Pointner: "Das ist die Gefahr des Skifliegens"
So schwerwiegend der Sturz war - der Notfalleinsatz, um Tande nach dem gravierenden Zwischenfall an der Schanze am Leben zu halten, war erfolgreich. Die geschockte norwegische Delegation bedankte sich ausdrücklich. Sportchef Clas Brede Braathen bezeichnet die erste Hilfe an der riesigen Anlage im "Tal der Schanzen" als "hochprofessionell".
Gefährliche Wetterverhältnisse oder der Zustand der Schanze waren laut Alexander Pointner nicht Schuld am Sturz des Olympiasiegers. "Das ist die Gefahr des Skifliegens", sagt der frühere Erfolgscoach der Österreicher bei Eurosport. Schon kleine Fehler würden sich beim Skifliegen "durch höhere Geschwindigkeiten, stärkere Luftkräfte und höhere Flugkurven gravierender" auswirken als beim Skispringen. Ein gewisses Restrisiko lasse sich daher trotz steigender Sicherheit in den vergangenen Jahren nie ausschließen, betont der Tiroler.
Tande war am Nachmittag gegen 14.30 Uhr in seinem Probeversuch in Schieflage geraten und mit hoher Geschwindigkeit nach 78 Metern auf den Boden geknallt. Er war nach dem Aufprall reglos den extrem steilen Hang heruntergerutscht und wurde nach der Notversorgung per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Das folgende Springen mit dem Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi (Japan) und Michael Hayböcks viertem Platz geriet zur Nebensache.
"Das Skifliegen kann so einfach und ästhetisch ausschauen. Aber wenn Fehler passieren, kann es dramatisch enden", erklärt Pointner.