Rapid-LASK: Absage wäre Wahnsinn gewesen

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Das Champions-League-Playoff-Hinspiel zwischen dem LASK und Club Brügge hat für viel Gesprächsstoff gesorgt.

Und Fußball-Österreich diskutiert!

Zum einen über den "Skandal-Elfer", der schlussendlich die knappe 0:1-Niederlage der Linzer besiegelte (Alle Infos).

Zum anderen über die Kritik des LASK an der Bundesliga wegen fehlender Flexibilität in Hinsicht auf den Spielplan.

Denn während die Belgier kurzfristig ein spielfreies Wochenende genießen, müssen die Oberösterreicher am Samstag in der Meisterschaft in Wien-Hütteldorf antreten.

Rapid hat den Antrag des Vizemeisters auf eine Verschiebung der Partie abgelehnt – aus völlig plausiblen Gründen (Alle Infos).

Ansichtssache

Populistisch betrachtet, könnte man meinen, das sei ein Fehler. Schließlich besteht heuer die große Chance, nicht nur mit einem, sondern mit zwei Klubs in der Königsklasse vertreten zu sein.

Doch bei allem Patriotismus darf nicht außer Acht gelassen werden, welche weiteren Auswirkungen eine Vertagung der Begegnung Rapid-LASK mit sich bringen würde.

Hier wäre ein Präzedenzfall geschaffen worden. Nachahmungen wären in Zukunft wohl vorprogrammiert gewesen - und das Termin-Chaos perfekt.

Der Herbst lässt durch Meisterschaft, ÖFB-Cup, Europacup und die geschützten Termine des ÖFB-Nationalteams ohnehin wenig Spielraum zu.

Der früheste Nachtragstermin wäre Anfang Dezember – die Belgier tragen ihre Spiele sogar erst im Jänner nach.

Die Verschleierung wäre in der Tabelle also Monate spürbar.

Der Sündenbock

Selbst als Salzburg in der Saison 2017/2018 im Halbfinale der Europa League stand, gab es keine Diskussionen wegen einer Spielverlegung in der Meisterschaft.

Der Ärger von Peter Michorl ist dennoch nachvollziehbar. Brügge hat im Rückspiel definitiv einen Vorteil – und das nicht nur wegen des 1:0-Polsters.

Doch dafür darf nicht der Bundesliga oder gar Rapid die Schuld gegeben werden, sondern dem belgischen Verband, der seinen Europacup-Vertretern eben eine Pause gönnt.

Dieses Vorgehen ist zu verurteilen und sollte von der UEFA grundsätzlich geregelt werden. Ein Ansatz: Spieltermine müssen – außer aufgrund höherer Gewalt – eingehalten werden.

Auch die Österreichische Bundesliga appelliert in ihrer Aussendung in diese Richtung: "Diese Vorgangsweise (Spielverschiebung durch den belgischen Verband, Anm. d. Red.) ist aus Sicht der Österreichischen Fußball-Bundesliga bedenklich. Sie widerspricht dem Fairnessgedanken und der Wettbewerbsgleichheit, für die sich die europäischen Ligen in den vergangenen Monaten verstärkt auch öffentlich ausgesprochen haben. In diesem Zusammenhang hat auch der belgische Ligaverband noch vor wenigen Tagen öffentlich die Wichtigkeit von Wochenendspielterminen für die nationalen Meisterschaften betont und sich gegen eine Konkurrenzierung durch internationale Spiele ausgesprochen. Nun wurde zugunsten der Vorbereitung auf UEFA-Bewerbsspiele auf einen Wochenend-Termin verzichtet. Nicht zuletzt wird durch diese kurzfristigen Spielverschiebungen auch die Wettbewerbsgleichheit in der nationalen Liga beeinflusst."

LASK sorgt selbst für Aufregung

So bedauerlich das Ganze für die Linzer ist, sind sie nicht unbeteiligt an der Aufregung: Die Bundesliga- und CL-Playoff-Termine stehen seit Wochen fest. Jetzt plötzlich zu erwarten, dass innerhalb von drei Tagen ein Bundesliga-Schlager wie Rapid gegen LASK kurzfristig verschoben werden kann, ist schon viel verlangt.

Denn bis Mittwochfrüh gab es keinen Antrag auf Verschiebung. Hätte man sich früher darum bemüht, wäre das vielleicht möglich gewesen.

Rapid schreibt in seinem Statement: "Gerne unterstützen wir die Überlegung, ab der kommenden Saison eine neue Regelung für die betreffende Bundesliga-Runde vor den entscheidenden Play-Off-Rückspielen zu finden! Hier regen wir an, dass die Arbeitsgruppe Spielbetrieb der Bundesliga Vorschläge ausarbeitet und der Klubkonferenz zur Entscheidung präsentiert."

Und damit ist für den nächsten Gesprächsstoff gesorgt.

Textquelle: © LAOLA1.at

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