Schlierenzauer: "Das Freuer brennt noch"
Seine Auszeit in den letzten Wochen genoss er, um auch mal auf andere Gedanken zu kommen. Geplant hatte er eine solche schon vor drei Jahren. Aufgrund der Olympischen Spiele in Sochi, bei denen er Silber mit der Mannschaft gewann, revidierte er seine Meinung.
Ganz weg von der Sportlerbühne will er allerdings nicht. "Für den Schritt bin ich noch nicht bereit, weil das Feuer noch brennt", stellt er klar. "Ich will aber nicht entscheiden, wann und wie ich zurückkomme. Wenn ich mich top fühle, auf die Schanze zurückzukehren, werde ich den Schritt wagen." Er will das Knie soweit hinbringen, "dass es auch einem Weltrekord standhält".
Kreuzband zur Hälfte abgerissen und herausgeschlagen
Aus ärztlicher Sicht steht einem Comeback nichts im Wege. Dr. Wulf Glötzer, Unfallchirurg und Sport-Traumatologe, erklärt, dass die Hälfte des Kreuzbandes "abgerissen und herausgeschlagen" war. Daher gab es keine Alternative zur Operation.
Ein Drittel des ursprünglichen Kreuzbandes ist allerdings auch nach dem Eingriff noch vorhanden, was gut ist, weil dadurch "die Reflextätigkeit noch erhalten ist". Zunächst konzentriert sich Schlierenzauer aber auf die Reha, die auf ihn wartet. Noch am Freitag wird er aus dem Krankenhaus entlassen, dann geht es endlich ab nach Hause. "Dort lasse ich mich mal ein paar Tage verwöhnen", meint der mit 53 Siegen erfolgreiche Weltcup-Springer aller Zeiten.