ÖFB-Kicker wollen Beitrag zum Klimaschutz leisten

ÖFB-Kicker wollen Beitrag zum Klimaschutz leisten Foto: © GEPA
 

Das ÖFB-Team befindet sich seit Mittwoch im Land der Radfahrer. Die Niederlande gelten zumindest im städtischen Bereich als Musternation, was emissionsfreie Fortbewegung betrifft.

Für Fußball-Profis hingegen fällt der ökologische Fußabdruck weniger schmeichelhaft aus. Anreisen zu Spielen erfolgen oft mit dem Flugzeug, gerade die laufende EURO 2020 mit den weiten Distanzen zwischen den Austragungsorten dient im Kampf gegen den Klimawandel als abschreckendes Beispiel.

Viele ÖFB-Teamspieler sind sich der Problematik der Erderwärmung bewusst und versuchen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Philipp Lienhart etwa wurde zu diesem Thema von seinem Coach beim SC Freiburg, Christian Streich, sensibilisiert. "Er lebt vor, wie man sich verhalten sollte. Er ist kein Fan von Privatjets und kommt immer mit dem Fahrrad zum Training", erzählt der Innenverteidiger.

Wann immer es möglich ist, reisen die Freiburger mit dem Bus oder der Bahn zu Auswärtspartien an. Lienhart versucht, dem Vorbild seines Trainers zu folgen. "Ich probiere, so nachhaltig wie möglich zu leben, weiß aber auch, dass ich in dem einen oder anderen Bereich noch Verbesserungspotenzial habe."

Wolfsburg kommt mit dem Zug

Wolfsburg-Profi Xaver Schlager ist der Klimaschutz ebenfalls ein großes Anliegen. "Als Fußball-Profi ist es schwierig, aber man kann trotzdem ein bisschen drauf schauen. Wenn es schön ist, fahre ich oft mit dem Rad und nicht mit dem Auto zum Training. Zu den Auswärtsspielen reisen wir teilweise mit dem Zug an." Dies sei nicht nur gut fürs Klima, sondern obendrein gemütlicher, so Schlager.

Auch in anderen Bereichen sei ein Beitrag gegen den Klimawandel möglich. "Man kann Kleinigkeiten umstellen, die keinen großen Aufwand bedeuten, zum Beispiel Mülltrennung, weniger Fleisch essen und weniger reisen", sagt der Mittelfeldspieler. Wichtig sei, dass die Thematik präsent bleibt.

"Wenn wir uns über dieses Thema keine Gedanken machen, wird sich nichts ändern."

Baumgartner macht sich um seine Kinder Gedanken

Dieser Meinung schloss sich auch Christoph Baumgartner an. "Es ist schon wichtig, dass das Thema immer wieder in der Öffentlichkeit ist, damit die Leute darauf hingewiesen werden, dass wir etwas machen müssen - und den großen Entscheidungsträgern klar wird, dass es so nicht weitergehen kann", erklärt der Hoffenheim-Legionär.

Auch kommende Generationen hätten Anspruch auf eine intakte Natur, meint Baumgartner. "Wenn ich es aus meiner Sicht sehe: Ich bin jetzt 21, werde in den nächsten zehn oder 15 Jahren wahrscheinlich Kinder bekommen. Dann möchte ich, dass meine Kinder auch eine so schöne Welt vorfinden, wie ich sie vorfinden darf - und deren Kinder auch wieder."

Jeder Einzelne müsse sich im Klaren darüber sein, dass er einen gewissen Beitrag leisten könne. "Das beginnt im Kleinen bei Mülltrennung oder Plastik-Vermeidung. Wir haben zum Beispiel Netze, die ich zum Obstkaufen verwende, dann brauche ich nicht jedes Mal ein neues Plastiksackerl", sagt Baumgartner.

Der im Waldviertel aufgewachsene Offensivspieler fühlt eine besondere Verbundenheit zu Fauna und Flora. "Wir sind extrem viel draußen gewesen und ich bin es immer noch. Wenn ich mit dem Hund spazieren gehe und am Weg picken die Kaugummireste oder liegen die Joghurtbecher, dann könnte ich durchdrehen. Ich hebe das dann auch auf und haue es in den nächsten Mistkübel", berichtet Baumgartner. "Ich kann das einfach nicht verstehen."

ÖFB will Autoflotte auf Elektro umstellen

Während Sasa Kalajdzic versucht, so viele Autofahrten wie möglich zu vermeiden, fordert Nationalteam-Kapitän Julian Baumgartlinger: "Klimaschutz muss gesellschaftlich eines der Kernthemen des 21. Jahrhunderts bleiben beziehungsweise werden."

Der ÖFB hat bereits eine langsame Umstellung seiner VW-Flotte auf Elektroautos ins Auge gefasst, und Nationaltrainer Franco Foda übernahm als Zeichen seiner Unterstützung für den Umweltschutz ein besonderes Ehrenamt. Der Deutsche fungiert als Botschafter des Projekts "BioBienenApfel".

"Wir müssen in dieser Angelegenheit alle etwas tun, es geht um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder", sagt Foda.

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