El Clasico mal nicht so ernst

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Crackovia: El Clasico mal nicht so ernst

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Bei Real gegen Barca geht es oft genug ernst zu.

El Clasico“ lebt von den Emotionen, von der Rivalität der beiden Teams, die sich auch in die Fangruppen überträgt.

Da Fußball aber in erster Linie Spaß machen soll, lassen wir kurz vor dem großen Spiel der Spiele am Samstag (ab 21:30 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv) auch der Komödie ihren Platz.

Den Spielern selbst wurde vor dem wichtigen Prestigekampf ein Einzelinterview-Verbot auferlegt, also bat LAOLA1 kurzerhand zwei ihrer Doubles von „Crackovia“ zum Gespräch.

Katalanische Erfolgssendung

„Crackovia“, dahinter verbirgt sich eine Comedy-Sendung im katalanischen öffentlich rechtlichen Fernsehen TV3, die das Sportleben in Spanien auf die Schaufel nimmt. Der Name des Erfolgsformats weist auf Krakau und das gängige Klischee hin, dass Katalanisch für Spanier genauso verständlich sei, wie Polnisch.

Neben Rafael Nadal, Pau Gasol oder auch Johan Cruyff stehen bei den Persiflagen in erster Linie die Spieler von Real Madrid und vom FC Barcelona im Mittelpunkt.

Nicht wenige sind auf Youtube bereits auf Videos gestoßen, in denen sich Cristiano Ronaldo vor dem Spiegel seiner Schönheit rühmt, der „dumme“ Sergio Ramos sich selbst eine Ohrfeige gibt, oder Andres Iniesta bleich wie ein Gespenst über das Leben philosophiert.

Die halbstündige Sendung fesselt jeden Montag über eine Million Menschen vor die Fernsehgeräte Kataloniens und erreicht so eine Seher-Reichweite von knapp 35 Prozent. „Wetten, dass…?“ lässt grüßen.

Vor „El Clasico“ nahmen sich Mesut Özil und Carles Puyol – wenn auch nur in Form ihrer Doppelgänger Fermí Fernàndez und Jordi Ríos – Zeit für einen kleinen Einblick in die Welt von „Crackovia“.

LAOLA1: Was bedeutet es für dich, Mesut Özil, respektive Carles Puyol zu sein?

Mesut Özil: Ich glaube nicht, dass ich exakt Özil bin. Von ihm ausgehend habe ich eine Figur kreiert, die ihm gleichzukommen versucht. Aber mit einer humoristischen Seite und Respekt für einen großen Spieler. Darüber hinaus ist es aber schön, jemand bedeutend jüngeren zu interpretieren, weil es dich selbst ein wenig jünger macht, zumindest für eine Weile. Und das ist genial. Und zum Glück für Özil ist er nicht so hässlich, wie ich ihn darstelle.

Carles Puyol: Es bedeutet mir viel, da ich die Menschen so zum Lachen bringen kann.

LAOLA1: Hat der Charakter einen Einfluss auf deine Persönlichkeit oder lässt sich das stets trennen?

Özil: Das trenne ich immer. Ich benutze unterschiedliche Charakteristika, um die verschiedenen Personen darzustellen. Unvermeidlich ist aber, dass sich ein kleiner Teil deiner eigenen Persönlichkeit in jedem gespielten Charakter wiederfindet.

Puyol: Die Schauspielerei hat meinen Charakter nie beeinflusst. Ich war schon davor verrückt.

LAOLA1: Was ist das schwierigste an der Rolle, die du spielst?

Özil: Ich glaube, das Aussehen. Özil und ich unterscheiden uns körperlich sehr, abgesehen von einer gemeinsamen Besonderheit, unserem Blick. Wir haben beide große Augen und einen ganz speziellen Blick. Ähnlich einem Comic-Zeichner ist es auch unsere Arbeit, ein bestimmtes Detail zu akzentuieren, um es lustiger zu machen. Das ist das Ziel unserer Sendung. In meinem Fall haben wir aus Özil eine Art Superheld gemacht, der seine Superheldenkräfte eben in seinen Augen hat. Und wem würde es nicht gefallen, selbst ein Superheld zu sein?

Puyol: Das schwierigste daran ist, so früh aufzustehen. (Jordi Rios schlüpft neben Puyol unter anderem auch in die Rollen von Sergio Ramos und Johan Cruyff. Für jede einzelne Interpretation sind knapp eineinhalb Stunden Maske notwendig, Anm.)

LAOLA1: Würdest Du gerne mit Özil tauschen?

Özil: Gut, es ist ein Leichtes Schauspieler zu sein, sich in seine Lage zu versetzen und für einen Moment aufzuhören, du selbst zu sein. Aber im richtigen Leben bin ich, wie ich bin. Das heißt, wenn ich Özil wäre, könnte ich sein, wie es mir beliebt – mit seinem Einverständnis natürlich.

LAOLA1: Fermí, du hast den deutschen Nationalspieler bislang noch nicht getroffen. Was würdest du ihm sagen, wenn du ihn triffst?

Özil: Ich muss ehrlich sagen, ich habe ein wenig Angst vor einem Treffen. Ich weiß nicht, ob dem richtigen Özil gefällt, wie ich ihn darstelle. Obwohl ich doch glaube, dass er es gut auffassen würde. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn jemand – wenn auch in Form einer Karikatur – aus dir eine spezielle Person macht. Und ich denke, dass der Özil aus Crackovia sich zu einer herzlichen Person gewandelt hat, die vor allem von den Kindern gemocht wird. Selbstverständlich würde ich gerne mit ihm sprechen, auch um weitere Besonderheiten zu entdecken, die es mir erlauben würden, „meinen eigenen Özil“ zu verbessern.

LAOLA1: Jordi, du hingegen hast Puyol schon getroffen. Was hat er gesagt?

Puyol: Carles ist von der Imitation und vom Programm an sich begeistert.

LAOLA1: Wie verfolgt ein Darsteller von Crackovia“El Clasico”?

Puyol: Wenn sie in Barcelona spielen, im Stadion, ansonsten im Fernsehen mit Freunden.

Özil: Ganz gewöhnlich im Fernsehen mit der Familie und Freunden, vor ein paar Bier und einem guten Abendessen. Das ist doch das Beste am Fußball: er begünstigt die Sozialisation…

LAOLA1: Zum Abschluss noch dein Tipp: Wie wird die Partie enden und wird euer Charakter eine besondere Rolle spielen?

Özil: Zunächst gilt es festzuhalten, dass ich trotz der Teilnahme an einer Comedy-Show, die auf Fußball basiert, kein großer Fan des Sports bin. Selbstverständlich halte ich zu Barca und hoffe deshalb, dass meine Mannschaft gewinnt. Wenn Real ein Tor erzielt, wäre es toll, wenn es Özil erzielt. Ich denke, er ist ein diskreter Spieler, der seine Arbeit im Schatten anderer erledigt, aber dennoch ein fundamentales Mosaikstück des Madrider Spiels ist.

Puyol: Barca wird 3:2 gewinnen und Puyol wird „de puta madre“, also saugeil, spielen. Wie immer.

LAOLA1: Muchas gracias!


Das Gespräch führte Christian Eberle

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