Nach Teambewerb: Hirscher holt zum Gegenschlag aus

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Marcel Hirscher lässt Dampf ab.

Im Rahmen der traditionellen Pressekonferenz vor den Technik-Rennen bei der Ski-WM in St. Moritz will der fünffache Gesamtweltcupsieger etwas klarstellen: Der unfaire Umgang mancher Medien nach dem Teambewerb lässt ihm keine Ruhe.

"Ich möchte noch etwas wegen des Teambewerbs sagen. Über manch einen Bericht habe ich mich sehr gefreut, bei manchen anderen habe ich mir gedacht, dass es peinlich ist, wie berichtet wird", so sein Statement.

Retourkutsche gegen gewisse Journalisten

Schließlich holt der Salzburger einen Zettel hervor und liest ab: "Im Viertelfinale hatte ich die zweitbeste Laufzeit, in der ersten Runde die viertbeste. In einem Weltcup-Rennen wäre das bei einem eigenen Bewerb wahrscheinlich ein Podestplatz."

Damit unterstreicht er jene Fakten des LAOLA1-Kommentars, der klarstellte, dass das Bashing total aus der Luft gegriffen ist.

Bei dieser Gesprächsrunde holt Hirscher zum Gegenschlag aus
Foto: © GEPA

Nicht falsch verstehen: Hirscher zielt mit seinem Gegenschlag lediglich auf gewisse Medien, die nach dem Teambewerb haltlose Vorwürfe von "peinlich" bis "Blamage" verwendeten. Kommentare mancher User berühren ihn nicht.

"Ich bin wirklich peinlich enttäuscht von manchen Menschen in gewissen Redaktionen. Deren größtes Problem ist es wahrscheinlich, in der Früh die Kaffeemaschine einzuschalten – selbst sind sie noch nie einen Schwung auf Ski gefahren", so seine Retourkutsche.

Warum Hirscher sich dazu äußert

Nun mag sich manch einer die Frage stellen, warum Hirscher dies nötig hat. Müsste er angesichts seiner zahlreiche Erfolge nicht "über solchen Berichten" stehen?

Seine klare Antwort: "Medien sind Meinungsbildner. Das ist euch bewusst, mir auch. Man glaubt den Experten – und die wahren Experten sitzen ohnehin hier in St. Moritz. Was mir weh tut ist das Bild, das durch gewisse Berichte nach außen getragen wird – weil es falsch ist. Das ist ein Tritt von hinten."

"Das hat mich wirklich geärgert. Das zeigt, wie viel Schein im Sport ist", zeigt er sich nicht nur verärgert, sondern gleichermaßen enttäuscht.

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(Artikel wird unterhalb fortgesetzt)

Es geht dem 27-Jährigen in gewisser Weise auch darum, sich den Frust von der Seele zu sprechen, wie er selbst bestätigt: "Es gab auch Berichte, die die Fakten super auf den Tisch gelegt haben. Ihr kennt mich, ich äußere mich selten zu solchen Themen – ich wollte es aber einfach los werden. Jetzt fühle ich mich freier."

Ein gereizter Hirscher ist ein gefährlicher Hirscher

Und genau das klingt für die Konkurrenz nach einer Drohung: Ein befreiter und dennoch irgendwie gereizter Hirscher. Auch wenn Hirscher selbst sagt, diese "Wut im Bauch" keinesfalls in die Rennen mitnehmen zu wollen ("Ich kann nicht mehr als das Maximum herausholen. Es ist nicht vorteilhaft, wenn man überpowert"), wird es im Hinterkopf dennoch eine (kleine) Rolle spielen.

Und vielleicht kommt dies alles ja genau zum richtigen Zeitpunkt.

Wahre Sportgrößen haben immer wieder bewiesen, dass sie am gefährlichsten sind, wenn sie gereizt sind. Man denke an einen gewissen Roger Federer, der von allen Experten abgeschrieben wurde und schließlich mit 35 Jahren die Australian Open gewann. Oder an Tom Brady, der von der NFL für vier Spiele gesperrt wurde, dann seinen "Rachefeldzug" begann und schließlich die Super Bowl gewann.

Und vielleicht ja schon bald ein angestachelter Marcel Hirscher, der neben Kombi-Silber noch weitere WM-Medaillen holt...

Textquelle: © LAOLA1.at

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