Haland: Juve? ManUtd? Lieber Red Bull Salzburg

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Beim FC Red Bull Salzburg blieb in der Offensive kein Stein auf den anderen.

Mit Munas Dabbur, Fredrik Gulbrandsen und Hannes Wolf verabschiedete sich das Stamm-Offensiv-Trio der letzten Saison aus der Mozartstadt.

Wirklich nervös wirkt man deswegen bei den "Bullen" allerdings nicht. Denn wieder einmal haben es die Verantwortlichen geschafft, bereits frühzeitig Ersatz zu verpflichten und langsam heranzuzüchten.

So wartet Fußball-Österreich gespannt, was die "nächste Generation" der Salzburg-Stürmer bringt. Auf einen sind dabei besonders die Augen gerichtet: Erling Braut Haland.

Gerade einmal 18 Jahre jung ist der Norweger, dennoch hat sich der Meister seine Dienste im vergangenen Winter rund fünf Millionen Euro kosten lassen. Er gilt europaweit als eines der größten Stürmer-Talente.

Das hat er auch bei der U20-WM im Sommer bewiesen, als er im Spiel gegen Honduras gleich neun Mal netzte. "Es war ein großer Erfolg für mich mit den neun Toren. Selbstbewusstsein ist ein wichtiger Faktor für einen Fußballer, und das war etwas ganz Besonderes", lässt Haland die Sternstunde im exklusiven Gespräch mit LAOLA1 Revue passieren.

"Schwer, zu Salzburg Nein zu sagen"

Schon vor der U20-WM hatten sämtliche Top-Klubs den Stürmer am Zettel, so soll ihm auch Juventus Turin oder Manchester United ein Angebot gemacht haben. Schwer ist es ihm aber nicht gefallen, diesen Teams abzusagen.

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"Es wäre auch schwer gewesen, zu Red Bull Salzburg Nein zu sagen", so der Youngster. Die Argumente für Salzburg sind klar: "Ich habe gesehen, welche Spieler hier schon herausgekommen sind - Sadio Mane, Naby Keita, Valon Berisha... Du kannst ganz viele solche Spieler aufzählen. Das sind jetzt Weltklasse-Spieler und sie alle haben ihren Weg über den FC Red Bull Salzburg gemacht. Und es werden noch weitere nachfolgen, da bin ich mir sicher."

"Ich bin noch nicht der beste Fußballer der Welt, man muss Schritt für Schritt gehen", waren die "Bullen" der logische nächste Schritt auf der Karriere-Leiter.

Der Hoffnungsträger Norwegens

Ob in seiner norwegischen Heimat der Wechsel "nur" in die Österreichische Bundesliga kritisch beäugt wurde? "Das weiß ich nicht, da hast du die falsche Person gefragt. Ich mache mir nichts daraus, weil ich weiß, dass Red Bull Salzburg die richtige Station für mich ist. Ich verschwende also wenig Energie daran, über so etwas nachzudenken", so Haland.

Generell ist ihm die Meinung anderer nicht besonders wichtig, im Gegensatz zu vielen anderen Profi-Fußballern verbringt der 18-Jährige nicht viel Zeit auf den sozialen Netzwerken: "Ich fokussiere mich voll auf das wirkliche Leben und meine Ziele."

Dennoch gilt er als der große Hoffnungsträger Norwegens im Fußball. "Wenn du als junger Spieler den Durchbruch in der norwegischen Liga schaffst, gibt es immer hohe Erwartungen. Wenn du als junger Spieler nach der ersten Saison bei Molde FK, dem vielleicht besten Klub des Landes, ins Ausland wechselst, dann gehen damit immer Erwartungen einher. Das gefällt mir. Ich mag den Druck", stört das den 1,91 Meter großen Stürmer nicht.

Geerbtes Talent

Der Name Haland war in Norwegen aber schon vor Erling Braut ein berühmter. Schließlich war auch schon Vater Alf-Inge Haland ein erfolgreicher Fußballer, kickte unter anderem bei Leeds United und Manchester City.

