Eva-Maria Brem will "nochmal was gewinnen“

Eva-Maria Brem will Foto: © GEPA
 

Weißt du, wann zuletzt eine Österreicherin einen Weltcup-Riesentorlauf gewonnen hat?

Es war vor über drei Jahren, am 7. März 2016. Die strahlende Siegerin: Eva-Maria Brem.

In der Saison 2015/16 gewann die Tirolerin auch die Riesentorlauf-Kristallkugel - neben WM-Gold im Teambewerb 2015 der größte Erfolg ihrer Laufbahn.

Seither ist im Leben und der Karriere der Eva-Maria Brem viel passiert. Nach einem neuerlichen Schien- und Wadenbeinbruch - den ersten erlitt sie 2010 - verpasste Brem fast die komplette Saison 2016/17.

Der Weg zurück war ein langer und steiniger. "Es war nicht immer leicht", gibt Brem gegenüber LAOLA1 zu. "Aber wenn du im Leben ein außergewöhnliches Ziel erreichen willst, ist es nie einfach. Mir war klar, dass der Weg zurück schwierig wird, aber ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden. Für mich hat sich das richtig angefühlt."

Durchgetaucht hat sie auch dank ihres Charakters. "Ich bin keine, die himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt ist. Ich bin nicht laut oder extrem, eher ganz gut in meiner Mitte. Deshalb verfalle ich auch nicht in Depressionen, wenn es nicht läuft", erklärt Brem, die sich selbst als "sensible" Läuferin beschreibt.

Brems letzter Schritt

Dass sie auf dem richtigen Weg ist, hat sich gegen Ende der vergangenen Saison gezeigt. Mit den Plätzen sechs und sieben in den Riesentorläufen in Spindlermühle und beim Weltcup-Finale in Andorra klopfte Brem wieder an der Weltspitze an.

"Ich bin letztes Jahr wieder an der Weltspitze angekommen. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt nach ganz vorne zu schaffen."

Eva-Maria Brem

"Ich bin letztes Jahr wieder an der Weltspitze angekommen. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt nach ganz vorne zu schaffen", ist das Ziel für die am Samstag in Sölden beginnende Saison klar. 

Der 31-Jährigen ist aber bewusst, dass das einfacher gesagt als getan ist. "Der Unterschied zwischen einem 6. oder 7. Platz und dem Podium ist schon noch groß. Das ist von der Platzierung her nicht viel, aber von dem, was man leisten muss, ist das nochmal ein Riesenschritt - der aber machbar ist", traut sich Brem den Sprung aufs Podest zu. 

Brems Heimkehr zu Atomic

Gelingen soll dies auch dank neuem Material. Brem wechselte nach der abgelaufenen Saison zu Atomic. 

"Ja, es ist schon ein bissl eine Heimkehr", sagt Brem, die bereits früher auf den Latten aus Altenmarkt unterwegs war. "Unterm Strich war es eine Bauchentscheidung. Nach dem Saisonfinale war klar, dass ich an einem Punkt meiner Karriere bin, dass wenn ich nochmals wechsle, das auch sicher der letzte ist. Ich bin 31, die Jahre sind absehbar. Und mit dieser Firma höre ich auf, mit dieser Firma will ich nochmal was gewinnen."

Eine Bestätigung dafür, dass der Material-Wechsel die richtige Entscheidung war, bekam Brem in der Saisonvorbereitung. 

"Ich fühle mich mit dem Material total wohl. Ich habe das Gefühl, das Material lässt wirklich was zu. Da spürst du als Sportler eine gewisse Chance, das spornt dich an, deine hundert Prozent abzuliefern."

Brem und das Limit

Das sei die Voraussetzung dafür, im Rennen ans Limit gehen zu können. "Manche Athleten können hirnlos riskieren, ich brauche eine gewisse Stabilität und das Wissen, dass ich mich technisch wohl fühle", erklärt Brem. 

Das zu schaffen sei auch schon zu ihrer "besten Zeit" ein Knackpunkt gewesen und hat sich nicht erst durch die Verletzungen ergeben. "Ans Limit gehen kannst du nur, wenn du dich sicher fühlst und in jeder Situation auf dein Material verlassen kannst. Damit du dieses Gefühl bekommst, braucht es schon viel Training. Es ist ein Prozess, mich dem wieder anzunähern."

Der erste Schritt dazu soll beim Weltcup-Auftakt in Sölden am Samstag erfolgen. Nachdem Stephanie Brunner und Elisabeth Kappaurer verletzt fehlen, Anna Veith für Sölden noch nicht bereit ist und Katharina Liensberger wegen des Materialstreits mit dem ÖSV nicht starten darf, ist Brem beim Saisonstart hinter Ricarda Haaser zweitbeste Österreicherin in der Startliste.

So richtig bereit für den Riesentorlauf auf dem Rettenbachferner fühlt sich Brem aber nicht. "Sölden ist jedes Jahr zum selben Termin und ich habe noch nie das Gefühl gehabt, dafür richtig bereit zu sein", ist sie aber nicht beunruhigt. 

Dass sie die letzte Riesentorlauf-Siegerin des ÖSV ist, löse relativ wenig in ihr aus, so die Tirolerin. "Und es taugt mir auch überhaupt nicht. Ich hätte es meinen Teamkolleginnen vergönnt, dass sie es schaffen und sie hätten es auch verdient gehabt", ist Brem überzeugt. "Aber ein neuer Winter beginnt. Sölden ist die erste von neun Chancen, das Thema endlich vom Tisch zu bekommen."

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