Klagenfurt (17:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>) wird Silberberger wohl wieder dabei sein können. Dort kommt es auch zum Duell jener Teams, die Liga-Krösus Red Bull Salzburg die letzten zwei Liga-Niederlagen zufügen konnte. Beim Tiroler baut sich schon Vorfreude auf.

"Das wird eine richtig coole Partie. Es treffen die letzten zwei Mannschaften aufeinander, die in der Liga Red Bull Salzburg geschlagen haben. Wir waren es in der Meistergruppe, heuer war es Klagenfurt das erste Mal. Ich freue mich riesig für den Peter (Pacult, Anm.), dass er das heute geschafft hat", gibt es von Silberberger auch Glückwünsche nach Klagenfurt.

"Nächsten Samstag werde ich ihn schlagen müssen, dann sind wir in der Tabelle mit Klagenfurt wieder auf Augenhöhe. Das war unser Ziel, dass wir die noch vor der Winterpause einholen."


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