Max Franz: Sieg "mit ein bisserl Glück"

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Unverhofft kommt oft! Mit einem Sieg von Max Franz bei der ersten Saison-Abfahrt in Lake Louise hätten wohl nur die wenigsten gerechnet.

"Ich bin aufgeregt, zittere richtig. Ein richtig schönes Gefühl", sagt Franz nach seinem überraschenden Triumph. Der Kärntner muss allerdings auch zugeben, dass an einem wahren Traumtag mit stahlblauem Himmel über dem Banff National Park die äußeren Umstände eine mitentscheidende Rolle gespielt haben.

"Es schaut schon so aus, als ob ich mit dem Wind ein bisserl Glück gehabt hätte", meint der mit Nummer eins gestartete Franz. "Der Wind war auf meiner Seite. Aber um zu gewinnen, muss eben alles zusammenpassen."

Die bei den Läufern oft unbeliebte Startnummer eins sei für ihn eine besondere Motivation gewesen. "Mit Startnummer eins ist da immer ein bisschen mehr Adrenalin. Das war aber heute eh ganz gut für mich. Ich bin oben gut weggekommen, habe nach dem Super-G-Teil ein bisschen gewackelt, weil es schneller war als im Training. Dann war ich frech unterwegs. Coaches Corner und Fishnet haben gut funktioniert, beim Fallaway war ich etwas zu spät. Insgesamt habe ich aber eine gute Linie gefunden", analysiert Franz.

Mit seinem erst zweiten Weltcupsieg nach Gröden 2016 sorgt er zugleich für den ersten ÖSV-Abfahrtserfolg in Lake Louise seit Michael Walchhofer 2010.

Ergebnis der Herren-Abfahrt in Lake Louise>>>

Franz vor Auftakt "sehr nervös"

Für Franz hat sein zweiter Sieg im Weltcup einen besonders hohen Stellenwert. "Ich war ja schon mehrmals hier knapp dran und hab's immer vergeigt. Lake Louise ist ein geiles Rennen. Es ist wunderschön, einmal ganz oben zu stehen."

Auch deshalb, weil der 29-Jährige wegen seiner langjährigen Knieprobleme im Vorfeld nur eingeschränkt trainieren konnte. "Im Sommer war alles gut. Aber am Schluss ist mir der letzte Feinschliff auf dem amerikanischen Schnee ein bisserl abgegangen. Ich bin deshalb sehr nervös geworden und habe vor dem ersten Training nicht gewusst, wie es wirklich weiter geht. Ich bin aber gut rein gekommen. Es ist sehr schön, dass es heute so funktioniert hat."

Kriechmayr: "Diesen Ski sieht Max nicht mehr"

Den Erfolg hat er mitunter auch seinen schnellen Skiern zu verdanken. Nach dem Ende der abgelaufenen Saison wechselte Franz die Skimarke und startet nun mit Fischer.

ÖSV- und Fischer-Kollege Vincent Kriechmayr hatte Franz nach dessen Markenwechsel voll unterstützt. Zu viel? "Nein. Ich bin sehr froh, dass er zu uns gekommen ist. Er hat uns mit seinem Gefühl sehr weitergeholfen", sagt Kriechmayr und meint schmunzelnd: "Früher hat man geglaubt, ich bin so gut. In Wirklichkeit haben wir einfach die besten Ski. Max ist ein guter Freund. Aber diesen Ski sieht er nicht mehr", scherzt er.

"Seit ich den Zielauslauf verlassen habe, habe ich meine Ski nicht mehr gesehen. Ich habe jetzt schon keine Ahnung mehr, wo der ist", antwortet Franz augenzwinkernd.

Volle Attacke im Super-G

Gut lachen wollen die ÖSV-Herren auch am Sonntag im Super-G (20 Uhr im LIVE-Ticker) haben. "Die Piste hier ist richtig cool. Ich hoffe, wir haben wieder so schönes Wetter. Hier ist es voll zu attackieren. Mit ein bisserl Glück schaut's wieder gut aus", sagt Franz.

Neben dem Abfahrts-Sieger werden auch Kriechmayr, Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Romed Baumann, Johannes Kröll, Otmar Striedinger, Christian Walder und Christoph Krenn am Start sein.

Startliste für den Super-G>>>

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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