Liensberger: "Dann sollte träumen erlaubt sein"

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Sie gilt als eine der größten Ski-Hoffnungen des Landes: Katharina Liensberger.

Mit erst 21 Jahren ist die Vorarlbergerin aktuell Österreichs Nummer eins im Damen-Slalom-Team.

2016 gab sie in Flachau ihr Weltcup-Debüt, drei Jahre später folgte an selber Stelle der erste Podestplatz ihrer noch jungen Karriere.

"Kathi ist eine sehr akribische Arbeiterin", sagt ihr Trainer Johannes Zöchling. "Sie ist zielstrebig, ehrgeizig und verfolgt ihre Ziele sehr konsequent."

"Ich wollte schon immer ganz schnell sein"

Aufgewachsen ist Liensberger in Göfis in Vorarlberg, wo sie auch heute noch lebt. Das Skifahren ist von Kindesbeinen an Teil ihres Lebens. Nach der Skihauptschule in Schruns besucht die leidenschaftliche Harfe-Spielerin das Skigymnasium in Stams, das sie 2016 mit der Matura abschließt. Aktuell macht sie neben ihrer Skikarriere eine Ausbildung beim Zoll.

„Seit ich klein bin, liebe ich den Schnee“, schreibt Liensberger auf ihrer Homepage. „Schnell war mir das Spielen im Schnee zu langweilig und sogleich entdeckte ich den Spaß und die Begeisterung am Skifahren. Ich wollte schon immer ganz schnell sein, womöglich einmal zu den schnellsten Skifahrerinnen der Welt gehören.“

Diesen Traum hat sich Liensberger erfüllt. Als Sechste des Slalom-Weltcups ist sie aktuell die beste ÖSV-Läuferin und auch im Gesamtweltcup ist sie in den Top 15 zu finden.

"Talent ist keine Glückssache"

"Talent ist keine Glückssache, sondern der starke Wille, seine wahren Fähigkeiten zu entdecken und konsequent zu entwickeln.“

Für die 21-Jährige nicht zuletzt ein Produkt kontinuierlicher Arbeit. "Ich möchte mich stetig verbessern, stetig weiterentwickeln“, sagt Liensberger. „Talent ist keine Glückssache, sondern der starke Wille, seine wahren Fähigkeiten zu entdecken, an sie zu glauben und konsequent zu entwickeln.“

Liensberger trainiert in der ÖSV-Kombi-Gruppe von Stefan Schwab hauptsächlich mit dem neuen Allgäuer Slalom-Coach Robert Füss, der seit diesem Winter im ÖSV-Team tätig ist. Seit den Rennen am Semmering Ende des vergangenen Jahres hat die Rossignol-Fahrerin zudem einen neuen Servicemann.

Die Arbeit der Vorarlbergerin und ihres Betreuerstabs trägt immer mehr Früchte. Im Vorjahr war Liensberger Teil jener ÖSV-Mannschaft, die bei den Olympischen Spielen Silber im Teambewerb holte. In Aare gab es nun wieder Silber mit dem Team - ihre erste WM-Medaille. 

Schöne Erinnerungen

Nach Rang 12 im Riesentorlauf steht für Liensberger zum Abschluss der WM mit dem Slalom am Samstag (ab 11 Uhr im LIVE-Ticker) noch das Highlight an. 

Der Torlauf ist ihre stärkste Disziplin und der WM-Hang liegt ihr. Bei der Junioren-WM 2017 holte sie im Riesentorlauf und mit dem Team jeweils Silber, beim Weltcup-Finale im Vorjahr wurde sie im Slalom gute Achte. 

„Ich bin den Hang schon einige Male runtergefahren. Ich habe schöne Erinnerungen im Kopf, an diese versuche ich mich zu erinnern“, erklärt Liensberger noch vor dem Gewinn der Silbermedaille im Teambewerb.

Eine Garantie für ein gutes Abschneiden am Samstag ist das aber noch lange nicht. "Die Platzierung davor oder danach nützt mir gar nichts für das nächste Rennen. Ich weiß, es beginnt die Uhr wieder bei null“, sagt Liensberger. „Ich versuche einfach jedes Mal, meine beste Leistung im Rennen umzusetzen.“

Den besten auf den Fersen

Im Slalom landete sie in dieser Saison in jedem Rennen, in dem sie das Ziel sah, in den Top zwölf. Platz drei in Flachau ist der bisherige Höhepunkt. 

„Ich bin im Slalom sicher in der Außenseiter-Rolle, die Favoritinnen sind andere“, merkt Liensberger an und nennt Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova. „Die beiden fahren in dieser Saison so stark, sie bringen ihre Leistungen so konstant.“

Dennoch möchte sie möglichst bald in das Duell eingreifen. Die 1,64 Meter große Liensberger ist zwei Jahre jünger als das Duo, den beiden derzeit besten Slalomfahrerinnen aber auf den Fersen. 

"Das ist grandios"

"Es ist noch viel Luft nach oben. Alles was ich tun kann, ist, mich stetig zu verbessern. Was Mika und Petra auf die Piste bringen, ist grandios. Aber ich bin dran, um mich zu verbessern und meine schnellen Schwünge immer konstanter zeigen zu können. Derzeit sind die zwei vor mir noch zu gut. Aber ich werde jeden Tag besser.“

Liensberger wisse, wo im Slalom ihre Stärken liegen und dass man sie mittlerweile im Fokus habe. "Das Wichtigste ist deshalb, dass ich mir selbst keinen Druck mache, sondern versuche, mich weiterhin stets zu verbessern und nach vorne zu kommen", will sie ihrer Linie treu bleiben.

„Ich will einfach zeigen, was ich gern tue und was mir so Spaß macht“, sagt Liensberger. „Dann sollte träumen erlaubt sein.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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