Es ist fast sechs Jahre her, da war Anna Fenninger im Riesentorlauf die unangefochtene Nummer 1.
Damals fuhr die junge Salzburgerin im Europacup die Konkurrenz in Grund und Boden, feierte einen Sieg nach dem anderen.
Vier RTL-Erfolge binnen 30 Tagen, damit sicherte sie sich nicht nur die Disziplinenwertung, sondern auch den Gesamt-Wertung in der „zweiten Ski-Liga“.
"Liebesentzug" im Riesentorlauf
Ein Jahr später musste sie der Italienerin Camilla Alfieri im Kampf um die Riesentorlauf-Kugel den Vortritt lassen.
Aber seit dieser Zeit gehört Fenningers Liebe der „Mutter aller Disziplinen“, gilt der Riesentorlauf doch als Basis für alles andere.
Aber im Weltcup machte das Herz der Salzburgerin keine „Riesen“-Sprünge.
In den letzten vier Saisonen kam sie bei 21 Starts nur fünf Mal ins Ziel, ihr bestes Ergebnis ist ein 14. Platz im tschechischen Spindlermühle. Damit soll jetzt Schluss sein!
Kampf zurück an die Spitze
„Ich habe es in den letzten Jahren im Riesentorlauf etwas schleifen lassen, aber in der Vorbereitung habe ich wirklich hart gearbeitet, damit ich mich auch hier wieder nach vorne kämpfe“, stellt Fenninger im Gespräch mit LAOLA1 klar, dass sie nicht nach Sölden gekommen ist, um nur dabei zu sein.
„Ich will in allen Disziplinen so weit wie möglich nach vorne kommen, auch im Riesentorlauf“, hat sich die 22-Jährige für diese Saison viel vorgenommen.
WM-Gold hat viel verändert
Das ganz große Ziel in einem Winter ohne Großereignis ist der erste Weltcup-Sieg.
„Letzte Saison bin ich in die Weltspitze gefahren, da wollte ich immer hin. Jetzt will ich den nächsten Schritt machen und irgendwann ganz oben stehen“, so die Super-Kombi-Weltmeisterin von Garmisch-Partenkirchen.
Die Sensations-Goldene hat im Leben der Halleinerin einiges verändert. „Ich sammle gerade sehr viele Erfahrungen im Umgang mit Medien, das war früher viel weniger.“
"Denke nicht an das, was war"
Vor allem hat der WM-Titel aber ihr Selbstvertrauen weiter gesteigert. „Ich weiß jetzt, dass ich es drauf habe, die WM hat mir gezeigt, dass ich Rennen gewinnen kann.“
Unter Druck setzen lässt sich die Allrounderin, die als große rot-weiß-rote Zukunftshoffnung für den Gesamt-Weltcup gilt, davon aber nicht.
„Wenn ich am Start stehe, denke ich nicht daran, was gewesen ist, sondern nur an den Lauf und freue mich auf das, was kommt.“
Ans Limit herangetastet
Am Samstag kommt Sölden, traditionell der Weltcup-Auftakt am Gletscher.
Bei Fenninger kribbelt es schon, bei den letzten Zeitläufen ist bereits Rennfeeling aufgekommen.
„Ich habe probiert, im Training ans Limit zu gehen und gesehen, dass der Weg stimmt.“ Anna Fenningers Weg zur Siegfahrerin.
Stephan Schwabl