Müllers Reaktion: 'Spüre Beine nicht'

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Nicht schon wieder: Schwerer Sturz am Kulm

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Nicht schon wieder!

Die Skiflug-Weltmeisterschaft am Kulm hat noch gar nicht richtig begonnen und wird bereits von einem schweren Sturz überschattet.

Der Kärntner Lukas Müller kam beim Einfliegen am Mittwoch schwer zu Sturz. Nach einem 120-Meter-Satz verlor er die Balance und kam bei rund 110 km/h zu Fall. "Es war ein Materialproblem in der Luft. Es gibt Fotos, die darauf hindeuten, dass sich der Schuh gelockert hat", erklärt Harald Haim, Wettkampfleiter im Rahmen der Titelkämpfe.

Dadurch verlor der 23-Jährige die Stabilität, der linke Ski näherte sich dem Körper, Müller bekam eine Rotation und hatte keine Chance. Warum das passierte, konnte Haim nicht sagen. "Da kann man nur mutmaßen. Wir können Lukas nur alles Gute wünschen."

Arzt: "Schwere Wirbelsäulenverletzung"

Als Notarzt war Dr. Ulf Karner umgehend am Unglücksort und erstversorgte den ÖSV-Springer. "Lukas war von Anfang an ansprechbar, konnte sich an alles erinnern." Zunächst konnte er seine Beine nicht spüren, woraufhin er stabilisiert wurde.

Der geplante Transport mit dem Helikopter ins Universtitätsklinikum Graz konnte nur bis Wald am Schoberpass durchgeführt werden. Aufgrund des starken Nebels ging es von dort mit bodengebundenem Notarztteam weiter. 

In der steirischen Landeshauptstadt wird er derzeit notoperiert. Laut Karner besteht "der Verdacht auf einen Wirbelbruch", die Pressestelle des Krankenhauses spricht von einer "Verletzung der unteren Halswirbelsäule". Eine genaue Diagnose lasse sich aktuell noch nicht feststellen.

"Es besteht der Verdacht auf einen Wirbelbruch."

Dr. Ulf Karner

Erinnerungen an Morgenstern

Erinnerungen an 2014 wurden wach. Vor rund zwei Jahren schockte Thomas Morgenstern mit seinem Horrorsturz an selber Stelle eine ganze Nation, zog sich schwere Verletzungen an Kopf (Schädel-Hirn-Trauma) und Lunge zu und musste mehrere Tage auf der Intensivstation verbringen.

Nur wenige Wochen später gelang ihm ein sensationelles Comeback bei den Olympischen Spielen in Sochi, bei denen er mit dem österreichischen Team die Silbermedaille gewann. Ganz der Alte wurde der Kärntner aber nie, weshalb er wenige Monate später seine Karriere beendete.

Müller schon 2010 am Kulm gestürzt 

Für den 23-Jährigen ist es nicht der erste Sturz. Bereits 2010 wurde ihm der Kulm zum Verhängnis, machte er Bekanntschaft mit dem harten Untergrund der Mega-Schanze. Damals kam er glimpflich davon. Auch in Vikersund 2013 blieb er bei einem Crash ohne schwere Verletzungen.

Anders im Sommer desselben Jahres, als er in Bischofshofen stürzte. Müller hatte starke Vorlage und fiel auf seine Schulter. Dabei brach er sich das Schlüsselbein und musste sich einer Operation unterziehen, die eine mehrwöchige Pause nach sich zog.

Der dreifache Junioren-Weltmeister (Einzel 2009, Mannschaft 2009 und 2010) galt lange Zeit als Riesentalent, schaffte aber - auch bedingt durch die Erfolge der "Super-Adler" - nie den Durchbruch. Bis heute stehen sechs Siege bei Conti-Cup-Bewerben auf seiner Vita, insgesamt 16 Mal qualifizierte er sich für einen Weltcup-Bewerb. Als bestes Resultat steht ein sechster Platz beim Tournee-Auftakt 2009/10 in Oberstdorf zu Buche.

Im laufenden Winter blieb er bislang ohne Weltcup- oder Conti-Cup-Einsatz, fungierte aber als Vorspringer bei der Tournee und eben auch am Kulm.

Christoph Nister

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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