Vonn kommt ihrem Traum immer näher

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Noch vor einer Woche ist Lindsey Vonn in St. Moritz mit schmerzverzerrtem Gesicht im Schnee gelegen - jetzt steht sie ganz oben auf dem Siegerpodest.

Elf Monate nach ihrem davor letzten Weltcup-Sieg gewinnt die US-Amerikanerin den Super-G in Val d'Isere und feiert ihren insgesamt 78. Weltcup-Sieg. Zur Damen-Bestenliste >>>

Damit kommt sie ihrem Traum, den Rekord an Weltcup-Siegen von Ingemar Stenmark zu brechen, einen Schritt näher. Noch acht Siege fehlen Vonn nun auf die Bestmarke von 86 Siegen.

Gemischtes Ranking meiste Weltcupsiege Damen und Herren:

Platz Name Weltcupsiege
1 Ingemar Stenmark (SWE) 86
2 Lindsey Vonn (USA) 78
3 Annemarie Moser-Pröll (AUT) 62
4 Vreni Schneider (SUI) 55
5 Hermann Maier (AUT) 54
6 Alberto Tomba (ITA) 50
7 Marcel Hirscher (AUT) 47
8 Renate Götschl (AUT) 46
8 Marc Girardelli (LUX) 46
10 Anja Pärson (SWE) 42

Vonn schöpft neuen Mut

Für Vonn ist der Sieg in Val d'Isere aber mehr als nur eine Zahl, er gibt ihr nach dem schwierigen Saisonstart wieder Hoffnung. Der Beginn der aktuellen Olympia-Saison war für die US-Amerikanerin mit einem verpatzten Start in Sölden sowie schweren Stürzen in Lake Louise und zuletzt heftigen Rückenproblemen in St. Moritz äußerst schwierig verlaufen. Bis Samstag war sie in fünf Rennen nur zweimal - als 12. bzw. 24. - ins Ziel gekommen.

Nach ihrer Siegesfahrt in Val d'Isere sprach Vonn von der "wohl besten Fahrt in dieser Saison". "Nach so einem schlechten Start in die Saison ist das sehr wichtig für mein Selbstvertrauen", sagt die 34-Jährige. "Jetzt weiß ich wieder, was es braucht, um zu gewinnen."

Den Sieg widmet sie ihrem Vater, mit dem sie viele Jahre übers Kreuz gewesen war. "Er ist mein großer Unterstützer. Ich bin sehr froh, dass er hier ist", sagt die Amerikanerin nach ihrem siebenten Sieg in Val d'Isere, dem dort ersten in einem Super-G.

"Nach Lake Louise war es mit meinem Selbstvertrauen schwierig. Das war deshalb ein richtig guter Schritt vorwärts und jetzt schaut es für die Zukunft wieder viel besser aus", erklärt Vonn, deren überragendes Saisonziel die Olympischen Spiele im kommenden Februar sind.

Hütter: "Hätte mit Vonn mithalten können"

Vonn war mit Startnummer sechs in den wegen der Neuschneemengen verkürzten Sprint-Super-G gegangen, fand aber eine erstaunlich kompakte Rennpiste vor. Auf der man freilich besser die Rennlinie einhielt, denn abseits davon lauerte der tückische Tiefschnee.

Das wurde auch Cornelia Hütter zum Verhängnis. Die lange verletzt gewesene Österreicherin fuhr mit Startnummer eins sauber und schnell, ehe sie durch einen Fehler kurz vor dem Ziel alles verspielte. Die Steirerin kam kurz von der Linie ab und "fädelte" an der Flagge des vorletzten Tores ein. Obwohl sie dabei viel Zeit verlor, lag sie im Ziel nur 13 Hundertstel hinter Vonn.

"Ich bin ins Weiche gekommen und habe einen Schlag erwischt", berichtete die letztlich mit schnellster letzter Zwischenzeit disqualifizierte Hütter enttäuscht. Im Ziel war sie zunächst zu Boden gefallen, was Sorge hinsichtlich neuerlicher Knieprobleme aufkommen ließ. "Es war zwar wieder das rechte Knie und ich spüre es auch. Aber das ist eher die Schutzspannung", beruhigte die 25-Jährige, die nach ihrer Verletzung die Skimarke gewechselt und in Kanada gleich die Abfahrt gewonnen hat.

Wenigstens kann Hütter für den zweiten Super-G am Sonntag die Gewissheit mitnehmen, dass sie in Schlagdistanz zu Vonn ist. "Bis zum Fehler hat es gut gepasst. Und vom vorletzten Tor weg bin ich aufrecht gefahren, also hätte ich mit Lindsey mithalten können", machte die Steirerin klar, dass ihr womöglich sogar ein Sieg entgangen war.

Selbstkritik bei Veith

Anna Veith, zuletzt in der Schweiz schon wieder starke Fünfte, kam diesmal über Platz 15 nicht hinaus. Die Olympiasiegerin hatte im Vorfeld gepokert und zu Hause trainiert, statt in Frankreich auf die - dann abgesagten - Abfahrtstrainings zu warten. "Wenn du nicht genau auf Linie warst, hat es dich gleich stark gebremst. Das wäre deutlich besser möglich gewesen", gab sich die Salzburgerin kritisch.

Für Österreichs Speed-Damen holte Schmidhofer die Kohlen aus dem Feuer. "Bis auf einen Fehler war's okay", lautete das Urteil der Weltmeisterin. Bei so einem kurzen Rennen mit gerade mal einer Minute Laufzeit musst du Vollgas geben und darfst nix verschenken. Du fährst aus dem Start und bist im nächsten Moment schon wieder im Ziel", sagte die im Weltcup sieglose Steirerin im ORF.

Der zweite Super-G (10.30 Uhr) wird vom ehemaligen ÖSV-Coach Charly Pichler und damit wohl etwas drehender gesetzt. Der Österreicher ist nun Coach von Weirather.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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