Benbennek: "Daher stellen wir auf Viererkette um"

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Neuer Trainer, neues Glück.

Zum dritten Mal in Folge geht die SV Ried mit einem neuen Übungsleiter in eine neue Saison.

Christian Benbennek ist überhaupt der achte Coach der Wikinger seit die Ära Paul Gludovatz I im März 2012 endete. Seither gingen die Versuche mit Heinz Fuchsbichler (2012) und Helgi Kolvidsson (2015) schief und der Vertrag von Michael Angerschmid (2012-2014) wurde damals nicht verlängert.

Oliver Glasner sorgte nach der Saison 2014/15 mit seinem Wechsel zum Erzrivalen LASK für einen Paukenschlag, davor und danach sprangen Gerhard Schweitzer, Thomas Sageder und auch Gludovatz ein. Letzterer am längsten, der Burgenländer bewahrte die Rieder zuletzt vor dem Abstieg.

 

Manager Stefan Reiter zeigte sich bei LAOLA1 optimistisch, dieses Mal die richtige Wahl getroffen zu haben: „Weil der Plan ein klarer und konstruktiv ist – von allen Beteiligten. Vergangenes Jahr war es mehr eine Notlösung, dieses Mal sind wir einfach anders vorbereitet gewesen.“

Auch die Spieler zeigen sich angetan. Neuzugang Peter Zulj sagt etwa über den 43-jährigen Deutschen: „Ich finde ihn klasse. Er spricht mit jedem sehr viel, erklärt viel und hat sein eigenes Konzept. Das nehmen wir auch an. Es ist noch nicht alles perfekt, aber daran arbeiten wir.“

Auch wenn Testspiele nicht überbewertet werden sollen – die ersten drei in diesem Sommer wurden allesamt gewonnen. 2015 verlor man noch 1:8 gegen Sparta Prag und 0:5 gegen Boleslav.

Im Interview spricht Benbennek, der zuletzt Alemannia Aachen in der Regionalliga trainierte, über seine ersten Wochen in Oberösterreich und was er denn mit der SV Ried fußballerisch so vorhat.


LAOLA1 zu Gast bei der SV Ried:


LAOLA1: Von Deutschland nach Österreich – die Eingewöhnung dürfte einfach gewesen sein.

Christian Benbennek: Ja, weil es mir hier auch einfach gemacht wurde. Jeder hilft mir, auch, was die Sprache betrifft. Bei einigen Gesprächen bin ich zwar schon mal raus (lacht). Aber da frage ich bei Wörtern auch einfach nach. Ich gehe auch gerne auf Leute zu – und ich lerne schnell (grinst).

LAOLA1: Wann haben Sie erstmals vom Interesse der SV Ried erfahren?

Benbennek: Nach einem Anruf von Stefan Reiter. Er hat ja schon vorher einen anderen Kandidaten ins Auge gefasst, Marc Kienle hatte aber abgesagt. Wir hatten einen Tag später ein sehr gutes Gespräch und ab dem Zeitpunkt hatte ich mich mit der Mannschaft befasst. Ich habe die Liga vorab auch schon verfolgt, natürlich nicht so genau wie die deutsche. Aber jeder in Deutschland kennt die SV Ried. Man hat sich einen sehr guten Namen gemacht. Ich verfüge hier auch über ein sehr gutes Trainerteam, das die österreichische Bundesliga ganz genau kennt. Da werden wir zusammenhelfen.

LAOLA1: Ried hat vergangene Saison gegen den Abstieg gespielt. Warum haben Sie zugesagt?

Benbennek: Das ist Bundesliga hier. Die höchste Liga in einem Land. Es ist eine tolle Herausforderung und ich freue mich, dass Stefan mich ausgesucht hat. In einer Zehnerliga wird es immer so sein, dass viele Mannschaften bis zum Schluss gegen den Abstieg spielen, so wie es drei Ausreißer nach oben gibt. Aber ich habe mich nicht damit beschäftigt, ob es gut oder schlecht für mich ist, wenn der Klub vorher weiter unten oder oben war. Dass wir hart arbeiten müssen, das ist klar.

