Sebastian Vettel ist zurück. Der Weltmeister hat sich mit einem weltmeisterlichen Qualifying für den Grand Prix von Ungarn in Position gebracht.
Der 24-jährige Deutsche nimmt das Rennen am Sonntag vor den beiden McLaren von Lewis Hamilton und Jenson Button vom ersten Startplatz aus in Angriff.
Für Vettel ist es nach zwei schwierigen Rennen in Silverstone und auf dem Nürburgring bereits die achte Pole Position des Jahres, die 23. seiner Karriere.
Red Bulls zwölfter Streich
Red Bull hat seinen eindrucksvollen Lauf im Qualifying damit fortgesetzt. Die Bullen holten sich auch im elften Rennen die Pole Position, mussten dafür aber eine Nachtschicht einlegen. Saisonübergreifend hält die Pole-Serie des Austro-Rennstalls nun schon zwölf Rennen.
Nach einem verpatzten Freitag-Training bauten die Techniker das Auto über Nacht auf eine frühere Ausbaustufe zurück, überzogen dabei auch erstmals die Sperrstunde zwischen 2.00 und 8.00 Uhr Früh. Das ist jedem Team viermal pro Saison erlaubt.
Nächtlicher Umbau
Die Mechaniker waren erst um 4.45 Uhr ins Bett gekommen. "Die vielen Updates haben zu einer gewissen Konfusion geführt. Wir haben nur die neuen Teile belassen, von denen wir wussten, dass sie gut sind", erklärte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko.
Mit der Pole seien vorerst einmal alle Probleme gelöst. Überholen ist auf dem langsamen Kurs, den Vettel als "ein bisschen Micky Maus" bezeichnete, auch mit den neuen technischen Hilfsmitteln schwierig.
Knappe Entscheidung
Mit dem adaptierten Boliden kam Vettel sofort zurecht. "Das Gefühl war wieder da. Das gibt dir Sicherheit", betonte der WM-Leader, der am Funk euphorisch über seine Bestzeit gejubelt hatte.
In 1:19,815 Minuten verwies Vettel Deutschland-Sieger Hamilton, der am Freitag der Schnellste gewesen war, um 0,163 Sekunden auf Platz zwei. "Er hat sogar noch ein paar kleine Fehler eingebaut", meinte Ex-Weltmeister Niki Lauda. "In Wahrheit beträgt der Abstand drei Zehntel."
Webber enttäuscht
Teamkollege Mark Webber, der zuletzt zweimal ganz vorne gestanden war, musste sich nach Problemen mit dem Energierückgewinnungssystem KERS hinter den Ferraris von Felipe Massa und Fernando Alonso mit Platz sechs begnügen.
Der Australier, mit 77 Punkten Rückstand auch Vettels erster WM-Verfolger, war zudem mit einer anderen technischen Spezifikation unterwegs als der Titelverteidiger. "Es schaut so aus, dass die Vettel-Version die bessere ist", sagte Marko.
"Sehr viel Unterstützung"
Damit geht Vettel für Red Bull auf den siebenten Saisonsieg los. "Als österreichisches Team bekommt man hier sehr viel Unterstützung", erklärte der Weltmeister. "Es sind viele österreichische Fans hier. Durch die nahe Grenze ist es eine Art von Heimrennen für uns."
Gewonnen hat Vettel in Ungarn allerdings noch nie. Im Vorjahr landete er hinter Webber und Alonso auf Platz drei.
Reifen-Poker an der Spitze
Während Hamilton einen Satz superweicher Reifen sparte, musste sich Alonso einen Tag nach einem 30. Geburtstag erstmals in dieser Saison sogar Teamkollege Massa geschlagen geben. Dabei war er in den ersten beiden Quali-Phasen noch der Schnellste gewesen.
"Zumindest starte ich auf der sauberen Seite", sagte der Spanier. "Aber Platz drei wäre mir lieber gewesen." Gegen einen Vettel in dieser Form wäre wohl ohnehin nichts auszurichten gewesen.