So will der ÖSV Verletzungen minimieren

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Felix Neureuther, Aksel Lund Svindal, Lindsey Vonn, Sofia Goggia, Elena Fanchini, Johanna Schnarf und zuletzt Manuel Osborne-Paradis. Die Liste der Verletzten im alpinen Ski-Weltcup ist - wieder einmal - lang.

Die Österreicher blieben bis auf Sabrina Maier und Elisabeth Kappaurer (beide Schien- und Wadenbeinbruch) in dieser Vorbereitung von schweren Verletzungen verschont. Das sah in der Vergangenheit oft ganz anders aus: In der Saison 2015/16 etwa musste der ÖSV ganze 13 längerfristige Ausfälle bei Damen und Herren hinnehmen.

Ist es reiner Zufall, dass die Vorbereitung von Marcel Hirscher und Co. in diesem Jahr großteils verletzungsfrei verlief?

"Das ist schwer zu sagen, Verletzungen können immer passieren. Aber wir haben vor drei Jahren mit dem Stützpunkttraining in den Olympiazentren begonnen. Dort wird, vor allem im Konditionsbereich, unter Aufsicht sehr kontrolliert trainiert. Vier Mal pro Woche ist neben den Coaches ein Physiotherapeut dabei und auch die Wissenschaft der Olympiazentren fließt mit ein", erklärt ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher auf LAOLA1-Nachfrage. "Vielleicht wirkt sich das ein bisschen aus."

Spätestens seit der Verletzungsserie 2015/16 wird im ÖSV alles versucht, um das Risiko zu minimieren. Daher wurde nicht nur das Training verbessert, sondern wird auch am Materialsektor geforscht.

Sind die Schuhe schuld?

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"Es geht um die Schuh-Einstellungen", erläutert Puelacher, "konkret um die Vorlage (siehe Bild). In einem gewissen Winkel-Bereich reißt man sich das Kreuzband leichter als in einem gebeugteren Winkel. Wir versuchen gerade herauszufinden, wo dieser kritische Winkelbereich liegt. Dazu haben wir eine Expertengruppe mit Ärzten gegründet."

Die Expertenmeinung würde aber oftmals vergessen, wenn es im Rennen um Hundertstelsekunden geht. "Die Athleten werden immer die schnellste Material-Einstellung wählen. Sie schauen nicht darauf, ob die Wahrscheinlichkeit für eine Verletzung eventuell höher ist. Es geht nur darum, wie man am schnellsten ist. Das passt noch nicht ganz zusammen", weiß Puelacher.

Außerdem gebe es kein Patentrezept, das für alle Läufer angewendet werden kann. "Mehr Vorlage heißt nicht automatisch, dass man auch schneller ist. Das ist individuell und kommt auch auf die Disziplin drauf an."

Dennoch sei es auf lange Sicht ein Ziel, eine Regel für die Vorlage-Einstellungen der Skischuhe bei der FIS durchzuboxen - und damit schwere Verletzungen im Skisport zu minimieren.

Textquelle: © LAOLA1.at

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