LAOLA1: Welchen Eindruck haben Sie bislang von der Mannschaft gewonnen?

Benbennek: Jener von den Videos hat sich bestätigt, jetzt ist es einfach schön, die Spieler auch persönlich zu kennen. Ich habe mir vorab einige Spiele angeschaut, da gewinnt man einen Eindruck, aber da hat man dann auch kein fixes Urteil über den und den Spieler. Jetzt sind wir in einer Phase des Kennenlernens und das wird sich mit der Zeit alles einspielen. Dazu ist die Vorbereitung da.

Ich habe die Liga vorab auch schon verfolgt, natürlich nicht so genau wie die deutsche. Aber jeder in Deutschland kennt die SV Ried.

LAOLA1: Was fordern Sie von den Spielern?

Benbennek: Ich habe schon auf Video gesehen, dass die Jungs mit sehr viel Leidenschaft spielen. Das will ich auch beibehalten, das muss auch sein. Ich liebe Fußball. Wenn du eine Mannschaft mit Herz und Leidenschaft Fußballspielen siehst, ist das top. Gleichzeitig brauchen wir in dem neuen System, das wir gerade entwickeln, Disziplin auf dem Platz. Es braucht eine klare Ordnung. Wenn du gemeinsam gut verteidigst, kannst du auch gut gemeinsam angreifen.

LAOLA1: Klingt nach einer Mischung aus Italien und Island.

Benbennek: Das wäre schon toll (lacht). Island befindet sich in einer tollen Form und sie sind die Underdogs bei der EURO. Auch wir sind Underdogs. Und Italien hat bislang die beste Ordnung beim Turnier. Also komme ich vielleicht mal auf Sie zurück, es wäre schön, wenn Sie Recht haben.

LAOLA1: Welches System bevorzugen Sie? Die Testspiele lassen ein 4-4-2 vermuten…

Benbennek: Das System, ob 4-2-3-1 oder 4-4-2 oder etwas anderes, hat wenig damit zu tun, wie wir spielen werden. Außer dass wir Viererkette trainieren, macht das keinen Unterschied. Das ist vielleicht für das Fernsehen interessant, aber mir geht es immer um die Art und Weise, wie wir das machen. Die Stärke der Mannschaft und die einzelnen Qualitäten der Spieler sollen zum Vorschein kommen. Auf diese Weise soll die Mannschaft besser werden.

LAOLA1: Unter Paul Gludovatz spielte Ried mit Dreierkette, sie setzen folglich auf eine Viererkette?

Benbennek: Genau. Eine Dreierkette ist für mich eine Fünferkette. Sonst bekommst du den Laden hinten nicht zu. Wir wollen nicht, dass Außenspieler das gesamte Spiel 80 Meter auf- und ablaufen. Wir wollen den Flügel schon doppelt besetzt haben, deswegen stellen wir auf Viererkette um.

LAOLA1: Ried hat die Sehnsucht nach einem Trainer, der bleibt. Sind Sie gekommen, um zu bleiben?

Benbennek: Das geht mir nicht anders. Von der Mentalität her weiß ich zwar nicht ob Österreich und Norddeutschland so viel gemeinsam haben, aber ich fühle mich bislang sehr wohl hier. Ich würde es auch gut finden, wenn Ried wieder für längere Zeit einen Trainer hat. An mir soll es nicht liegen (grinst). Aber wir wissen auch alle, im Fußball geht es immer um den Erfolg und um den Verein. Für den sind wir alle da, für den arbeiten wir alle. Wir haben erst drei Wochen hinter uns, aber ich gehe natürlich von Haus aus immer zu einem Klub und sage, mit dem würde ich länger zusammenarbeiten.



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