Das Alan-Drama

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Das Alan-Drama

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Der Schlager zwischen Red Bull Salzburg und Rapid – intensiv und spannend.

Das Debüt von Stefan Maierhofer – emotional und weitestgehend gelungen.

Das Ergebnis – 0:0, Unentschieden, eigentlich wie immer.

Aber das alles war Minuten nach Schlusspfiff fast nebensächlich.

"Worst case" bei Alan

Wimmernd und mit Tränen in den Augen wurde Alan von den Sanitätern in die Kabine gebracht.

Am Gemütszustand des Brasilianers konnte man schon ablesen, wie schwer die Verletzung ist.

Salzburg-Trainer Ricardo Moniz bestätigte dann wenig später - geistig fast etwas abwesend - die schlimmen Befürchtungen.

„Das Kreuzband von Alan ist zu 99 Prozent gerissen. Wir sind alle geschockt von der schweren Verletzung. Das ist eine Katastrophe für ihn und uns.“

Am Montag dann die Gewissheit: Die MR-Untersuchung ergab die Diagnose Kreuzbandriss.

"Dann steht alles still"

Emotional wurde es auch in der Kabine, als die Mannschaft geschlossen den 22-Jährigen zu trösten versuchte.

„Wir haben ihm Mut zugesprochen und ihm gesagt, dass er stärker zurückkommen wird. Aber in dieser Situation ist das natürlich schwierig. Er ist am Boden zerstört“, sagte Fränky Schiemer.

Mindestens sechs Monate wird Alan pausieren müssen. Bis er wieder voll einsatzbereit ist, werden vermutlich weitere zwei Monate vergehen. Seine Saison ist damit schon Ende August fast wieder beendet.

„Wenn du Tag und Nacht für den Fußball lebst und dann so etwas passiert, steht alles still. Dann ist Fußball nichts, obwohl Fußball alles für ihn ist“, rang Moniz nach Worten.

Toptorschütze

Wie wichtig der Stürmer für den Niederländer und seine Mannschaft ist, zeigt alleine die Statistik: In elf Pflichtspielen hat Alan ebenso oft genetzt und damit mehr als die Hälfte aller RBS-Treffer (20) erzielt.

„Es wird natürlich schwierig, ihn zu ersetzen, da er sehr viele Tore für uns gemacht hat“, so Schiemer.

Der ÖFB-Teamspieler spricht sich aber gleichzeitig offen gegen eine weitere Neuverpflichtung aus: „Wir haben schon einen sehr großen Kader. Daher denke ich, dass wir auch Alan ersetzen können. Wer, wenn nicht wir, kann solche Spieler ersetzen.“

Kein Alan-Ersatz

Moniz pflichtet seinem Defensiv-Allrounder bei: „Wir werden keinen Ersatz holen, sondern Alan intern nachbesetzen.“

Mit Roman Wallner und Alex besitzt der 47-Jährige Alternativen im Kader, auch Leonardo könnte im Sturmzentrum agieren.

Und die Verpflichtung von Stefan Maierhofer hat sich nun noch mehr bezahlt gemacht.

Einen Mann wie Alan können sie aber nicht ersetzen.

Kurt Vierthaler

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