Ganz anders am Sonntag in Wals-Siezenheim. Rapid versteckte sich von Anfang an nicht, ließ Salzburg dennoch kaum zur Entfaltung kommen und nützte eine starke Phase in Halbzeit zwei zum Sieg.
Nachdem zuvor noch mehrere Chancen liegengelassen wurden, zog Petter Nossa Dahl gegen Joane Gadou geschickt einen Platzverweis für den Salzburger sowie einen Freistoß für seine Mannschaft, den Seidl abgefälscht verwandelte.
Hedl über Krätzig-Chance: "Vor zwei Monaten wäre der drinnen gewesen"
Die "Bullen" blieben in Unterzahl so unkreativ und harmlos wie davor, fanden in Form von Frans Krätzig in letzter Minute aber doch noch eine Riesenchance auf den Ausgleich vor. Der Deutsche ballerte die Kugel aus spitzem Winkel allerdings auf die Tribüne.
"Vor zwei Monaten wäre ich mir zu 100 Prozent sicher gewesen, dass er drinnen ist. Heute haben auch wir mal Glück gehabt", glaubt Goalie Hedl an das Glück des Tüchtigen.
Die deutliche Leistungssteigerung binnen so kurzer Zeit sei auch damit zu erklären, dass Rapid in der Vorwoche noch um das Erreichen der Meistergruppe spielte und die grün-weißen Nerven dementsprechend flatterten, so der SCR-Tormann.
"Letzte Woche ist extrem viel Druck von jedem Einzelnen abgefallen. Deshalb haben wir heute befreit aufspielen können. Dann sieht man, was möglich ist, und wie wir Fußball spielen können."
Deshalb wich Hoff Thorup von seinem Lieblingssystem ab
"Insgesamt war es eine bessere Performance als letzte Woche", sah auch Johannes Hoff Thorup seine Mannschaft diesmal merklich verbessert.
Der SCR-Coach ließ Rapid zwar erneut wieder mit einer Fünferkette im Defensivspiel auflaufen, die sich in Ballbesitz aber in eine Viererkette verwandelte.
"Wir wollten die gute defensive Struktur aus dem letzten Spiel mitnehmen, aber wir wollten diesmal mehr kreative Momente kreieren, deswegen haben wir uns mit dem Ball für eine andere Struktur entschieden", führt der Däne aus.
Bei seiner Vorstellungs-Pressekonferenz erklärte er noch, Rapid mit einer Viererkette spielen lassen zu wollen. Dies sei aufgrund der vielen verletzungsbedingten Ausfälle im Mittelfeld zurzeit aber schlicht nicht möglich. "Ich habe ein Lieblingssystem, aber am Ende geht es darum, wer verfügbar ist."
Höhere Trainingsintensität, konkrete Ansprachen
Zum Beginn seiner Amtszeit hat der 37-Jährige einen Verein vorgefunden, "um den es so viel Negativität gegeben hat. Die erste Aufgabe war, das zu ändern."
Wie das angegangen wurde? "Unser Fitness-Level, unser physischer Output musste besser werden. Wir haben gestartet, die Spieler zu pushen, haben die Trainings-Intensität erhöht und höhere Erwartungen an die Spieler gestellt."
Letzteres sei vor allem über konkrete Ansprachen passiert: "Ich erkläre den Spielern jeden Tag, dass für uns nichts selbstverständlich ist. Dass wir immer alles, was wir tun, mit 100 Prozent machen. Das ist das Einzige, was ich von ihnen erwarte."
Mission 33? Hoff Thorup hat eine klare Vision
"Meine Vision ist, dass dieser Klub um die Meisterschaft mitspielen muss - ob das diese oder nächste Saison passiert, werden wir sehen."
Eine solche Entwicklung sei nur "Schritt für Schritt" zu schaffen und war lange nicht erkennbar. "Wir sind nicht gut in Ried gestartet (0:3-Cup-Aus bei Hoff Thorups Debüt, Anm.), aber vergleicht dieses Spiel mit heute! Da gibt es einen Unterschied", betont Hoff Thorup.
So ergibt sich die kuriose Konstellation, dass Rapid nun tatsächlich mitten im Titelrennen der ADMIRAL Bundesliga steckt. Ein Schlagwort, das kein grün-weißer Akteur am Sonntag gerne hört.
"Eigentlich wollte ich das Thema vermeiden", erklärt Hoff Thorup zunächst. Nur um dann doch recht deutlich zu werden: "Meine Vision ist, dass dieser Klub um die Meisterschaft mitspielen muss - ob das diese oder nächste Saison passiert, werden wir sehen."