"Kann es mir nicht erlauben, gratis zu arbeiten"
Dass Head-Chef Johann Eliasch, der ebenfalls zur Wahl antritt, auf das Präsidentengehalt verzichten würde, hat Lehmann zur Kenntnis genommen. "Ich kann es mir nicht erlauben, gratis zu arbeiten", so der Schweizer.
Und er ergänzt: "Ich denke auch nicht, dass dies ein entscheidendes Argument sein kann."
Ein Argument gegen die Wahl Lehmanns an die Spitze der FIS ist sicher, dass er wie seine Vorgänger Marc Holder und Gian-Franco Kasper aus der Schweiz kommt. Seit 68 Jahren wird der internationale Ski-Verband damit von einem Schweizer geführt.
"Die Nationalität darf doch keine Rolle spielen", hält Lehmann dagegen. "Es sollte die beste und qualifizierteste Person gewählt werden. Jemand, der die Kraft und die Ideen hat, den Wintersport vorwärts zu bringen."
Jährliche Asien-Tournee
Für die Zukunft sieht der 51-Jährige Potenzial im kommerziellen Bereich und der Vermarktung. Als Beispiel nennt er, dass bei Alpin-Rennen der Spannungsbogen über 60 bis 90 Minuten garantiert sein solle. Zudem brauche es attraktivere Formate, allerdings nicht in Form des Parallel-Riesentorlaufs.
Wichtige Punkte seien zudem die Digitalisierung und das Thema E-Sports. Und das Schlagwort "neue Märkte erschließen" fällt klarerweise auch.
Diese sieht Lehmann vor allem in Asien. "Wir brauchen mit allen Wintersportarten jedes Jahr eine Asien-Tour", fordert er. China habe aktuell zum Beispiel fünf Millionen Wintersportler. "Aber ein Pontenzial von 300 Millionen."
Als weitere Aspekte nennt Lehmann einen geeinten Verband und Verbesserungen der Strukturen. Den Wintersport will er aufgewertet sehen.
Wenn er bei der - auf Oktober verschobenen - FIS-Wahl nicht zum Zug kommt, dann würde er "mit großer Freude und Begeisterung noch einige Jahre Präsident von Swiss Ski" bleiben.