Mikaela Shiffrin: "Rekorde lenken ab"

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51. Weltcupsieg, der 36. im Slalom, der 15. im Kalenderjahr und der vierte am Semmering - Mikaela Shiffrin hat mit ihrem Triumph im Slalom am Zauberberg gleich drei Rekorde auf einmal geknackt.

"Rekorde sind da, um gebrochen zu werden", sagt der 23-jährige Ski-Superstar. "Irgendjemand wird kommen, der meine Bestmarken bricht. Ich hoffe, meine Rekorde sind nicht für die Ewigkeit."

Im Interview spricht Shiffrin darüber, wie Marlies Schild sie inspiriert hat, warum sie im Ziel so lange keine Emotionen zeigt und über die Verwirrung am Start am Semmering:

Frage: Wie hat sich aus Ihrer Sicht das Rennen entwickelt?

Shiffrin: Ich hatte glücklicherweise einen Polster aus dem ersten Lauf. Der zweite Durchgang war dann wie ein neues Rennen. Ich hatte auch Fehler, es war ein Kampf. Der erste Lauf hat mich gerettet. Ich hatte zwar einen schönen Vorsprung, der kann aber in nur zwei Schwüngen auch weg sein.

Frage: Was war im 2. Lauf am Start los?

Shiffrin: Es war so laut, ich habe das 'Go' des Startrichters nicht gehört und deshalb nochmals nachgefragt. Angenehm war das nicht, ich hatte dann nur noch eine Sekunde, mich zu konzentrieren. Ich wollte nicht zu früh und nicht zu spät los fahren und eine Disqualifikation riskieren.

Frage: 51. Weltcupsieg, der 36. im Slalom, der 15. im Kalenderjahr. Sie sorgen derzeit in fast jedem Rennen für Meilensteine und Rekorde. Wie gehen Sie damit um?

Shiffrin: Es lenkt ab. Ich jage ja grundsätzlich keine Rekorde sondern konzentriere mich darauf, schnelle Schwünge zu fahren. Aber natürlich ist das hier und heute ein großer Tag. Kurz habe ich am Start an den Slalom-Rekord gedacht und mir deshalb eingehämmert, konzentriere dich auf schnelle Slalomschwünge.

Frage: Kennen Sie eigentlich ihre Rekordmarken?

"Marlies war die Beste ihrer Generation. Für mich wird sie sowieso immer die Beste sein. Ohne sie und ihre Inspiration wäre ich nicht hier. Wenn ich jemand so anspornen und begeistern kann wie sie mich, habe ich meinen Job gut gemacht."

Shiffrin: Nur den von Schild. Sie war die Beste ihrer Generation. Für mich wird sie sowieso immer die Beste sein. Ohne sie und ihre Inspiration wäre ich nicht hier. Wenn ich jemand so anspornen und begeistern kann wie sie mich, habe ich meinen Job gut gemacht.

Frage: Wie gehen Sie grundsätzlich mit Rekorden um?

Shiffrin: Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Irgendjemand wird kommen, der meine Bestmarken bricht. Ich hoffe, meine Rekorde sind nicht für die Ewigkeit.

Frage: Welche Rolle spielt Ihre Mutter Eileen?

Shiffrin: Sie hilft mir, dass ich motiviert und gleichzeitig ruhig bleibe und die richtigen Dinge mache. Sie ist die erste Person. Sie liebt mich und will das beste für mich beim Skifahren, aber auch, dass ich insgesamt glücklich bin. Und sie hilft mir, mehr an mich selbst zu glauben.

Frage: Warum zeigen Sie im Ziel so lange keine Emotionen?

Shiffrin: Ich suche immer das Scoreboard, schaue immer viel herum. Oft ist es schwer zu erkennen, welche Farbe wohin gehört. Ich weiß da oft nicht, wie ich mich fühlen soll. Es ist seltsam, es ist oft nicht der größte Moment meines Lebens. Ich wusste heute, da sind jetzt diese Rekorde geschehen, aber ich fühle mich nicht anders als vorher. Die Antwort, warum das so ist, weiß wohl nur das Universum.

Frage: Glauben sie, dass sie den Allzeit-Saisonrekord von Tina Maze mit 2.414 Punkten brechen können?

Shiffrin: Nein. Es ist auch kein Ziel von mir. Sie hatte damals eine unglaubliche Saison, war in fast jedem Rennen in jeder Disziplin auf dem Podium. Ich hingegen fahre ja nicht alles. Da müsste ich ab jetzt jedes Rennen gewinnen. Ich kann es wohl versuchen. Aber ich glaube nicht, dass es möglich ist.

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Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Höchststrafe" für Bernadette Schild am Semmering

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