NFL-Hoffnung Milanovic: „Ich bleibe positiv“

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Donnerstag ist Draft Day.

Dann sichern sich die NFL-Teams wieder die talentiertesten College-Talente. Aleksandar Milanovic wird sich das Treiben in Chicago vor dem Fernseher zu Gemüte führen und wohl auch ein wenig hoffen.

Denn Freitag und Samstag ist ebenso Draft Day. Nach der ersten Runde am Donnerstag werden an den nächsten beiden Tagen die Runden zwei bis sieben komplettiert.

„Normalerweise keine Chance“

Und es ist nicht völlig auszuschließen, dass Milanovic als erster Österreicher überhaupt von einem NFL-Team gepickt wird. Wenngleich es einem kleinen Wunder gleich käme.

„Ich habe normalerweise keine Chance, gedraftet zu werden, weil ich auch nicht auf höchstem Level gespielt habe“, erklärt der Wiener im Telefongespräch mit LAOLA1.

Es ist nächtens in Wien, aber tagsüber auf der Adam State University in Colorado, wo Milanovic internationale Beziehungen studiert. „Ich habe gerade den irren Prüfungsstress“, seufzt der Tackle.

Ich habe normalerweise keine Chance, gedraftet zu werden, weil ich auch nicht auf höchstem Level gespielt habe.

Aber auch der Weg in die NFL ist für den 23-Jährigen eine Belastungsprobe. „Ich stand kurz vor dem Nervenzusammenbruch“, gibt der frühere O-Liner der Vienna Vikings zu.

Die Maße und der Film

Denn die Vorbereitung auf die bislang wichtigste Zeit seiner Sportlerkarriere verlief nicht optimal.

Es gab organisatorische Probleme rund um seinen Pro Day, an dem er den Scouts der NFL-Teams seine Stärken zeigen durfte. Schließlich konnte sich Milanovic in Pueblo (Colorado) präsentieren.

Aber auch nicht auf optimale Weise. „Ich hatte Tage zuvor die Grippe“, erzählt er und fasst zusammen: „Es lief alles nicht so wie geplant.“ Doch Milanovic konnte auch etwas Positives vom Pro Day mitnehmen: „Ich war dort der größte Tackle mit der weitesten Armspannweite.“

Die Maße sind wesentlich für die Scouts und auch seine große Chance. „Zudem ist der Game Film wichtig, den habe ich, das ist kein Problem. Und ich habe vier Jahre immer gespielt.“



Sein Kumpel hat es geschafft

Auch das ist nicht unwesentlich.

Milanovic spielte drei Jahre an der Sacramento State, deren Hornets auf zweithöchstem Level College-Football spielen. Sein Senior Year bestritt der Österreicher mit serbischen Wurzeln dann auf der Adam State, deren Grizzlies auf dritthöchster Stufe agieren.

Ein taktischer Wechsel im Hinblick auf die NFL. Sein dortiger Coach war selbst NFL-QB (Timm Rosenbach spielte 1990 alle Partien für die Phoenix Cardinals, nun Arizona Cardinals) und hat gute Kontakte zu Scouts. Unglücklicherweise wurden die Playoffs in Milanovic' Senior Year verpasst.

Doch trotz dieses Umstandes und einem nicht optimalen Pro Day, hat Milanovic die Hoffnung nicht aufgegeben. Auch dank seines Kumpels Todd Davis, mit dem er in Sacramento gespielt hat und der im Februar mit den Denver Broncos und Peyton Manning Super Bowl 50 gewann.



„Der hatte auch einen beschissenen Pro Day, hat es dann aber über das Practice Squad in New Orleans nach Denver geschafft“, schildert Milanovic und verifiziert damit seine in einem LAOLA1-Interview selbst aufgestellte These, wonach der Draft überbewertet sei.

Selbst gedraftete Spieler haben ihren Platz im 53-Mann-Kader für die Saison nicht sicher. Milanovic will einfach nur einen Platz in einem Trainingscamp, mit oder ohne Draft. Er will eine Chance, sich zu beweisen.

„Todd sagt mir einfach immer: Bleib positiv. Und das mache ich“, gibt sich der Tackle kämpferisch.

Jets haben sich bei Milanovic gemeldet

Und die Hoffnung lebt. Milanovic bekam sogar wenige Tage vor dem Draft einen Anruf von einem NFL-Team.

„Die New York Jets haben sich bei mir gemeldet und sich vergewissert, dass dies meine Nummer ist und ich am Draft Day hier erreichbar bin“, erzählt der AFL-Export. „Das hat mich gewundert, weil ich beim Gespräch mit dem Jets-Scout an meinem Pro Day eigentlich kein gutes Gefühl hatte.“

Sollte Milanovic nicht gedraftet werden, ist das eben nicht das Ende. Ab Sonntag kann er dann von sämtlichen Teams als Free Agent in eines ihrer Trainingscamps eingeladen werden.

Die New York Jets haben sich bei mir gemeldet und sich vergewissert, dass dies meine Nummer ist und ich am Draft Day hier erreichbar bin.

„Es ist ein Wartespiel“, weiß der 2,01m große und 150 Kilogramm schwere Football-Spieler, der einen Agenten hat, bei dem er die nächsten Wochen in Cincinnati trainieren wird und auf Besuche sowie noch viel mehr auf den Anruf eines Teams hofft.

Auch die CFL eine Möglichkeit

Mit der kanadischen Ausgabe der NFL, der CFL, gäbe es auch noch eine Möglichkeit, doch für die müsste er sich vorab deklarieren und damit den großen NFL-Traum wohl ad acta legen.

Dass er es für die NFL drauf hätte, weiß der selbstbewusste Hüne, der schon gegen einen potenziellen Nr.-1-Draft-Pick 2016 gespielt hat, nämlich gegen Jared Goff von der Cal-University. Die Hornets unterlagen dem Top-College im September 2014 mit 14:55.

„Der QB war aber nicht ausschlaggebend, sondern das Receiver-Corps hat uns aufgemacht.“

Vielleicht treffen die beiden irgendwann wieder aufeinander. Vielleicht in der NFL.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, ob gedraftet oder nicht.



Bernhard Kastler


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