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Schörghofer ist bereit für die "Prügelei" in Sölden

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Wenn einmal die Trainer ins Schwärmen geraten, dann heißt das was.

Philipp Schörghofer fuhr seinen Teamkollegen in den Riesentorlauf-Trainings mit einer Regelmäßigkeit um die Ohren und sich selbst in die Rolle der heißesten ÖSV-Aktie für den Weltcup-Auftakt.

Erstmals ist nicht Benjamin Raich die große rot-weiß-rote Hoffnung, sondern der Mann, der in der vergangenen Saison für den einzigen österreichischen Erfolg im Riesentorlauf gesorgt hat.

Damit nicht genug, war „Schörgi“ als Siebenter auch noch bester Österreicher in der RTL-Endabrechnung.

Bei der Weltmeisterschaft in Garmisch gewann er zudem Bronze im „Riesen“ und versilberte seine Saison mit dem Team.

Mehr Niederlagen als Siege

„Für mich ist es heuer leichter, als die letzten Jahre. Früher haben immer alle gefragt, wann es endlich soweit ist, dass ich ganz oben stehe."

"Jetzt habe ich gezeigt, dass ich es drauf habe, kenne endlich das Gefühl und kann es abrufen“, freut sich Schörghofer schon auf die am Sonntag beginnende Saison, in der er dort weitermachen will, wo er im Winter 2010/2011 aufgehört hat.

„Solche Erfolge vergisst man nicht, vor allem da du als Spitzensportler mehr Niederlagen als Erfolge hast.“

Wie Prügel im Boxring

Sölden war für den 28-Jährigen in den letzten Jahren ein Auf und Ab, ein achter Platz war bislang das Höchste der Gefühle.

Auch heuer sagt er dem Rennhang wieder den Kampf an, aber diesmal will er als Sieger vom Gletscher hinunter nach Sölden fahren.

„Schau ma' mal bringt dich da runter nicht weiter. Wenn du dem Hang keine mitgibst, dann macht er das. Wie bei einem Boxkampf, wo nur einer prügelt und der andere wehrt sich nicht."

Neues Material kein Nachteil

Gewehrt hat sich Schörghofer auch gegen die angedachte Material-Reform der FIS.

Nach einem Testlauf der Ski mit 40 m Radius war der Filzmooser einer der Ersten, der den Protest-Brief der Athleten unterschrieben hat.

Mit der jetzt präsentierten Lösung von 35 m Radius ist der leidenschaftliche Poker-Fan zufrieden, auch wenn er diesen Ski noch nicht selbst gefahren ist.

„Ich glaube nicht, dass es ein Nachteil für mich ist, wenn die Ski schmäler werden, weil dann muss man technisch noch sauberer fahren.“

Traum von der Kristallkugel

Das will er aber natürlich auch schon in dieser Saison. „Das Training ist schon fad geworden, endlich geht es wieder um was. Ich brauche diesen Nervenkitzel!“

Und irgendwann, vielleicht auch schon in dieser Saison, will sich Schörghofer den Traum von der kleinen Kristallkugel erfüllen.

„Ich weiß nicht, ob und wann es sein wird. Aber ich werde alles dafür tun, alles riskieren und alles geben.“

In Sölden will Philipp Schörghofer bereits damit beginnen.

Stephan Schwabl

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