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ÖSV-Star Pinkelnig: "Vor dem Sturz ist viel schiefgelaufen"

ÖSV-Skispringerin Eva Pinkelnig hat sich einmal mehr nach einer schweren Verletzung zurückgekämpft - und spricht jetzt offen über die schwere Zeit vor dem Sturz.

ÖSV-Star Pinkelnig: "Vor dem Sturz ist viel schiefgelaufen" Foto: © GEPA

Ein Schädel-Hirn-Trauma 2016, ein Milzriss 2020: Die Verletzungsakte von Eva Pinkelnig ist eine lange. Im September 2025 kamen noch ein Kreuzbandriss, Innen- und Außenmeniskus-Riss und ein Knorpelschaden im linken Knie dazu.

Die Vorarlbergerin stürzte beim Sommer-Grand-Prix in Predazzo folgenschwer.

"Es ist sehr, sehr viel schiefgelaufen die Monate davor. Wir haben echt gelitten. Das hat dann unter anderem zu dieser schweren Verletzung geführt", offenbart Pinkelnig nun gegenüber LAOLA1.

Die Zeit vor dem verhängnisvollen Sturz sei "unglaublich schwer" gewesen, im Hintergrund sei vieles nicht gut gelaufen. "Es ist mir psychisch nicht gut gegangen. Ich war ausgebrannt. Wir hatten teilweise einfach viel Chaos. Von dem her hat es diese Auszeit vielleicht gebraucht."

Jeden Freitag eine Feier 

Mehr als 400 Tage nach der Verletzung hat Pinkelnig viel aufgearbeitet, sowohl psychisch als auch körperlich.

"Ich bin es so angegangen: Jeden Montag bis Freitag waren Therapien. Und jeden Freitag, wo das Comeback noch möglich war, habe ich gefeiert - mit Eis, mit Keksen, mit Family-Zeit, mit Freunden", erzählt die 38-Jährige. "Und so haben wir Woche für Woche abgehakt und stehen jetzt hier. Das Comeback ist tatsächlich möglich."

Mitte September sprang Pinkelnig in Tschagguns erstmals wieder von einer Schanze. Das Knie hält, nur der restliche Körper muss sich erst wieder an die Sprung-Bewegungen gewöhnen.

Ich lasse mir von niemandem einreden, was in meinem Leben möglich ist.

Eva Pinkelnig

Ob die Gesamtweltcup-Siegerin von 2022/23 beim Saison-Auftakt in Lillehammer am 21. November am Balken sitzen wird, ist noch unklar. Die Ziele für den Winter sind hingegen glasklar: Die erste Vierschanzen-Tournee der Frauen, die WM und das Skifliegen in Planica.

"Wie wir da hinkommen, ist aktuell sehr, sehr flexibel. Wir nehmen jetzt einfach mal Woche für Woche und schauen dann, wie weit wir kommen", sagt Pinkelnig, die die vergangene Olympia-Saison komplett verpasste.

Das Wichtigste für die ÖSV-Skispringerin ist sowieso, dass sie überhaupt wieder ihrer Leidenschaft nachgehen kann.

"Mir ist schon bewusst, dass so eine schwere Verletzung Karrieren beenden kann – in jeglichem Alter", so Pinkelnig.

Gleichzeitig will sie sich nicht einreden lassen, dass sie es mit 38 Jahren und nach der Verletzung nicht mehr an die Weltspitze zurück schaffen kann.

"Ich lasse mir von niemandem einreden, was in meinem Leben möglich ist", sagt Pinkelnig.

"Ich bin jetzt die Oma"

Vor dem schweren Sturz war die Vorarlbergerin die beste Springerin im ÖSV-Team. Nun kehrt sie in eine gänzlich veränderte Mannschaft zurück. Mit Sara Marita Kramer und Jacqueline Seifriedsberger beendeten zwei Leistungsträgerinnen ihre Karriere. Lisa Fettner (ehemals Eder; Anm.) entschied sich zum Rücktritt vom Rücktritt.

"Ich bin jetzt die Oma im Team", lacht Pinkelnig. Am meisten Erfahrung bringt sie definitiv mit.

Ich glaube, das ist für diese Saison auch ganz fein, dass wir uns die Rollen ein bisschen teilen können. Vom Sportlichen her ist Lisa die ganz klare Nummer eins. Bei der Erfahrung und den Erfolgen bin ich die Nummer eins. Ich glaube, wenn man das verteilen kann auf zwei Schultern, tut sich auch jeder ein bisschen leichter."

Zwar sei das einstige Erfolgs-Team der ÖSV-Springerinnen "ein bisschen auseinandergebröckelt", nun gelte es aber, es wieder neu aufzustellen.

"Es sind Talente da, die unglaublich großes Potenzial haben. Die werden sich auch entwickeln und uns sehr viel Freude bereiten in der Zukunft", sagt Pinkelnig - die selbst auch noch einige Zeit mitspringen will...

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