NEWS

EBEL-TV-Übertragungen sind Benchmark für Top-Ligen

LAOLA1 Foto: ©

Die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) steckt voll in den Vorbereitungen auf  die neue Saison.

Die Liga-Neuzugänge EC Dornbirn und HC Innsbruck basteln an ihren Kadern, Zagreb präsentiert die spektakulären Pläne für "Arena Ice Fever - Pula MMXII" mit den Heimspielen gegen die Vienna Capitals (14.9.) und Olimpija Ljubljana (16.9.) vor über 7.000 Fans im antiken römischen Amphitheater von Pula.

Mittendrin und überall dabei ist der Geschäftsführer der Liga Christian Feichtinger.

Im LAOLA1-Interview zieht der 43-Jährige Bilanz über die abgelaufene Saison, freut sich über die Erweiterung der Liga und begründet seine Zufriedenheit über die spektakulären Pläne des Teams aus Zagreb sowie die mediale Vermarkung der EBEL.

LAOLA1: Die EBEL ist ein Ganzjahres-Geschäft. Jesenice hat keine Lizenz bekommen, dafür sind Dornbirn und Innsbruck dabei. Wie froh ist man, dass die beiden mit im Boot sind?

Christian Feichtinger: Ich freue mich noch immer wie ein kleines Kind darüber, denn es war nicht einfach. Wir haben gemeinsam mit den Kollegen und auch Freunden aus Dornbirn und aus Innsbruck hart daran gearbeitet, dass sie in der kommenden Saison in der EBEL spielen können. Es macht uns sehr froh und glücklich, wieder acht österreichische Mannschaften in der obersten Spielklasse begrüßen zu dürfen.

LAOLA1: Sehen Sie für die beiden Vereine Probleme oder gehen Sie davon aus, dass beide zum Start am 7. September konkurrenzfähig sind?

Feichtinger: Wir arbeiten an der Geschichte und versuchen eine Lösung für das Kaderproblem zu finden. Wir werden das mit jedem Klub einzeln im Detail besprechen. Dass man nicht in der ersten Saison um die Meisterschaft spielen kann, ist beiden bewusst. Man darf nicht vergessen, dass gerade Dornbirn ein Lieferant für gute und talentierte Eishockeyspieler ist. Es gilt jetzt Lösungen zu finden, wie eine attraktive Mannschaft für Dornbirn und für Innsbruck zusammengestellt werden kann. Ich glaube, dass das Ligapräsidium und die Präsidenten der anderen Vereine durchaus flexibel sind, wenn es darum geht, einen guten Wettbewerb zustande zu bringen.

LAOLA1: Wie zufrieden war die Liga mit dem Neuling Znojmo?

Feichtinger: Die "Adler" aus Znojmo waren sicher eine Bereicherung für die EBEL. Sie verfolgen ein klares Ziel, das uns auch bei deren Liga-Eintritt so präsentiert wurde. Sie wollten im ersten Jahr nicht Letzter werden, das haben sie geschafft. Im zweiten Jahr wollen sie in die Playoffs kommen und im dritten vorne mitspielen. Wenn man sich die Verstärkungen ansieht, die sie  für die neue Saison geholt haben, wird es für unsere Klubs sicher um einiges schwieriger werden, in Tschechien Auswärts-Siege landen zu können.

LAOLA1: Und wie sieht es mit Publikumsmagnet Zagreb aus?

Feichtinger: Dass Zagreb ein Top-Klub unserer Liga ist, steht außer Zweifel. Vom Zuschauerschnitt sind sie sogar ein Top-Klub auf europäischem Niveau. Generell freut es uns, dass wir so viele österreichische beziehungsweise EBEL-Klubs in den Top 100 der IIHF-Zuschauerstatistik haben. Ich glaube, dass es im kommenden Jahr nicht nur auf, sondern auch rund ums Eis wieder positive Überraschungen von unseren Teams geben wird. Es gibt auf jeden Fall wieder die Arena-Games in Zagreb. Wir denken momentan auch daran Spiele in der Stosice-Arena in Ljubljana zu veranstalten.

LAOLA1: Dazu kommt noch das Spektakel "Ice Fever" in Pula.

Feichtinger: Das ist eine absolut spektakuläre Idee und zeigt wie innovativ die Vereine arbeiten. Wo vor 2000 Jahren Gladiatoren kämpften, wird mit immensem technischem Aufwand eine moderne Eisfläche ins antike Amphietheater gebaut. Logisch, dass mit so einer Aktion neue Fans angesprochen werden und am Ende das Eishockey und die EBEL profitieren werden.

LAOLA1: Wie fällt, mit einigem Abstand, die sportliche Bilanz der Saison 2011/12 aus?

Feichtinger: Die fällt absolut großartig aus. Wir haben einen neuen Zuschauer-Rekord zu verzeichnen. Auch die durchschnittliche Besucheranzahl ist gestiegen, was ja das eigentlich wichtige Kriterium ist, da die Anzahl der Spiele ja von Jahr zu Jahr variiert. Wir werden auch in der kommenden Saison den Modus mit der Zwischenrunde durchführen.

LAOLA1: ... aber auch Neues bieten, oder?

