"Wir hatten alle sehr zu kämpfen in der Vorbereitung"
Liensberger hat eine durchaus breite Sicht auf das Leben und deshalb habe sie Corona auch etwas Positives gelehrt. "Es wird einem wieder bewusst, was man da eigentlich macht. Nach so langer Zeit wieder auf den Berg zu fahren, auf Ski zu stehen, die Geschwindigkeit zu spüren. Das ist alles sehr bedeutungsvoll und zeigt, was wesentlich ist im Leben."
Es sei wegen der Corona-Kalamitäten freilich schwer einzuschätzen, wo man im Vergleich zu den anderen liege. "Wir hatten alle sehr zu kämpfen in der Vorbereitung." Dass Mikaela Shiffrin nach einem gemeinsamen Training gemeint hatte, die Österreicherinnen wären ihr um die Ohren gefahren, quittiert Liensberger schmunzelnd. "Dass wir schnell sind, wissen wir. Wir müssen es nun nur auch zeigen."
Liensberger "stärker und erfahrener"
Zum Umgang mit den Coronabedingungen brauche es "viel Disziplin", so Liensberger. "Aber die brauchst du als Rennfahrerin sowieso." Man solle die ganzen Maßnahmen schon sehr ernst nehmen. "Die Gesundheit steht an erster Stelle. Skifahren ist unser Job, für den leben wir und den sollen wir auch in Zukunft machen können." Auch für sie sei die Februar-WM das Saison-Highlight. "Ich freue mich jetzt schon riesig darauf."
Ob sie in Zukunft wieder einen Wechsel der Skimarke andenke, interessiere sie derzeit gar nicht. "Das ist viel zu weit weg. Ich bin momentan glücklich und dankbar dafür, dass ich Skifahren kann. Ich stehe auf meine Ski, das zählt. Und es zählt, dass ich meinen Beruf ausüben kann. Das alles hat mich persönlich stärker gemacht und ich bin auch erfahrener geworden."