Warum Munas Dabbur endlich angekommen ist

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Munas Dabbur hat seine Kritiker langsam aber sicher zum Schweigen gebracht.

Nachdem es auch zu Beginn seiner zweiten Saison bei Red Bull Salzburg nicht wirklich mit dem Toreschießen klappen wollte, läuft es für den Israeli in jüngerer Vergangenheit blendend.

In den vergangenen fünf Spielen steuerte der RBS-Rekord-Zugang (kam 2016 für kolportierte 6 Mio. Euro von Grasshoppers Zürich) nicht weniger als acht Scorer-Punkte zum Erfolgslauf der Salzburger bei. Just seit dem CL-Aus in Rijeka läuft es für den 25-Jährigen.

"Ich habe nun das Selbstvertrauen, das ich brauche", erklärt Dabbur vor dem Spitzenspiel am Sonntag bei Tabellenführer Sturm Graz (16:30 Uhr).

11 Einsätze, 11 Scorerpunkte

Insgesamt hält Dabbur nach elf Einsätzen nun bei elf Scorerpunkten und somit aktuell bei einer Statistik, die früher Jonatan Soriano zu Buche stehen hatte.

Als sein Nachfolger wurde der Angreifer auch in Stellung gebracht, vermochte aber in seiner ersten Saison nicht zu überzeugen, zudem setzte Ex-Trainer Oscar auch nicht immer auf Dabbur oder brachte ihn auf ungewohnten Positionen.

Bereits im Juli erklärte Dabbur gegenüber LAOLA1: "Ich fühle mich mit dem neuen Trainer wohler." (Hier nachlesen!)

Das Leihgeschäft mit Grasshoppers im Frühjahr (7 Tore in 13 Spielen) zahlte sich für alle Seiten aus, Dabbur kam mit neuem Selbstbewusstsein zurück - und Neo-Trainer Marco Rose setzte auf ihn.

Pausenlos.

Roses ständige Vertrauen machte sich bezahlt

Auch nachdem er eine absolute Großchance im Heimspiel gegen Rijeka vergab, das Publikum schon verstimmt war, wechselte er den Israeli nicht aus. Dabbur spielte bis auf das Cup-Match in Deutschlandsberg jede Partie. Als die Kritik lauter und lauter wurde, stärkte Rose den Rücken des Spielers, in der Hoffnung (oder im Wissen), dass der Knoten irgendwann platzen würde.

"Er hat die Möglichkeit bekommen, viel zu spielen. Aber Munas hat die Chancen auch genützt. Er hat viel für sich getan", lobt Rose seinen Stürmer, der am Donnerstag nach Doppelpass mit Senkrechtstarter Hannes Wolf die perfekte Kombination zum 1:0 abschloss.

"Wir haben uns das Tor heute zum Frühstück 17 Mal angesehen und uns wie kleine Kinder gefreut", lächelt Rose. "Die Spieler haben Spaß daran, zum Tor zu arbeiten. Das kommt dann heraus, wenn gute Fußballer Lust auf Fußball haben." Zusatz mit einem Grinsen: "War schon schön."

Seit dem CL-Aus in Rijeka gewann Salzburg alle fünf Spiele und schoss 18 Tore. Dabbur lobt die Chemie innerhalb Mannschaft: "Wir fühlen uns auf und abseits des Feldes gut, wir mögen es zu spielen, wie man gestern gesehen hat und helfen uns gegenseitig."

Seine früheren "Schwierigkeiten" sind ad acta gelegt. "Unser System ist gut, ich fühle mich jetzt komfortabler, da will ich weitermachen."

Vor Schlager: Das fordert Rose von Spielern

Salzburg ist am Sonntag zu Gast bei Tabellenführer Sturm Graz. Mehr Schlager geht nicht, wenn der Erste auf den Zweiten trifft und beide Teams noch ungeschlagen sind.

Rose fordert vor allem eines von seinen Spielern: "Klar im Kopf zu bleiben und unsere gute Situation nützen. Demut ist wichtig, das ist jetzt ein guter Moment, das zu erkennen. Es wird eine spannende Aufgabe, aber wir können mit breiter Brust nach Graz fahren."

Den Tabellenführer sieht der Deutsche ebenso als Titelkonkurrenten wie weiterhin die Wiener Mannschaften. Auch Altach gefällt ihm, er lobt die Spielweise: "Sie sind unverdient in der Europa League ausgeschieden, konzentrieren sich dafür nun voll auf die Bundesliga". Zudem gäbe es immer wieder Überraschungen.

Dass Sturm auf Rang 1 ist, überrascht den 40-Jährigen nicht. "Sie sind gut in die Saison gestartet, haben die Ergebnisse eingefahren, sind seither defensiv stabil und haben sehr gute Fußballer. Sie sind zurecht dort."

Am Sonntag könnte Salzburg mit einem Auswärtssieg erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernehmen. Paulo Miranda und Hee-Chan Hwang sind weiterhin fraglich. Der überzeugende Youngster der vergangenen Wochen, Hannes Wolf, der auch von Legende Gheorghe Hagi gelobt wird, wird in seiner Heimatstadt wie Munas Dabbur in der Startelf stehen.

SK Sturm Graz - Red Bull Salzburg

Graz, Merkur Arena, 16.30 Uhr, SR Schörgenhofer
Saisonergebnisse 2016/17: 3:1 (h), 1:0 (a), 0:1 (h), 0:1 (a)

Sturm: Siebenhandl - Koch, Maresic, Lykogiannis - Hierländer, Lovric, P. Zulj, Potzmann - Huspek, Alar, Röcher

Ersatz: Gratzei - Puchegger, Schoissengeyr/Spendlhofer, Jeggo, Luan, Schubert, Zulechner

Es fehlen: Filip (Knöchel), Schmerböck (Gesäßmuskel), Eze (keine Arbeitsgenehmigung)

Fraglich: Schulz (Rückenprobleme)

Salzburg: Walke - Lainer, Pongracic, Caleta-Car, Ulmer - Samassekou - Yabo, Wolf, V. Berisha - Gulbrandsen, Dabbur

Ersatz: Stankovic - Farkas, Igor, Rzatkowski, Haidara, X. Schlager, Ch. Leitgeb

Es fehlen: Atanga (Mittelfußbruch), Minamino (Innenband-Teilriss), Stangl (Muskelverletzung), Tetteh (Knieverletzung)

Fraglich: Miranda (Oberschenkel und Knieprobleme), Hwang (Knieprobleme)

Textquelle: © LAOLA1.at

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