Irres Playoff-Spiel an Steelers

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Die Pittsburgh Steelers (6) gewinnen ein irres Playoff-Spiel bei den Cincinnati Bengals (3) 18:16.

In der teils unfair geführten Regen-Schlacht von Ohio führen die Gäste 15:0 - dank eines unglaublichen Touchdown-Catches von Martavis Bryant.

Die Bengals drehen mit QB McCarron das Spiel auf 16:15.

Der zwischenzeitlich an der Schulter verletzte Steelers-QB Roethlisberger kehrt für den finalen Drive nach Hill-Fumble zurück, zwei Personal Fouls der Bengals legen das Field Goal zum dramatischen Sieg auf.

Damit verlängert sich der Negativ-Rekord der Bengals: Cincinnati hat seit 1991 kein Playoff-Spiel mehr gewonnen - kein anderes Team wartet länger auf einen Triumph in der Postseason.

Für die Steelers geht es kommenden Sonntag in den Divisionals nach Denver (1).

Cincinnati Bengals (3) vs. Pittsburgh Steelers (6) 16:18

Im Gegensatz zum ersten Wildcard-Game des Wochenendes, in dem im ersten Play gepunktet wurde, müssen sich die Zuschauer des AFC-North-Schlagers lange gedulden.

Das Warten zahlt sich aus, doch monsunartiger Regen sorgt für eine zähe erste Hälfte.

Punt, Punt, Punt, Punt, Punt, Punt, Punt, Punt.

Das ergeben die ersten acht Drives beider Teams. Dies ist aber nicht nur dem heftigen Regen geschuldet.

Die bekanntlich gute Bengals-Defensive hat die Steelers-Offensive, die ohne den verletzten Running Back DeAngelo Williams auskommen muss, im Griff.

Und die Steelers-Defensive macht einen guten Job gegen die Bengals-Offensive, die von Backup-Quarterback A.J. McCarron angeführt wird.

Starting Quarterback Andy Dalton fehlt weiterhin wegen seiner Daumenverletzung, die er sich in der Regular Season gegen die Steelers zugezogen hat.

Die Bengals tun sich aber besonders schwer, das Laufspiel um Jeremy Hill und Giovani Bernard sorgt nur für zwölf Yards Raumgewinn in der ersten Hälfte.

Mit den 44 Passing Yards kommen die Gastgeber nur auf 56 in der ersten Hälfte.

Die Gäste können am Ende anschreiben. Zwar fabriziert Steelers-Receiver Markus Wheaton einen Fumble, doch im folgenden Drive kommt ein im Regen schlecht geworfener Pass von McCarron bei Antwon Blake an.

Nach der Interception geht sich kein Touchdown, aber immerhin ein Field Goal aus: Chris Boswell trifft aus 39 Yards.

Das wiederholt der Kicker kurz vor der Pause nach einem neuerlichen Punt der Bengals aus 30 Yards zum 6:0 zur Pause.

CINCINNATI BENGALS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
A.J. McCarron 212 (TD, INT) 9
Jeremy Hill 50 (TD) 27
Giovani Bernard 28 2
Rex Burkhead 4 5
A.J. Green 71 (TD)
Tyler Eifert 58 (TD)
Marvin Jones 32 (TD)
Mohamed Sanu 17

Nach der Pause sieht es zunächst besser für die Bengals aus.

Sie arbeiten sich das Feld hinunter - doch es folgt ein Fumble von McCarron.

Cam Thomas klaubt den Ball auf, wird aber zu Boden gebracht. William Gay bringt das Leder in der Folge zwar in die Endzone, das ist aber genauso unnötig, wie die Strafe wegen Unsportlichkeit beim zu ausgelassenen Jubel.

Der Touchdown bleibt nicht stehen, die 15-Yards-Strafe allerdings schon - so haben die Bengals doppelt Glück.

