Feuz: "Das zeichnet Mayer aus"
Ins selbe Horn bläst Feuz. "Es sind noch drei Abfahrten, da ist noch viel offen, da kann noch sehr viel passieren. Das ist noch ein Drittel der Saison vor uns. Dominik würde ich definitiv nicht abschreiben. Wenn er zweimal gewinnt oder zweimal vor uns liegt, dann ist er voll im Kampf dabei. Ich glaube, dass das nicht nur ein Duell ist, sondern ein Dreikampf", sagt der Schweizer nach dem Training am Donnerstag, das Paris gewann.
Für Feuz lief es weit besser als am Vortag, allerdings darf man sich nie sicher sein, wieviel Bluff dabei ist. "Heute war das Training tadellos, gestern habe ich mich überhaupt nicht wohlgefühlt. Wellen sind nicht so meine Stärke. Man kann aber nicht sagen, dass mir die Strecke überhaupt nicht liegt. Im Vorjahr war ich auf etwas verkürzter Strecke Zweiter. Aber 2015, als Mayer gewann, bin ich zwei Sekunden hintenachgefahren. Es ist also sehr viel möglich."
Mit einer Kugelentscheidung bereits auf dem Zwölferkogel rechnet Feuz nicht. "Dass ich den Vorsprung auf über hundert Punkte ausbaue, bezweifle ich ehrlich gesagt. Was ich nicht hoffe, ist, dass Matthias hundert Punkte vor mir liegt vor Lenzerheide."
Was die Vorteile von Mayer sind? "Sein Speed, seine Siege natürlich. Er ist nicht nur konstant, sondern er fährt sehr risikohaft, das zeichnet ihn aus. Er kann auf den schwierigsten Strecken sehr viel riskieren und gewinnt dann eben solche Rennen auch."
Als dreifacher Gewinner der Abfahrtskugel und dem für ihn bescheidenen Saisonstart (Ränge 6, 3, 10) findet es Feuz "cool", dass er noch um das Kristall mitkämpft. Der Gewinn beider Abfahrten in Kitzbühel und Platz zwei in Garmisch-Partenkirchen brachten ihn in die Pole Position.
"Ich habe ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet. Jetzt bin ich sogar leicht vorne. Aber ich verkopfe mich nicht deshalb, ich habe drei Kugeln, alles andere kommt, wie es kommt."
Kriechmayr bescheinigt Mayer "Superverfassung"
Weltmeister Vincent Kriechmayr hat nach einer mäßigen Abfahrtssaison keine Chance mehr auf die Kugel, um die Podestränge will er auf der WM-Strecke von 2025 aber freilich fighten. "Natürlich will ich das, unser ganzes Team will das", sagt der Oberösterreicher.
Das Geschehen um den Disziplinsieg verfolgt er gespannt mit. "Mothl ist in einer Superverfassung, ich würde es ihm wünschen. Aber es spricht auch vieles für Beat. Er war in den letzten vier, fünf Jahren das Maß aller Dinge. Wer auch immer sich durchsetzt, hat es sich verdient."
Vielversprechende Trainingsleistungen zeigt aus dem ÖSV-Team auch Max Franz, der auf eine Fahrt hofft, wo mal "kein Blödsinn" passiert. Für Freitag ist Niederschlag angesagt.