Jeder hat den Traum, in einer der besten Ligen der Welt und vielleicht für eines der besten Teams der Welt zu spielen. Außerdem gibt es viele gute Ligen, es muss nicht die Premier League sein.

Erling Haland

"Er hat mir in meiner Karriere sehr viel geholfen und tut es  immer noch. Ich rede oft mit ihm", freut sich Haland junior über die Unterstützung des Vaters. Nach Österreich ist der 18-Jährige aber ganz allein gezogen: "Natürlich ist es eine Herausforderung. Aber du musst Herausforderungen annehmen. Mir gefällt es allein zu leben. Ich genieße das."

Ob die Premier League auch für ihn ein Ziel ist? "Momentan denke ich nur an Red Bull Salzburg. Aber jeder hat den Traum, in einer der besten Ligen der Welt zu spielen und vielleicht für eines der besten Teams der Welt zu spielen. Außerdem gibt es viele gute Ligen, es muss nicht die Premier League sein."

Das plant Haland für die kommende Saison

Viele sehen im Norweger den logischen Nachfolger von Munas Dabbur. Auf die Frage nach seinen persönlichen Zielen antwortet Haland jedoch zurückhaltend: "Ich habe in der letzten Saison viel von den Spielern gelernt, die nun den Verein verlassen haben – Hannes Wolf, Munas Dabbur, Fredrik Gulbrandsen. Es ist schade, dass sie gegangen sind, aber so ist der Fußball. Es ebnet den Weg für mich und ich muss jetzt im Training den Trainer beeindrucken. Ich weiß, dass meine Zeit kommen wird, daher stresst mich das nicht."

Einen Anspruch auf einen Stammplatz stellt der 18-Jährige nicht: "Natürlich möchte ich Stammspieler sein. Aber ich bin nicht der Trainer, ich entscheide das nicht. Aber wenn ich gut genug bin, dann werde ich spielen."

In seinem ersten Halbjahr bei Red Bull Salzburg reichte es nur zu zwei Bundesliga-Einsätzen, doch gleich bei der Startelf-Premiere konnte er über einen Treffer jubeln. Ob er sich erhofft hat, mehr zu spielen? "Man muss sich nur den Kader anschauen, Dabbur, Gulbrandsen und auch Smail Prevljak und Patson Daka sind sehr gute Spieler. Ich habe mir nichts erwartet, habe ein paar Spiele bekommen und damit war ich zufrieden", so Haland bescheiden.

Dass nach den vielen Abgängen ein Leistungsabfall zu befürchten ist, glaubt der Norweger nicht: "Natürlich waren das sehr gute Spieler. Aber wir haben immer noch Leader im Team und die neuen Spieler machen auch einen guten Eindruck. Wir haben immer noch viele gute Spieler und Anführer, daher habe ich keine Angst."

Bayern München als Traumlos

Bekanntlich muss sich Haland nun auch bei einem neuen Trainer beweisen, Jesse Marsch folgte auf Erfolgs-Coach Marco Rose. "Mir gefällt es, wie wir trainieren, und wie der Trainerstab mit mir umgeht", ist der Teenager nach den ersten Wochen voll des Lobes.

Es wird auch eine Top-Vorbereitung brauchen, immerhin wartet in dieser Saison das Highlight Champions League auf die "Bullen".

Die Vorfreude, erstmals die CL-Hymne als Spieler zu hören, ist bei Haland naturgemäß riesig: "Ich kann mir das noch nicht vorstellen. Ich werde wahrscheinlich fast weinen müssen."

Beim Wunschlos hat der Stürmer einen Verein im Auge: "Jedes Team in der Champions League ist ein Traumgegner. Aber Bayern München wäre zum Beispiel sehr toll, weil es auch sehr nah ist. Aber es gibt so viele interessante Mannschaften, man kann 20 Teams aufzählen, die spannend wären."

Eines ist klar: Mit starken Leistungen in der "Königsklasse" werden auch die Top-Klubs wieder aufmerksam auf Haland. Dann könnte es schon einfacherer fallen, zu Salzburg "Nein" zu sagen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Dreierkette? CL? Das plant Jesse Marsch mir Red Bull Salzburg

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