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Österreichs Frauen-Eishockey braucht mehr als Schlagzeilen

Nach dem angedrohten WM-Boykott war die Solidarität groß. Seit der Einigung ist es still geworden. Dabei haben die Spielerinnen viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

Österreichs Frauen-Eishockey braucht mehr als Schlagzeilen Foto: © GEPA

Am 17. April 2025 schrieben Österreichs Eishockey-Frauen Geschichte.

Mit einem Overtime-Sieg über die Niederlande wurde der erstmalige Aufstieg in die Top-Division fixiert. Fast 19 Monate später folgt am 6. November 2026 der nächste historische Moment.

An diesem Freitag fällt um 15:00 Uhr das erste Bully im Spiel gegen Tschechien. Für Spielerinnen und Betreuer wird damit ein großer Traum wahr: Endlich darf sich Österreichs Frauen-Eishockey auf der großen WM-Bühne präsentieren.

So groß die Vorfreude im Team vor dem Turnier auch ist, so gering ist die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Dabei stand gefühlt erst vor wenigen Monaten ganz Österreich hinter dem Nationalteam.

Große Unterstützung, kurze Aufmerksamkeit

Der Streit zwischen den Spielerinnen und dem Eishockey-Verband im Sommer hatte eine Welle der Unterstützung ausgelöst. Ex-Spielerinnen, Medien, Fans, Angehörige und viele mehr stellten sich unisono hinter das Frauen-Team und ihre Forderungen.

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Antonia Matzka war sogar in der ZIB2 zu Gast
Foto: ©GEPA

Der angedrohte WM-Boykott, den die Spielerinnen auch im Interesse der nächsten Generation erwogen, zwang den ÖEHV zum Handeln. Auf dem Weg zu einer Einigung berichteten die Medien intensiv über das Thema, der ORF widmete ihm sogar einen Beitrag samt Interview mit Nationalspielerin Antonia Matzka in der ZIB2.

Gleichberechtigung ist längst kein Thema, das ausschließlich den Sport betrifft. Es zieht sich durch sämtliche gesellschaftlichen Bereiche. Umso bemerkenswerter ist, wie schnell die öffentliche Aufmerksamkeit wieder verschwindet, sobald ein Zwist beigelegt ist.

Der Preis für die Leidenschaft

Wobei, wirklich überraschend ist das nicht.

Frauen-Eishockey spielt in Österreich medial weiterhin eine untergeordnete Rolle. Größere Aufmerksamkeit erhält es vor allem dann, wenn Konflikte oder historische Erfolge Schlagzeilen liefern. Das hat der jüngste Fall bedauerlicherweise einmal mehr gezeigt.

Dabei leisten die Spielerinnen hierzulande Großes. Bis auf einzelne Ausnahmen – etwa Anna Meixner und Theresa Schafzahl – kann keine Aktive vom Eishockey leben. Sie ist deshalb gezwungen, neben dem Sport einem Beruf nachzugehen.

Das bedeutet: Von frühmorgens bis zum Nachmittag stehen die Spielerinnen im Berufsleben, abends geht es zum Training und anschließend wieder nach Hause. Und das mehrmals pro Woche. 18-Stunden-Tage sind dabei keine Seltenheit.

Hinzu kommen erhebliche finanzielle Belastungen. Neben den eigenen Lebenshaltungskosten müssen die Spielerinnen in vielen Fällen auch ihre Ausrüstung selbst bezahlen.

Eigene Umkleidekabinen sind eine absolute Seltenheit. Von den weiterhin bestehenden Klischees ganz zu schweigen.

Wertschätzung darf kein Ausnahmefall sein

All das nehmen die Spielerinnen auf sich, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Wertgeschätzt wird das kaum bis gar nicht.

Wie viele von ihnen betonen, nehmen sie diese Belastungen auch auf sich, um es den nächsten Generationen einfacher zu machen. Sie sind dazu gezwungen, den Finger in die Wunde zu legen und Missstände, die über Jahrzehnte herrschen, aufzuzeigen. Ansonsten würde sich nie etwas ändern.

Doch nicht nur die Spielerinnen können einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Zukunft leisten. Verbandsverantwortliche, Sponsoren, Fans und Medien stehen in der Verantwortung.

Ihre Erfolge, Geschichten und Opfer gehören gewürdigt. Nicht nur, wenn Boykotts angedroht werden oder eine historische Weltmeisterschaft ansteht, sondern regelmäßig.

Das ist das Mindeste, was wir für Frauen-Eishockey in Österreich leisten können.

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