Marcel Hirschers "Riesen"-Serie ist gerissen

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"Nach Hause. So schnell wie möglich!" Jungpapa Marcel Hirscher tritt nach knapp einwöchigem US-Aufenthalt und Platz zwei im Riesentorlauf von Beaver Creek blitzartig die Heimreise an.

Der Salzburger freut sich weit mehr für Sieger Stefan Luitz, als sich über den verpassten 60. Weltcupsieg zu ärgern. Allerdings ist der aufwändige Nordamerika-Trip irgendwie auch eine halbe Sache gewesen.

Seit Dienstag (27.11.) trainierte der siebenfache Weltcup-Gesamtsieger in Colorado und testete in Vail Material.

Am Sonntag sah er nach einem Fehler von Luitz in der Entscheidung schon wie der sichere Sieger aus, dann stand der "Titelverteidiger" aber doch erstmals seit 9. Dezember 2017 in einem Riesentorlauf nicht ganz oben. Statistik - eine andere Serie geht weiter>>>

"Ganz easy" habe Luitz den Rückstand noch aufholen können. "Ich habe im Finish angedriftet, er hat durchgezogen", erklärt Hirscher.

Hirscher: 125. Podestplatz beim 225. Weltcup-Start

Im Privatjet der Red-Bull-Fahrer von Eagle nach Denver tröstete sich Hirscher nach dem 225. Weltcup-Start mit dem 125. Podestplatz seiner Karriere - ewige Bestenliste>>>.

Und er freute sich mit Luitz. "Der Mann hat es sich nach seinem steinigen Weg mehr als schwer verdient", gratulierte er dem nach Kreuzbandriss zurückgekehrten Deutschen.

Dass der Ausflug um die halbe Welt offenbar Verbesserungspotenzial gehabt hätte, klang beim Salzburger aber auch durch.

"Es war schon eine Woche mit sehr viel Ungewissheit und eher schlechten Trainingsbedingungen", sagte Hirscher und erwähnte Unsicherheiten bei der Richtung der Materialentwicklung. "Ich freue mich deshalb, wenn ich daheim wieder richtig ins Training einsteigen kann."

Piste in Beaver Creek baute stark ab

In Beaver habe er in beiden Durchgängen das Maximum herausgequetscht. "Es wäre kein Millimeter mehr gegangen", monierte der 29-Jährige eine seiner Meinung nach stark nachlassende Piste.

In der Tat gelangen ihm und Luitz in der Entscheidung nur die zehnte bzw. elfte Zeit, während die Außenseiter Thomas Tumler (SUI) und Rasmus Windingstad (NOR) vorne lagen.

"Weltcup-Rennen bin ich auf solchen Bedingungen noch nie gefahren. Für ein Herren-Rennen war das schwer am Limit", sagte Hirscher. "Ich wäre zweimal fast ausgeschieden, also war es insgesamt fast ein kleiner Sieg für mich."

Nach der Sölden-Absage nun zu sehen, das er auch im Riesentorlauf weiter vorne mit dabei sei, freute den Levi-Slalom-Sieger aber enorm.

"Das war eigentlich das Wichtigste. Der Saisonstart ist geglückt", sagte der siebenfache Weltcup-Gesamtsieger, der trotz Vaterschaft absehbar kaum Abstriche in seinem Rennprogramm machen wird.

Auf Hirscher wartet volles Programm bis Weihnachten

Nach Val d'Isere folgen bis Weihnachten noch Alta Badia, Saalbach (Sölden-Ersatz) und Madonna - Weltcup-Kalender>>>

Nach zwei Tagen Training auf der Reiteralm wird Hirscher Freitag nach Val d'Isere anreisen und vorsichtshalber den Regenmantel einpacken. In der Ski-Station in Savoyen steht bekanntlich sein "Hausberg".

"Zu jedem Ort findet man mittlerweile aber eine gute Geschichte", winkte Hirscher ab.

Im Vorjahr war dort ebenfalls eine fast einjährige Sieges-Serie im Riesentorlauf gerissen, seitdem war Hirscher bis Beaver Creek inklusive Olympia aber wieder ungeschlagen geblieben.

Seit dem Saisonstart 2016/17 ist Hirscher in allen 16 Weltcup-Riesenslaloms auf das Podest gecarvt. Sein letzter Ausfall in dieser Disziplin, in der er wie im Slalom fünf Mal die Gesamtwertung gewonnen hat, passierte im Februar 2011 in Hinterstoder. Dabei zog er sich eine Verletzung zu, die ihn um die WM in Garmisch brachte...

Textquelle: © LAOLA1.at

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