Auch Kühbauer analysiert zwiegespalten. "Erste Halbzeit hätten wir gute Möglichkeiten haben können, wenn wir die Bälle besser spielen. Da waren wir nicht so im Spiel. Sturm war optisch überlegen, aber ohne große Chancen. In der zweiten Halbzeit waren wir aktiver."
Laut Zulj habe der LASK 90 Minuten gut verteidigt und wenig zugelassen. Den Unterschied machte jedoch das Siegtor von Keito Nakamura, der die Linzer mit seinem dritten Saisontor jubeln ließ.
Nakamura? "Ein außergewöhnlicher Fußballer"
Der Japaner ist beim LASK lange Zeit unter dem Radar gelaufen, kommt aber immer besser zur Geltung und konnte einmal mehr in dieser Saison aufzeigen. "Ich bin sehr glücklich, vor den LASK-Fans zu treffen. Es war ein großartiges Tor, ich bin glücklich", traute sich der Goldtorschütze nach dem Spiel vor das Mikrofon. Seine Kollegen schwärmen vom 22-Jährigen.
"Dass es ein 'Amazing Goal' war, kann ich nur bestätigen. Er hat sich gut rausgedreht. Man weiß, dass Keito gut drauf ist gerade, ein guter Kicker ist und hoffentlich so weitermacht", lobte Assistgeber Zulj und beschrieb den Schlenzer nach der Finte als "überragendes Tor".
Auch Trainer Kühbauer musste zugeben: "Zu einem guten Zeitpunkt ist dann das Tor gekommen. Keito ist wirklich ein außergewöhnlicher Fußballer. Dass er dann das Tor macht, da können wir öfter darüber reden."
Warum der Offensivspieler unter ihm so aufblüht? "Ich glaube, dass die japanische Kultur eine andere ist. Bei Rapid habe ich einen anderen Spieler gehabt, der leider nicht so eingeschlagen hat. Bei Keito gelingt es mir besser und er ist in der Mannschaft sehr gut integriert, was Koya (Anm.: Kitagawa, bei Rapid) auch gewesen ist. Aber er ist ein außergewöhnlicher Fußballspieler, Techniker und mit einer wirklich guten Schusstechnik gesegnet."
"Jeder stellt sein Ego hinten an"
Das Ziel Tabellenführung wurde erreicht, trotzdem ist es für Kühbauer nicht mehr als eine "Momentaufnahme". Trotzdem betont er, dass die Situation nach Siegen gegen starke Gegner schon viel wert ist. Sidefact: Bisher spielte der LASK gegen fünf Gegner, die letztes Jahr allesamt in der Meistergruppe vertreten waren.
"Das ist eine super Geschichte! Dass es so rennt, ist umso schöner", genießt Kühbauer den Moment. Auch Zulj versucht das Erfolgsrezept auf den Punkt zu bringen.
"Jeder stellt sein Ego hinten an, jeder ist bereit, für die Mannschaft zu arbeiten, auch wenn es mal nicht so funktioniert nach vorne hin. Keiner senkt den Kopf hinunter, sondern macht immer weiter. Das ist eine Stärke der Mannschaft und das wollen wir in dieser Saison weiter so machen."
Weiter Gas geben und die Tugenden auf den Platz bringen - wenn es immer so einfach wäre. Doch mit den Erfolgen spielt es sich leichter. Der LASK will diese Erfolgsserie so lange wie möglich auskosten.