Venier: "Hätte am liebsten alles hingeschmissen"

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Die Tränen waren noch nicht ganz getrocknet, als sich Stephanie Venier nach der WM-Abfahrt in Aare den Journalisten stellte.

Um gerade einmal vier Hundertstel verpasste die Silbermedaillen-Gewinnerin von 2017 das Podest und damit Edelmetall.

„Der vierte Platz ist bei einer WM einfach der blödeste. Ich wäre lieber Achte oder Neunte geworden statt mit vier Hundertstel Rückstand Vierte. Es ist extrem bitter“, sagt Venier.

"Bei einer WM ist es halt scheiße"

Sie sei locker drauflosgefahren, Druck hätte sie nach ihrem Weltcup-Sieg bei der WM-Premiere in Garmisch keinen verspürt. „Ich stehe nicht am Start und denke, ich gehöre zu den Favoritinnen. Ich bin locker drauflosgefahren, es war einfach um vier Hundertstel zu langsam.“

Ein Fehler vor dem Ziel hat ihr wohl die Medaille gekostet, glaubt Venier. Ansonsten sei sie mit ihrer Fahrt zufrieden. „Ein vierter Platz bei einem Weltcuprennen wäre super, aber bei einer WM ist es halt scheiße.“

"Da ist mir das Ladl runtergefallen"

Bis zur Startnummer 19 lag die Tirolerin auf dem Bronze-Platz hinter Ilka Stuhec und Lindsey Vonn, dann fuhr die Schweizerin Corinne Suter noch auf Rang zwei und schubste Venier vom Podest.

"Am liebsten hätte ich alles hingeschmissen und wäre sofort unten raus und gar nicht bei den Leuten vorbei“, schildert Venier den bitteren Moment.

„Wenn dich die letzte Läuferin, die man fürs Podest auf der Rechnung haben muss, runterfährt, ist es richtig bitter“, leidet auch Nicole Schmidhofer mit Venier mit. „Da ist mir das Ladl runtergefallen.“

„Mir ist schon das Ladl runtergefallen, als ich im Ziel war. Dann habe ich gesehen, dass Stephi Dritte ist und mir gedacht, wenigstens sie holt was. Aber dann ist uns das auch wieder verwehrt geblieben für die Mannschaft. Es ist eine WM, bei der es einfach nicht sein sollte.“

"Ist das echt der gleiche Tag?"

Sie selbst habe mit einem schwierigen Rennen gerechnet. „Es ist einfach null Sonne gewesen, als ich gestartet bin. Ich habe mich voll reingelegt, aber ich habe das Tempo einfach nicht gehabt. Wenn man Leuten wie der Mo (Mowinckel, Anm.) oder Ilka (Stuhec, Anm.) zugeschaut hat, denkt man sich: Ist das echt der gleiche Tag?“

Um aufs Podium zu fahren brauche es eben auch ein bisschen Glück, sagt die Super-G-Weltmeisterin von 2017. „Das hat man heute definitiv gebraucht vom Wind und von der Sicht her. Das hat uns nicht in die Karten gespielt. So spielt das Leben.“

Auch Siebenhofer, als Siebente zweitbeste Österreicherin, spricht die wechselnde Sicht an. „Da braucht man auch das Glück des Tüchtigen, das ist heute nicht auf unserer Seite gewesen.“

Venier stellt WM-Vergabe infrage

Venier zeigt sich aufgrund des unbeständigen Wetters in Aare genervt. „Es ist blöd, dass die WM hierher vergeben wird, wenn man eh weiß, wie es hier mit dem Wetter ist. Ich bin jetzt das zweite Mal hier und bin insgesamt zwei Mal von ganz oben gefahren und das war in den Trainings“, moniert die Tirolerin.

„Du trainierst den ganzen Sommer und Winter und dann gibt es eine Abfahrt mit einer Minute. Sogar die Kombi-Abfahrt war länger. Das ist extrem schade“, sagt Venier.

Im Endeffekt habe es „einfach nicht gereicht“, muss sich Venier eingestehen. „Jetzt heißt es das abzuhaken, der Weltcup geht ja weiter.“

Davor wollten Venier und Co. die Weltmeisterschaft aber noch ausklingen lassen. "Ich habe schon gesagt, von Platz 4 bis 30 sind heute alle eingeladen in den TirolBerg", sagt Venier. Die Medaillengewinnerinnen aber "brauchen wir nicht", meint sie augenzwinkernd.

Ergebnis der WM-Abfahrt>>>

Medaillenspiegel der WM>>>

Textquelle: © LAOLA1.at

Steffi Venier schrammt in WM-Abfahrt an Medaille vorbei

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