OSV will Mitgliedsbeiträge verdreifachen

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Bei all den Prozessen und Anzeigen rund um den Österreichischen Schwimm-Verband (OSV) drängte sich seither die Frage auf, wer die Suppe am Ende auslöffeln wird?

Da die Mühlen der Justiz bekanntlich langsam mahlen und das Vorantreiben von Verfahren nicht billig ist, benötigt der OSV nun Geld.

Wie Verbands-Verantwortliche in jüngsten Gesprächen mit Landesverbands- und Vereins-Vertretern erklären, will man sich dieses durch die Verdreifachung der Mitgliedsbeiträge beschaffen.

Abstimmung darüber am Freitag

Konkret soll die jährliche Pro-Kopf-Abgabe, die an den OSV zu leisten ist, von bisher 7,50 Euro auf 22,50 angehoben werden. Die Zahlungen, mit denen sich die Klubs selbst ihr Überleben sichern, sind da freilich nicht miteingerechnet. Eine signifikante Erhöhung, die, wie die Funktionäre angeben, nicht dem Sport zugute kommen solle, sondern zum Weiterführen des Prozesses gegen die von Christian Schneeberger geleiteten Salzburger Vereine gebraucht werde.

Der OSV hatte hierbei einen Schadensersatzprozess gegen den Salzburger Verein SC Delphin in zweiter Instanz gewonnen, woraufhin der Klub Insolvenz anmeldete. Mithilfe eines Ansuchens auf Verfahrenshilfe strebt der Verein nun eine außerordentliche Revision an, um in die dritte Instanz zu gehen.

Über die Verdreifachung abgestimmt soll im Rahmen des am Freitag in Wels stattfindenden Verbandstages werden.

Wie groß der mögliche Widerstand vonseiten der Vereine ausfallen wird, bleibt abzuwarten, schließlich zeigte die Vergangenheit, dass die Klubs ihr Stimmrecht gerne an Landes-Delegierte weitergeben. Dadurch fiel das Stimm-Verhalten sogar nach Bekanntwerden der Malversationen verbandstreu aus.

Von Eintracht kann jedoch keine Rede sein. In den vergangenen Wochen richteten mehrere Landesverbands-Vertreter kritische Schreiben an den OSV mit Bitte um Aufklärung. Neben der Verdreifachung der Mitgliedsbeiträge bekrittelten die Mails die mangelhafte Transparenz der Verbandsspitze im Umgang bezüglich der Anzeigen sowie Untersuchungen der Staatsanwaltschaft. Den Landes-Delegierten sei demnach vorenthalten worden, dass der OSV als Ganzes als Beschuldigter geführt wird (LAOLA1 berichtete).

Konto entzogen

Die eigenen Mitglieder für die Weiterführung der Prozesse zahlen zu lassen, ist aus der Sicht der OSV-Spitze offenbar der letzte Ausweg. Das Sportministerium hatte erst kürzlich einmal mehr betont, dass es nicht erlaube, dass Fördermittel dafür herangezogen werden.

Somit bleiben dem OSV als verwendbare Einnahme-Quellen nur noch Sponsoren- und eingehobene Straf-Gelder. Nach dem Rückzug der Bäckerei Ströck sowie den nicht abreißenden Negativ-Schlagzeilen ist Ersteres im Schwimmer-Lager kaum vorhanden.

Bei Zweiterem spießt es sich, schließlich kommen die im Wasserball eingehobenen Straf-Gelder für gewöhnlich wieder dem Wasserball zugute. So wie aktuell beispielsweise für ein Jugend-Projekt. Das fragliche Konto wurde der Sparte Wasserball jedoch vom OSV entzogen. Das birgt weiteres Konflikt-Potenzial, zumal die Wasserballer gerade zu Wahlzeiten als willkommenes Stimm-Vieh gelten.

Auf den letzten Drücker

Auf der Tagesordnung für den Verbandstag befindet sich die Verdreifachung des Mitgliedsbeitrages nicht. Der Hauptpunkt ist ohnehin ein anderer, nämlich die Wahl eines neuen OSV-Präsidenten. Am 4. März 2015, also exakt ein Jahr davor, hatte Stefan Miklauz nach Querelen mit den immer noch im Verband tätigen Funktionären das Handtuch geworfen. Und exakt ein Jahr ist auch die in den Statuten verankerte Maximal-Dauer, bis die Wahl eines neuen Präsidenten ausgerufen werden muss. Wenn man so will also eine Wahl auf den letzten Drücker.

Die Kandidaten sind im Angesicht der nach wie vor zerrütteten Lage kaum vorhanden. Der einzige Anwärter ist der vom aktuellen OSV-Vorstand empfohlene Arno Pajek, seines Zeichens momentaner Rechtsreferent.

Von weiteren Kandidaten kann im Augenblick nicht ausgegangen werden, diese können sich aber selbst am Freitag vor Ort noch aufstellen lassen.


Reinhold Pühringer

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