Nerven wie Stahlseile
Im zweiten Durchgang werden Hayböcks Nerven gewaltig auf die Probe gestellt. Nachdem Tande bei wechselnden Verhältnissen 127 Meter vorlegt, muss der Österreicher den Balken wegen des zu starken Windes kurzzeitig wieder verlassen. Nach der Freigabe setzt Hayböck dennoch den zweitweitesten Sprung des Durchgangs in den finnischen Schnee und nimmt Tande weitere 1,4 Punkte ab.
"Beim Warten auf den Sprung denke ich oft an etwas, das gar nichts mit dem Skispringen zu tun hat. Ich habe mir überlegt, ob die Champions League schon begonnen hat, damit ich mich ablenke", scherzt der Barcelona-Fan nach dem Bewerb. Und freut sich: "Das macht mich sehr stolz, unglaublich. Ich habe mir nie träumen lassen, dass ich derjenige bin, der einmal so eine Siegesserie hinlegen kann."
Drei Siege in Folge hinterlassen auch in der Weltcup-Wertung Spuren: Hayböck überholt Kenneth Gangnes und ist mit 1018 Punkten neuer Gesamt-Dritter. Der in Kuopio viertplatzierte Peter Prevc (1698) baut seinen Vorsprung auf Severin Freund (8./1139) aus.
Auch Kraft hat mit seinem starken zweiten Sprung Grund zum Jubeln. "Ich habe den Skiflug-Modus rausgegeben und bin mega-happy, dass ich das noch umgesetzt habe", beschreibt er sein Erfolgsrezept.