Doch es folgt der erste große Auftritt von Martavis Bryant, der sich unter der Woche Kritik von Roethlisberger anhören musste ("Es ist die Zeit, in der man härter sein muss") und einen Run für 44 Yards hinlegt.

In der Folge bauen die Steelers die Führung auf 9:0 aus - Boswell trifft mit seinem Field Goal aus 34 Yards.

Nach einem weiteren Punt der Bengals gelingt den Steelers der erste Touchdown im Spiel.

Antonio Brown sorgt nach Roethlisberger-Pass für einen Big Play (60 Yards), danach folgt der Catch des Abends, als Bryant in der Endzone auf artistische Weise den Ball mit der Hand auf der Hinterseite des Oberschenkels halten kann - 15:0 Steelers!

Die Two-Point-Conversion misslingt.

Beim nächsten Drive sieht es dann wieder einmal nach den ersten Punkten für die Bengals aus, doch ein harter, aber ein legaler Hit von Ryan Shazier gegen Giovani Bernard führt zu einem Fumble.

Die Partie, die wegen der großen Rivalität von vielen Nickligkeiten geprägt ist, droht im aufgeheizten Paul-Brown-Stadium aus den Rudern zu laufen, vor allem Linebacker Vontaze Burfict zeigt sich über die gesamte Spielzeit aggressiv.

Ein Beispiel für die Nickligkeiten: Steelers-OL-Coach Mike Munchak zieht in der ersten Hälfte Reggie Nelson an den Dreads, woraufhin es zu einer kurzen Auseinandersetzung kommt.

Nelson scheidet später wie sein Secondary-Starter-Kollege Dre Kirkpatrick verletzt aus. 

Apropos Verletzung: Burfict sorgt schließlich später dafür, dass Roethlisberger zunächst ausscheidet.

Bei seinem Sack verletzt sich der QB-Star an der Schulter.

PITTSBURGH STEELERS

Name

Passing Yards Rushing Yards Receiving Yards
Ben Roethlisberger 229 (TD)
Jordan Todman 65
Fitzgerald Toussaint 58 60
Martavis Bryant 44 29 (TD)
Antonio Brown 119
Markus Wheaton 23
Heath Miller 9

Und nach dem Punt der Steelers folgen auch die ersten Bengals-Punkte - das im vierten Viertel.

Eine Pass-Interference-Strafe hilft und am Ende läuft Jeremy Hill für einen Yard in die Endzone.

Mit einem Field Goal durch Mike Nugent aus 36 Yards kommen die Gastgeber auf 10:15 heran.

Während Roethlisberger-Ersatz Landry Jones seine Offense nicht am Feld halten kann, gehen die Bengals sogar in Führung.

1:50 Minuten vor Schluss fängt A.J. Green seinen ersten Playoff-TD-Pass von McCarron auf spektakuläre Weise.

Die Bengals fühlen sich schon wie der Sieger, als Burfict im nächsten Drive Jones pickt.

Doch einmal mehr dreht sich das Momentum: Denn Hill fumbelt den Ball und die Steelers haben wieder die Chance auf den Sieg.

Roethlisberger, der an der Seitenlinie abwartete, kommt wieder auf das Feld und führt sein Team hinunter.

Doch am Ende sind es die Bengals, die sich die Niederlage selbst einbrocken: Burfict kassiert wegen eines unnötigen Hits gegen Brown, der eine Gehirnerschütterung erleidet, eine 15-Yards-Strafe.

Danach kracht Adam Jones mit einem Assistant Coach der Steelers zusammen und kassiert wegen eines Personal Fouls ebenfalls 15 Yards.

Diese beiden Strafen bringen die Steelers in Field-Goal-Position - und Boswell verwertet aus 35 Yards.

Ein irres Playoff-Spiel, das den Bengals noch lange im Kopf bleiben wird.

Schließlich sind sie jenes Team, das am längsten auf einen Playoff-Sieg wartet.

 

Bernhard Kastler




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