Feichtinger: Ja, es wird einige Neuerungen geben. Am Ende der Zwischenrunde kann sich das beste Team den Playoff-Gegner aus den Plätzen fünf bis acht auswählen, dann der Zweite und der Dritte. Dadurch ist die Spannung bis zum letzten Moment gegeben, da es noch mehr darum geht, in der Zwischenrunde so weit vorne wie möglich zu stehen. Wir freuen uns auf die kommende Saison und ich hoffe, dass wir den Schwung vom letzten Jahr in die neue Spielzeit mitnehmen können.

LAOLA1: Gibt es weitere Neuerungen?

Mit der Erste Bank Youngster League ist ein weiterer großer Schritt in die richtige Richtung getan. Alle U20-Spieler der Liga-Vereine werden an diesem Bewerb teilnehmen. Wir sind davon überzeugt, dass das ein gutes Übungs- und Trainingsfeld für unsere Cracks von morgen ist. Wie immer, wenn etwas zum ersten Mal gemacht wird, wird es Dinge zu verbessern geben, aber wir freuen uns auf die Erste Bank Youngster Liga.

LAOLA1: Ist das auch ein Zugeständnis der Liga an den Verband? Wie gut harmoniert die EBEL mit dem ÖEHV?

Feichtinger: Ich denke es sind sowohl der Verband, als auch die EBEL in den letzten Monaten große Schritte aufeinander zugegangen. Das Wissen, dass wir nur gemeinsam etwas erreichen können, ist wieder stärker im Fokus aller Beteiligten. Es ist ganz klar, dass unser Nationalteam das Aushängeschild unserer Liga und des österreichischen Eishockeys ist. Ich glaube wir sind absolut auf dem richtigen Weg. Die Voraussetzungen sind gelegt, jetzt muss man die Eckdaten zu einem Gesamtkonzept zusammenbauen und so abhandeln, dass in drei bis fünf Saisonen eine größere Anzahl an heimischen Spielern in die EBEL-Teams integriert ist.

LAOLA1: Wie sieht es mit der Infrastruktur bei den Vereinen aus?

Feichtinger: Wir haben in Wien gesehen, wie problemlos es dort gegangen ist eine Halle von europäischem Niveau in kürzester Zeit bereitzustellen. Wir würden uns das selbstverständlich auch für andere Landeshauptstädte wünschen. Als Oberösterreicher verfolge ich natürlich die Diskussion um die Linzer Halle. Ich hoffe, dass der Schwung, den der Meistertitel gebracht hat, auch dazu führt, dass die Halle adaptiert und vergrößert wird. Wir hoffen auch, dass es in Klagenfurt die neue Spielstätte für den KAC geben wird.

LAOLA1: Die Infrastruktur hinkt also hinterher?

Feichtinger: Die EBEL hat insgesamt eine Zuschauer-Auslastung von mehr als 80 Prozent. Das ist auch im Vergleich zu allen anderen europäischen Ligen ein absoluter Spitzenwert. Vor allem wenn es in die Playoffs oder um die Derbys geht, fehlt es an Infrastruktur. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir einen Zuschauerschnitt von 4.500 durchaus erreichen können, wenn die nötigen Sitz- und Stehplätze in den Hallen vorhanden sind. Mit den Arena-Games in Zagreb werden wir den Schnitt erhöhen, aber das ist nicht der österreichische Kernmarkt. Es geht auch darum, infrastrukturell nicht hinter unsere ausländischen Mitspieler in der Liga und vor allem auch hinter die Länder rund um uns zurückzufallen. Egal ob es sich um wirtschaftlich starke oder weniger starke Länder handelt. Wenn man in die Slowakei schaut, gibt es Arenen, die auch in der EBEL zu den Top-Hallen zählen würden. Gerade die Diskussion um die Liga-Aufnahme von Piestany war davon getragen, dass dort eine 25 Jahre alte Halle so adaptiert wurde, dass es eine Top Eishockey-Arena sein kann. Daher glaube ich, dass es ein wichtiger Punkt ist, so viel positiven Druck wie möglich auszuüben, damit die Infrastrukturelle Komponente mit der Entwicklung der EBEL schritthält.

LAOLA1: Wie zufrieden ist man mit der Präsenz in den Medien? Wie fällt das Resümee bezüglich der Zusammenarbeit mit dem TV-Partner aus?

Feichtinger: Absolut erstklassig. Wir sind mit unseren Partnern Servus TV und LAOLA1 sehr zufrieden. Wir haben Ende Mai die Adaptionen für die kommende Saison besprochen. Die multimediale Coverage der EBEL ist weiter angewachsen. Die Technik und der Standard mit dem unsere Spiele übertragen werden, ist mittlerweile auch eine Benchmark für Ligen, die vielleicht sportlich auf eine längere Tradition zurückblicken können und auf die auf unsere Playoff-Übertragungen durchaus mit ein bisschen Neid geschaut haben. Denn was dort geboten wurde, ist sicher europäische Extraklasse. Das freut uns sehr, denn eine moderne Liga wäre ohne umfassende mediale Begleitung unmöglich. Auch die internationale TV-Berichterstattung ist sehr zufriedenstellend. Die Produktionen gehen mittlerweile an alle fünf EBEL-Mitgliedsländer. In Summe wurde im letzten Jahr beinahe die Hälfte aller Spiele live im TV übertragen. Wir sind auf dem absolut richtigen Weg.

Kommentare