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Ried: "Beschäftigen uns nicht mit Klagenfurt"

Innviertler haben im Aufstiegsrennen den Blick nur nach vorne gerichtet:

Der Auftakt der SV Ried ist geglückt! Nicht nur in die neugestartete HPYBET 2. Liga, sondern auch in das Aufstiegsrennen mit Austria Klagenfurt, um das die Innviertler in der Corona-Pause so heftig gekämpft haben.

Da die "Wikinger" vorlegen durften, weil die Kärntner erst am Sonntag gegen den Kapfenberger SV (10:30 im LIVE-Stream) ran müssen, beträgt der Rieder Vorsprung nach dem 3:1 über Lafnitz (Spielbericht>>>) sogar schon elf Punkte.

Ein psychologischer Vorteil, Gerald Baumgartner? "Das sind alles Spielchen, die sind für euch Journalisten wichtig, für uns aber überhaupt nicht. Wir spielen nicht mehr gegen Klagenfurt, deswegen beschäftigen wir uns auch nicht mit Klagenfurt", erklärt Baumgartner dem "ORF".

"Wollten erstes Spiel unbedingt gewinnen"

Fakt ist aber: Allzu viel Zeit hat Klagenfurt nicht mehr, den doch recht großen Rückstand auf die SV Ried wettzumachen. 30 Runden sind in der HPYBET 2. Liga insgesamt zu spielen, kommende Woche steht schon Spieltag 21 am Programm. Nach Spiel eins nach der Corona-Pause weiß man: Es spricht vieles dafür, dass die Rieder im dritten Anlauf den Wiederaufstieg in die Bundesliga zustande bringen.

Vor der Corona-bedingten Unterbrechung waren die "Wikinger" in der Meisterschaft 14 Spiele ungeschlagen, zwölf davon wurden gewonnen. Bernd Gschweidl, Torschütze zum 3:1 über Lafnitz, streicht hervor, wie wichtig dieser Re-Start-Sieg war:

"Wir haben einen guten Lauf vor der Pause gehabt, deswegen war das erste Spiel umso wichtiger, damit du wieder in einen Lauf reinkommst", findet der Stürmer. Dieser Vorsatz dürfte von Baumgartner immer wieder in der Kabine gepredigt worden sein, nach dem Spiel erklärt der SVR-Coach: "Wir wollten das erste Spiel unbedingt gewinnen, das hat man heute anhand des schnellen Tores gesehen."

Tatsächlich wirkte es so, als würden die Rieder Lafnitz überrollen, nach dem Anschlusstreffer von Kovacevic im zweiten Durchgang wurde es aber doch noch heikel, ehe Gschweidl im Endspurt alles klar machte.

Lafnitz-Coach sah "Spiel auf Messers Schneide"

"Wir haben über fast 90 Minuten dominiert. Sie hatten einen Torschuss, der war schön herausgespielt, aber wir haben das Zentrum auch nicht genug geschlossen. Nach dem 2:1 wollten wir unbedingt noch ein Tor schießen, das ist uns gelungen. Dann ist es schlussendlich ein klarer Sieg geworden", analysiert Baumgartner zufrieden.

Etwas anders sieht das Lafnitz-Coach Philipp Semlic. Für den Steirer hätte die Partie im zweiten Durchgang in jede Richtung kippen können. "Erste Halbzeit haben wir nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten fußballspielen, haben uns aber eher versteckt. Der Respekt war vielleicht ein bisschen zu hoch. In der zweiten Halbzeit haben wir gute Lösungen gefunden und auch den Anschlusstreffer erzielt. Dann war es auf Messers Schneide, wer das nächste Tor schießt", resümiert Semlic.

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

Ried-Aussprache mit Lafnitz-Obmann

Einer Meinung ist man sich in Ried und Lafnitz ohnehin eher selten, wenn man sich die letzten Wochen ansieht. Während die Innviertler mit lauter Stimme eine Fortsetzung der 2. Liga forderten und bei Abbruch sogar mit Klage drohten, kam bei der endgültigen Abstimmung, die 15:1 pro Fortführung ausging, die einzige Gegenstimme just aus Lafnitz.

"Es waren spannende Wochen, vor allem für unseren Verein, den SV Guntamatic Ried, der unbedingt den Weg der sportlichen Leistungsmessung gehen wollte", holt Geschäftsführer Roland Daxl aus und fährt fort: "Wir sind mit 4:12 der Stimmen gestartet, wobei nur vier Stimmen für eine Fortführung waren, und haben das Match dann mit 15:1 abgeschlossen. Wobei ich die eine Gegenstimme auch verstehe."

Diese Gegenstimme, bekanntlich jene von Lafnitz, fiel am Ende nicht ins Gewicht, dennoch bemühte sich Daxl um eine Aussprache: "Ich habe mit Bernhard Loidl (Obmann des SV Licht-Loidl Lafnitz, Anm.) telefoniert und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es auch für ihn tragbar ist, auch wenn es ihm anders lieber gewesen wäre, was ich auch verstehe."

Bis zu 210.000 Euro Verlust durch Geisterspiele

Mit einer Klage-Drohung, nachdem die Bundesliga klar eine Aufstockung auf 14 Teams ablehnte, machten sich Daxl und Co. in den letzten Wochen nicht nur Freunde, das ist auch dem 46-Jährigen bewusst: "Wir haben immer gesagt, wir wollen es sportlich machen, wenn das nicht geht, müssen wir andere Wege finden. Mir hätte es auch keinen Spaß gemacht, aber ich hätte es aus der Verantwortung und wegen meiner Funktion für die SV Ried machen müssen."

Da der ausstehende Spielplan nach der Corona-Pause gleich sieben Heimspiele in den letzten elf Runden für die SV Ried vorgesehen hat, treffen die Innviertler, die über den klar besten Zuschauerschnitt der Liga verfügen, die Geisterspiele besonders hart. Daxl rechnet vor: "Ein Geisterspiel kostet uns 30.000 Euro, also am Ende 210.000 Euro. Aber ich habe immer noch die Hoffnung, dass wir gegen Ende der Saison zumindest ein paar Fans in die Keine Sorgen Arena lassen dürfen."

Eines ist aber jedenfalls klar: Ein Minus von 210.000 Euro wäre niemals durch ein weiteres Jahr in der HPYBET 2. Liga aufwiegbar gewesen. Die "Wikinger" sind auf dem besten Weg, wieder in die Bundesliga zu stürmen - und das ganz ohne Klage.

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