Oscar-Abgang erleichterte Dabbur

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Klassenerhalts-Party statt Meisterfeier.

Munas Dabbur kämpfte im Frühjahr nicht mit Red Bull Salzburg um den Titel in Österreich, sondern mit Grasshoppers Zürich gegen den Abstieg in der Schweiz.

"Es war wichtig, dass ich ein halbes Jahr in Zürich verbringe. Ich musste etwas für mich tun, um wieder Selbstvertrauen zu erlangen, um Fußball wieder genießen zu können", schildert der im Frühjahr verliehene Israeli im Gespräch mit LAOLA1.

Dass der 25-Jährige sein erstes halbes Jahr in Salzburg nicht genießen konnte, lag auch am ehemaligen Salzburger Trainer.

Das ungewohnte Spiel

Im Sommer 2016 kam der Stürmer als amtierender Schweizer Torschützenkönig von den Grasshoppers für kolportierte sechs Millionen Euro nach Salzburg.

Die Erwartungshaltung war groß, zumal Dabbur auch als Nachfolger von Jonatan Soriano geholt wurde. Dieser wurde er nicht gerecht.

„Ich habe viele Spiele als Außenstürmer gespielt, das war ich nicht gewohnt. Ich habe zu Beginn nicht getroffen, auch das war für mich ungewohnt. Ich hatte nicht das Selbstvertrauen", blickt der Angreifer mit einem Jahr Abstand auf diese Zeit zurück.

Dass er nicht mit Soriano harmonieren würde, sei nicht der Grund gewesen.

"Das denke ich nicht. Denn wir haben auch in der Vorbereitung zusammengespielt und zumindest für mich waren das gute Spiele. Er ist ein großartiger Spieler, er war hier in Salzburg ein Superstar."

Offenkundig harmonierten Spieler und Trainer nicht sonderlich miteinander.

Denn Trainer Oscar, mit dem Dabbur in Israel mit Maccabi Tel Aviv 2013 Meister wurde, setzte ihn zunächst im 4-3-3 und dann in der Champions-League-Quali gar nicht mehr ein.

Das Playoff-Drama gegen Dinamo Zagreb musste der Neuzugang von der Bank aus wahrnehmen.

"Fühle mich mit dem Trainer wohler"

Dabbur sagt über den Trainer-Wechsel im Sommer: "Ich fühle mich mit dem neuen Trainer wohler. Ich habe ein besseres Gefühl, das muss ich nicht verstecken. Ich fühle mich besser in den Spielen und ich muss nun zeigen, was ich kann.“

Doch auch die Zeit in Zürich half dem schüchternen Spieler, der in der Schweiz zum Kapitän gemacht wurde und voranging - auch betreffend den Kämpfer-Qualitäten. Nach 13 Partien standen sechs Gelbe Karten und ein Ausschluss zu Buche.

"Ich war Kapitän und habe auch deswegen so viele Gelbe Karten kassiert, weil ich vorangehen musste, auch für die neuen und jüngeren Spieler. Manchmal halfen diese Karten dem Team, und das war das Wichtigste.“

Munas Dabbur als Grasshopper
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Viel wichtiger waren aber seine sieben Tore. Zwei Mal avancierte Dabbur zum Matchwinner, jene Rolle, die er auch in Salzburg einnehmen soll.

"Es war eine gute Zeit, obwohl wir in diesem Jahr einen verrückten Druck hatten. Mit einem großen Klub in Abstiegsgefahr zu geraten ist nicht normal", erinnert die Situation an jene von Rapid in Österreich. Auch in der Schweiz hatte der Rekordmeister gegen den Abstieg zu kämpfen.

In Zürich lief es, in Salzburg nicht. Gab es je den Wunsch, trotz RBS-Vertrags bis 2021 in der Schweiz zu bleiben?

„Ich wusste, dass ich dort stets 90 Minuten spielen würde und danach habe ich gesucht. Es ist alles gut gelaufen. Aber es war mir immer klar, dass ich zurückkommen werde. Jetzt ist die Zeit gekommen, das hier zu zeigen. Das ist mein Ziel.“

Rose nimmt es mit Humor

Der Auftakt in diese Saison war vielversprechender als vor einem Jahr - auch wenn er wieder noch nicht getroffen hat. Doch nach drei Einsätzen stehen drei Assists zu Buche.

UND: Gegen die Hibernians wurde sein Tor zu Unrecht wegen Abseits aberkannt, gegen den WAC sein Schuss auf der Linie geklärt.

„Das Tor wird kommen. Ich muss einfach weiter arbeiten und ansonsten dem Team so gut es geht helfen. Ich hatte schon einige Assists. Dass das Tor gegen die Hibernians nicht gegeben wurde, ist schade, da habe ich aber nicht lange darüber nachgedacht."

Auch sein Trainer Marco Rose ist sich sicher. "Klar wartet man auf den ersten Treffer, aber den macht er auch. Er hat ja eigentlich schon zwei Tore und ich nehme es total mit Humor, musste bei diesen Aktionen schon schmunzeln. Er arbeitet super, ist für das Team da, ein positiver Typ mit fußballerischer Klasse, die aufblitzt. Irgendwann wird das Ding reingehen."

Ein guter Zeitpunkt dafür wäre das CL-Quali-Spiel gegen HNK Rijeka am Mittwoch (18:45 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker).



Textquelle: © LAOLA1.at

RB Salzburg ärgert sich über die UEFA

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