Stenmark: "Hirscher hat alles"

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Auch wenn er sportlich längst nicht mehr aktiv ist, ist er der Star der Ski-WM: Ingemar Stenmark.

Überall, wo der mittlerweile 62-jährige Schwede auftaucht, scharren sich Journalisten und Fans um ihn. Denn der Rekordhalter an Weltcupsiegen (86) ist ein sehr seltener Gast im Skisport geworden.

"Ich bin Familienvater und führe ein ruhiges Leben", erzählt Stenmark am Dienstag in Aare. Den Ski-Weltcup verfolgt er noch immer regelmäßig: "Nicht alle Rennen, aber sehr viele."

Besonders gerne würde er Mikaela Shiffrin, Marcel Hirscher oder Clement Noel auf die Skier schauen, sagt Stenmark. Vor allem von Hirscher sei er "beeindruckt".

Stenmark glaubt an Hirscher-Double

"Er ist so stark, er hat einfach alles. Die Physis, das Mentale, einen wirklich starken Kopf. Wenn er einmal einen schlechten Lauf macht, dann kommt er im zweiten Durchgang zurück. Wenn er einmal ein schlechtes Rennen macht, wird er nicht gestresst und gewinnt einfach das nächste", sagt Stenmark über den siebenfachen Gesamtweltcup-Sieger.

Deshalb glaube er auch, dass Hirscher bei der WM sowohl den Riesentorlauf als auch den Slalom gewinnen wird. "Aber es ist eine WM, alles kann passieren, es gibt noch einige andere Kandidaten", sagt Stenmark und nennt unter anderem seinen Landsmann Andre Myhrer.

"Shiffrin wird über 100 Rennen gewinnen"

Hirscher könnte einer jener Athleten sein, die den Rekord von 86 Weltcup-Siegen des Schweden in naher Zukunft brechen können. Der Salzburger hält aktuell bei 68 Siegen.

"Ich spreche gerne über den Rekord. Aber ganz ehrlich: Er ist mir ziemlich egal, weil man das alles nicht vergleichen kann. Er bringt mir Publicity. Jetzt, als Lindsey (Vonn, Anm.) knapp dran war, ihn zu brechen, stand ich wieder in allen Zeitungen. Sogar in Los Angeles war über mich zu lesen. Das ist doch gut", grinst Stenmark.

Früher oder später wird der Rekord gebrochen werden. "Ich denke, sowohl Marcel als auch Mikaela Shiffrin können und werden ihn brechen", sagt Stenmark.

Eine Prognose, wer von den beiden es zuerst schafft, traut er sich aber nicht abzugeben. "Keine Ahnung. Aber Mikaela gewinnt sicher über 100 Rennen!"

"Das hätte ich nicht ausgehalten"

Der Unterschied zwischen dem Leben der jetzigen Superstars und seiner Zeit sei jedenfalls riesig.

"Die Läufer heute haben viel mehr Druck. Ich hätte das mit den Medien nicht ausgehalten", erklärt Stenmark. "Heute müssen die Athleten dem Fernsehen ja schon vor dem Rennen, zwischen den Durchgängen und nach dem Rennen Interviews geben. Und dann gibt es auch noch eine Siegerehrung und Nummernauslosung. Das ist eindeutig zu viel für mich."

Auch Pärson verneigt sich

Auch Anja Pärson, die 2007 bei ihrer Heim-WM in Aare drei Goldmedaillen gewann, verneigt sich vor Hirscher. "Es ist toll, ihm zuzuschauen", sagt die 37-jährige Schwedin.

Es sei unglaublich, wie konstant der Salzburger sei, "und sein Weg, wie er Rennen fährt, und wie er sich selbst im Rennen im Griff hat. Auch, wenn es eisig ist oder unruhig, kann er seine Technik immer anpassen".

Textquelle: © LAOLA1.at

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