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Seattle siegt nach Minnesota-Fauxpas

In den NFL-Wildcards siegen die Seattle Seahawks (6) bei den Minnesota Vikings (3) mit 10:9.

Beim drittkältesten Spiel der Postseason-Geschichte (-20 Grad) liegen die Gastgeber dank dreier Field Goals vorne.

Dann kommt Seattles Russell Wilson auf: Nach einem verpatzten Snap findet der QB-Superstar per 35-Yards-Pass Tyler Lockett, Doug Baldwin fängt den Touchdown und Seattle geht nach Peterson-Fumble per Field Goal in Front.

Vikings-Kicker Blair Walsh vergibt kurz vor Schluss den Sieg aus 27 Yards.

In der Divisional-Runde trifft Seattle kommendes Wochenende auf die Nummer 1 der NFC, Carolina.

Minnesota Vikings (3) vs. Seattle Seahawks (6) 9:10

Bei klirrender Kälte, in Minnesota herrschen Temperaturen um die -20 Grad, tut sich in der ersten Hälfte nicht allzu viel.

Die Hausherren verlängern den Opening Drive zwar bei 4th and 1, aber es folgt der Punt.

Seattle, vor allem die zuletzt groß aufspielende Offense, muss dem Wetter noch mehr Tribut zollen.

Ohne Marshawn Lynch, der nach einer Leistenverletzung zwar diese Woche trainiert hat, aber nicht spielen kann, konzentriert sich viel auf Russell Wilson.

Der Quarterback tut sich aber wie sein Gegenüber Teddy Bridgewater bei diesen Wetterbedingungen naturgemäß schwer.

Im Opening Drive der Seahawks misslingt der Punt-Versuch, als Jon Ryan nach einem schlechten Snap gestoppt wird und sich die Nase dabei verletzt.

Mit der guten Field Position an der 29-Yards-Marke der Gäste können die Gastgeber zumindest etwas anfangen.

Kicker Blair Walsh erzielt aus 22 Yards sein erstes Field Goal des Tages.

Danach folgt in der ersten Hälfte kein Score mehr.

Seattle kommt zwar ansprechend nach vorne, doch für ein Field Goal ist bei dieser Witterung entweder stets die Distanz zu groß oder die Minnesota-Defense gegen Doug Baldwin und Co. auf der Höhe.

Die Gäste, die Probleme bei 3rd Down und mit der Kommunikation (alle drei Timeouts der ersten Hälfte werden früh verwendet) haben, werden etwa abermals bei 4th Down gestoppt.

Doch auch die Hausherren tun sich gegen die Abwehr des Champions von 2014 schwer.

RB-Superstar Adrian Peterson, der im ersten Saisonduell beim 7:38 nur auf acht Carries und 18 Yards insgesamt kam, hat zur Pause 14 Carries und 31 Yards stehen.

MINNESOTA VIKINGS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Teddy Bridgewater 146
Adrian Peterson 45 13
Jerric McKinnon 7 22
Stefon Diggs 6 26
Kyle Rudolph 24
MyCole Pruitt 22
Matt Asiata 13
Mike Wallace 10
Jarius Wright 9
Zach Line 7

Das dritte Viertel startet für die Gäste noch vielversprechend.

Baldwin fängt bei 3rd and 10 einen Pass von Wilson auf sehenswerte Art und Weise.

Doch später wird Wilson bei 4th and 3 von Cornerback Trae Waynes intercepted.

Die Vikings können zwar daraufhin keinen Touchdown verbuchen, aber Walsh erzielt aus 43 Yards ein Field Goal zum 6:0.

Minnesota bleibt obenauf, verbucht zwei Sacks und die Seattle-Offense muss wieder vom Feld.

Selbst verbuchen sie ein weiteres Field Goal, Walsh trifft kurz vor Ende des dritten Viertels aus 47 Yards.

SEATTLE SEAHAWKS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Russell Wilson 142 (TD, INT) 21
Christine Michael 70 14
Jon Ryan 4
Fred Jackson 2 19
Doug Baldwin 42 (TD)
Tyler Lockett 35
Jermaine Kearse 18
Kevin Smith 14

Aber die Seahawks wären nicht die Seahawks, wenn sie nicht im vierten Viertel aufkommen würden.

Nach einem zu frühen und zu hohem Snap, schnappt sich Wilson den Ball, entgeht dem Sack und wirft auf den völlig freien Tyler Lockett für 35 Yards. Ein Game-Changer.

Am Ende findet Wilson Baldwin für den Touchdown zum 7:9.

Safety Kam Chancellor reißt im nächsten Vikings-Drive Peterson den Ball aus der Hand, der Fumble führt zu Seattle-Ballbesitz an Minnesotas 40 Yards-Linie.

Einen weiteren Touchdown verhindern die Vikings, müssen aber die Führung nach einem Field Goal von Steven Hauschka aus 46 Yards abgeben.

Dann kommen die Vikings aber noch einmal heran: Kyle Rudolph sorgt mit seinem ersten Catch des Spiels für 24 Yards Raumgewinn.

Walsh, der zuvor aus 22, 43 und 47 Yards trifft, kommt 26 Sekunden vor Schluss zum Field-Goal-Versuch auf das Feld.

Lediglich 27 Yards zum Sieg – doch Walsh vergibt, kickt den Ball links vorbei und sorgt für Entsetzen bei Staff und Anhänger.

Ein Drama für die Minnesota-Fans, die sich wohl an das NFC Championship Game 1999 erinnert fühlten, als Kicker Gary Anderson ein 38-Yards-Field-Goal vergab – damals sein erster Fehlversuch in der Saison.

So bekam Atlanta den Ball, erzielte den Ausgleich und zog via Overtime in die Super Bowl ein.

Diese bleibt für Minnesota weiter ein Traum. Ganz anders für Seattle.

Die Seahawks dürfen weiter davon träumen, zum dritten Mal in Folge in der Super Bowl zu spielen.

Kommenden Sonntag kommt es zum Schlager gegen die Nummer 1 der NFC, Carolina (15-1).

 

Bernhard Kastler


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