Ex-OSV-Chefin: "Das ist erstunken und erlogen"

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Während der Fördermittelbetrug des heimischen Schwimm-Verbands (OSV) bereits im „Puls4“-Hauptabend-Programm („Bist du deppert!“) mit kabarettistischer Note aufgearbeitet wird, nimmt die Affäre rund um OSV-Zahlungen an den oberösterreichischen Landesverband (OÖLSV) weiter Fahrt auf.

Der OSV hatte dem OÖLSV im September 2013 15.000 Euro überwiesen, jedoch ohne auffindbaren Vorstandsbeschluss. Wie LAOLA1 berichtete, besteht der Verdacht, dass mit dieser Summe OÖ-Stimmen für eine bevorstehende Verbands-Wahl gekauft worden seien.

Der Geldfluss ist bereits Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Laut dem gerichtlichen Gutachten hat der nunmehrige Generalsekretär Thomas Unger angegeben, dass sich die fragliche Überweisung auf eine Präsidiumssitzung im August 2013 stütze. Die Crux: Im Protokoll der fraglichen Präsidiumssitzung ist von der Überweisung jedoch keine Rede.

 

So schreibt der gerichtliche Gutachter:

„Es hat sich dabei nicht um eine Präsidiumssitzung, sondern um eine Präsidiums-BESPRECHUNG gehandelt“, versucht sich Unger zu rechtfertigen. Demnach also keine Sitzung im klassischen Sinn. Besagte Besprechung habe im Rahmen eines Landesverbands-Treffen stattgefunden.

„Ich persönlich war bei einem Gespräch mit Birgit Fürnkranz-Maglock (damals Vize-Präsidentin und Vorstands-Sprecherin; Anm.), Walter Benesch (Ex-Finanzreferent), Thomas Gangel (Ex-Generalsekretär, der mit Benesch im Zentrum des Verdachts des Fördermittel-Missbrauchs steht) und Helmut Ilk (OÖLSV-Präsient) in Wien dabei, wo nur mehr über die Abwicklung gesprochen wurde“, berichtet Unger in einem Mail an den Gutachter von einer Unterredung, bei welcher wohlgemerkt nicht einmal die Hälfte (!) des damaligen Präsidiums anwesend war.

Nicht einmal berichterstattet

Aufzeichnungen über die angebliche Präsidiums-Besprechung gibt es nicht. Noch erstaunlicher: Laut den Protokollen der folgenden Sitzungen wurde dem Vorstand davon nicht berichtet. Hielt man das nicht für notwendig? „Ich war damals noch nicht im OSV. Ich weiß nicht, was der OSV dann damit gemacht hat“, versucht Unger, der nach seiner Tätigkeit im OÖLSV-Vorstand Ende 2013 in den OSV wechselte und dort zumindest vorübergehend die Agenden von Benesch und Gangel vereinte.

Hat diese Besprechung überhaupt stattgefunden? „Nein“, wehrt sich Fürnkranz-Maglock lautstark. Die Niederösterreicherin erklärt die Angaben Ungers für "erstunken und erlogen". „Ich kann das definitiv ausschließen. So ein Gespräch hat NIEMALS stattgefunden.“

Zumal bei ihr als interimistischer Nachfolgerin des im Sommer 2013 zurückgetretenen OSV-Präsidenten Christian Meidlinger alle Informations-Fäden zusammengelaufen sind. „Es ist eine Frechheit, was Unger da behauptet. Ich bin auf 1.000! Mein Name wird durch den Dreck gezogen“, erwägt sie rechtliche Schritte.

„Es ist eine Frechheit, was Unger da behauptet. Ich bin auf 1.000! Mein Name wird durch den Dreck gezogen.“

Birgit Fürnkranz-Maglock

Ein Treffen mit den besagten Personen an einer Autobahn-Raststätte habe es zwar gegeben, „darin war aber nie von den 15.000 Euro die Rede“.

Den Verdacht geäußert

Fürnkranz-Maglock war es auch, die laut Protokoll die 15.000 Euro erstmals in einer Präsidiumssitzung im November 2013 thematisierte. Damals prangerte sie den fehlenden Vorstands-Beschluss an und äußerte gegenüber ihren OSV-Kollegen offen den Verdacht, mit dem Geld oberösterreichische Stimmen für die nahenden Wahlen gekauft zu haben.

Rückblickend meint sie: „Die jetzigen Aussagen Ungers verstärken diesen Verdacht.“

Und sollten die angeblichen Besprechungen tatsächlich stattgefunden haben, verstehe sie nicht, warum keine Aufzeichnungen darüber auffindbar wären. „Schließlich ist der Schriftführer mit Herbert Schurm damals wie heute derselbe.“

Gegen den Oberösterreicher, für den wie die anderen genannten Personen die Unschuldsvermutung gilt, ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Untreue.

 

Reinhold Pühringer

 

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